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MÄRKTE USA/Trump verhindert positiven Trend an der Wall Street

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Florian Faust

NEW YORK (Dow Jones)Die Wall Street ist am Freitag einmal mehr von US-Präsident Donald Trump ausgebremst wurden. Zwar erholten sich die Indizes im späten Geschäft wieder von den Tagestiefs und schlossen praktisch unverändert, doch mit den Schlagzeilen um Trump drehten die Kurse zunächst ins Minus. Der US-Präsident will offenbar trotz anstehender Handelsgespräche mit China an den von ihm angekündigten neuen Zöllen festhalten. Trump habe Mitarbeiter angewiesen, mit der Einleitung der Strafzölle auf den Import chinesischer Waren im Volumen von 200 Milliarden US-Dollar fortzufahren, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Der Dow-Jones-Index gewann knapp neun Punkte auf 26.155 Zähler. Der S&P-500 zeigte sich mit einem Aufschlag von einem Punkt ähnlich unbewegt auf Tagessicht und der Nasdaq-Composite büßte 4 Zähler ein. Umgesetzt wurden an der Nyse 761 (Donnerstag: 755) Millionen Aktien. Auf die 1.508 (1.679) Kursgewinner kamen 1.419 (1.277) -verlierer. Unverändert schlossen 129 (106) Titel. "Was treibt die Tagesvolatilität und die Nervosität am Markt an? Es sind die Meldungen über den Handel. Wir wissen noch immer nicht, was tatsächlich umgesetzt wird (...). Daher üben wir uns mehr oder weniger in Risikoaversion", sagte Handelsstratege Shawn Cruz von TD Ameritrade zur Marktreaktion auf den Trump-Bericht.



Daten dürften Fed vom Zinszyklus nicht abbringen


Die Aufmerksamkeit galt darüber hinaus Wirbelsturm "Florence", auch wenn die US-Konjunkturdaten die höhere Relevanz für die Finanzmärkte aufwiesen. Die Unwetterfront hatte die US-Ostküste erreicht. Laut Schätzungen von CoreLogic dürften durch Wind und Flut Eigentumsschäden zwischen 3 und 5 Milliarden Dollar entstehen. Zwar hatten sich die Windgeschwindigkeiten erneut reduziert, doch wurden schlimme Überschwemmungen befürchtet.

Bei den Konjunkturdaten standen sich schwache Einzelhandelsumsätze und gute Daten zur Industrieproduktion gegenüber. Überzeugend zeigte sich indes die Verbraucherstimmung. Diese hatte sich im September unerwartet und kräftig aufgehellt. Bei den Importpreisen setzte sich das Bild schwacher Inflationsdaten der vergangenen Tage fort. Was von den Daten insgesamt zu halten war, machte Fed-Präsident Charles Evans aus Chicago deutlich: Er erwartete, dass die US-Notenbank angesichts des Wirtschaftsaufschwungs mit ihren Zinserhöhungen fortfahre. Die US-Wirtschaft laufe auf allen Zylindern, sagte Evans.



Sears-Aktie mit deutlichem Plus


Unter den Einzelwerten legten die Papiere von Sears um 3,3 Prozent zu. Im Vortageshandel war die Aktie zunächst abgesackt, nachdem das Unternehmen die Zahlenvorlage kurzfristig verschoben hatte. Der seit Jahren in der Krise steckende Einzelhändler lieferte wenig Erbauliches zum zweiten Quartal ab, wie die Geschäftszahlen nun zeigten. Positiv kam aber an der Börse an, dass sich der flächenbereinigte Umsatzrückgang gegenüber dem Vorquartal abgeschwächt hatte. Im Juli und August soll der Umsatztrend laut Sears sogar positiv ausgefallen sein.

Adobe stiegen um 2,3 Prozent. Das Softwareunternehmen blieb zwar mit dem Gewinnausblick nur am unteren Rand der kursierenden Analystenprognosen, allerdings wurden im Berichtsquartal die Marktschätzungen übertroffen. NiSource stürzten um 11,7 Prozent ab. Laut Berichten war das Unternehmen indirekt von den Gasexplosionen im Großraum Boston betroffen.

Der Stahlkonzern Nucor lieferte mit seinem Ausblick auf das dritte Quartal Anlegern einen Grund zum Verkauf der Aktien, denn die Marktprognosen wurden nur dank eines Einmaleffektes getroffen. Die Titel gaben 1,4 Prozent nach. Caterpillar sah sowohl bei den Zulieferern als auch auf der Kundenseite Probleme wegen des knapper werdenden Angebots an Arbeitskräften, die Papiere des Baumaschinenherstellers sanken um 0,4 Prozent.



Dollar sehr fest


Am Devisenmarkt spielten die Trump-Schlagzeilen keine Rolle, Anleger ließen sich stattdessen von den positiven Daten zur Industrieproduktion und zum Verbrauchervertrauen beeindrucken. Denn der Dollar legte zu, der ICE-Dollarindex kletterte um 0,4 Prozent. Auf Wochensicht verbuchte dieser wichtige Währungskorb allerdings Abgaben - die höchsten seit drei Wochen. Der Euro fiel auf 1,1622 Dollar im späten Handel nach einem Tageshoch von 1,1722 Dollar.

Die Ölpreise zeigten keine einheitliche Tendenz. Der Wirbelsturm "Florence" bedrohte weiterhin an der Ostküste zwei wichtige Pipelines - trotz seiner Abstufung. Daher könnten Raffinerieprodukte knapp werden, die durch diese Pumpleitungen geführt werden, hieß es. Zudem erhöhten die USA den Druck auf diverse Staaten, die US-Sanktionen gegen den Iran einzuhalten. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI stieg um 0,6 Prozent auf 68,99 Dollar. Für die globaler gehandelte Sorte Brent spielte die Pipeline-Sorge keine große Rolle, der Fasspreis ermäßigte sich hier um 0,1 Prozent auf 78,09 Dollar. Auf Wochensicht verteuerte sich Erdöl um rund 1,8 Prozent.

Der Goldpreis knüpfte an die Vortagesverluste an. Der Preis für die Feinunze sank um 0,6 Prozent auf 1.194 Dollar. Der gestiegene Dollar drückte auf das Edelmetall. Die Daten und die Evans-Aussagen ließen keine Zweifel am Zinserhöhungsmodus der Fed aufkommen, hieß es. Gold reagiert seit Monaten sehr deutlich auf Zinsspekulationen in den USA.

Die US-Rentenkurse setzten ihre schwache Vortagesentwicklung fort. Die Daten zeigten trotz der schwachen Einzelhandelsumsätze, dass die US-Wirtschaft unter Volldampf stehe - die Zinsen dürften daher weiter steigen, so eine Stimme aus dem Handel. Allerdings setzten mit dem Bericht über die China-Zölle Käufe ein und Notierungen kamen von ihren Tagestiefs zurück. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen legte mit den gesunkenen Kursen um 2 Basispunkte auf 2,99 Prozent zu. Erstmals seit Anfang August rentierten die Benchmarkanleihen temporär wieder mit 3 Prozent.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 26.154,61 0,03 8,62 5,81
S&P-500 2.905,05 0,03 0,87 8,66
Nasdaq-Comp. 8.010,04 -0,05 -3,67 16,03
Nasdaq-100 7.545,50 -0,21 -16,19 17,96

US-Anleihen
Laufzeit Akt. Rendite Bp zu Vortag Rendite Vortag +/-Bp YTD
2 Jahre 2,79 3,4 2,76 158,8
5 Jahre 2,90 2,9 2,87 97,7
7 Jahre 2,96 2,2 2,93 70,8
10 Jahre 2,99 2,0 2,97 54,7
30 Jahre 3,13 2,2 3,11 6,3

DEVISEN zuletzt +/- % Fr. 7.40 Uhr Do, 17:04 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1624 -0,56% 1,1694 1,1676 -3,3%
EUR/JPY 130,21 -0,56% 130,83 130,58 -3,7%
EUR/CHF 1,1245 -0,51% 1,1287 1,1301 -4,0%
EUR/GBP 0,8900 -0,31% 0,8917 0,8917 +0,1%
USD/JPY 112,02 +0,09% 111,87 111,84 -0,6%
GBP/USD 1,3061 -0,34% 1,3115 1,3095 -3,3%
Bitcoin
BTC/USD 6.522,60 +0,7% 6.565,72 6.513,21 -52,2%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 68,94 68,59 +0,5% 0,35 +17,4%
Brent/ICE 78,10 78,18 -0,1% -0,08 +22,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.194,12 1.201,52 -0,6% -7,40 -8,4%
Silber (Spot) 14,07 14,16 -0,6% -0,09 -16,9%
Platin (Spot) 796,40 802,50 -0,8% -6,10 -14,3%
Kupfer-Future 2,61 2,67 -2,3% -0,06 -22,1%


Kontakt zum Autor: florian.faust@wsj.com

DJG/DJN/flf

END) Dow Jones Newswires

September 14, 2018 16:14 ET ( 20:14 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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