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MÄRKTE USA/Türkei-Krise sorgt auch an der Wall Street für Abgaben

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Thomas Rossmann

NEW YORK (Dow Jones)Die sich weiter zuspitzende Türkei-Krise dürfte zum Wochenausklang auch an der Wall Street für Abgaben sorgen. Die Lira knickt, ausgelöst durch die diplomatischen Verspannungen mit den USA, weiter ein und markierte zum Dollar im Verlauf ein neues Rekordtief. Der Greenback stieg erstmals überhaupt über 6 Lira.

Einem Bericht der Financial Times zufolge sorgt sich auch die EZB-Bankenaufsicht um das Engagement einiger europäischer Geldhäuser in der Türkei. Zusammen mit dem weiter schwelenden Handelskonflikt zwischen den USA und China sorgen diese Entwicklungen für erhöhte Unsicherheit unter den Investoren.

Der Future auf den S&P-500 deutet auf eine etwas leichtere Eröffnung am Kassamarkt hin. Damit dürften auch neue Rekordstände von S&P-500 und Nasdaq-Composite erst einmal vom Tisch sein. Am Vortag waren die Indizes ihren Allzeithochs schon recht nahe gekommen.

Mit Spannung wird auf eine Rede des türkischen Finanzministers Berat Albayrak am Nachmittag zu einem Ökonomie-Modell für das Land gewartet. Einige Punkte des Modells seien schon durchgesickert, so die Commerzbank: Senkung der Wachstumsprognose auf 3 bis 4 Prozent von 5,5 Prozent. Das sei zwar optimistisch, gehe aber zumindest in die richtige Richtung. Anders sei das bei der Teuerung, wo Albayrak, Schwiegersohn von Präsident Erdogan, bereits wieder von einstelligen Raten spreche, die "so schnell wie möglich" erreicht werden sollen. In der Realität sehe es wohl anders aus.

Die vor der Startglocke veröffentlichten US-Konjunkturdaten haben dagegen keinen Einfluss auf das Geschehen. Die Verbraucherpreise legten im Juli saisonbereinigt wie auch in der Kernrate um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat zu und trafen damit jeweils exakt die Prognose.



News Corp geben leicht nach - Qualcomm reduziert Strafe in Patentstreit


Bei den Einzelwerten dürfte es für die Aktie des Medienkonzerns News Corp leicht nach unten gehen. Die Konsolidierung australischer Fernsehaktivitäten hat dem Konzern im vierten Geschäftsquartal zwar einen Umsatzschub, jedoch auch einen Nettoverlust beschert. Zu dem Konzern gehören unter anderem die New York Post, das Wall Street Journal und diese Nachrichtenagentur. Die Aktie verliert 0,1 Prozent.

Qualcomm hat in einem Patentstreit in Taiwan um sein Lizenzierungsgeschäft einen Sieg errungen. Der US-Chipkonzern konnte die ursprüngliche Geldbuße um fast 700 Millionen Dollar reduzieren. Er erklärte sich bereit, mit taiwanischen Smartphone-Herstellern wie HTC zu verhandeln und im Land zu investieren. Die Aktie verliert in dem negativen Gesamtumfeld 0,6 Prozent.

Einen kräftigen Satz nach oben dürften dagegen die Titel von Universal Display machen. Der Hersteller organischer Leuchtdioden hat im zweiten Quartal einen unerwartet hohen Umsatz ausgewiesen, während der Gewinn je Aktie die Erwartungen verfehlte. Die Aktie hatte in den vergangenen 12 Monaten über 13 Prozent verloren. Aktuell geht es um 9,7 Prozent aufwärts.



Ölpreise mit Erholung - "Sicherer Hafen" Anleihen legt zu


In Zeiten erhöhter geopolitischer Verunsicherung wenden sich die Anleger den "sicheren Häfen" Anleihen und Dollar zu. Mit einem kräftigen Plus zeigen sich dabei deutsche Bundesanleihen. Aber auch für die US-Anleihen geht es nach oben. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen fällt um 3 Basispunkte auf 2,90 Prozent.

Der Dollar legt vor allem gegenüber der türkischen Lira zu. In der Spitze ging es hier bis auf 6,4458 Lira nach oben. Aber auch der Euro steht unter Druck und fällt im Verlauf auf ein Jahrestief. Aktuell geht die Gemeinschaftswährung mit 1,1445 Dollar um, nach 1,1550 Dollar am Vorabend.

Der feste Dollar drückt tendenziell weiter auf den Goldpreis. Die Feinunze zeigt sich nach anfänglichen Verlusten aktuell unverändert bei 1.213 Dollar. Da die Entwicklung des Edelmetalls derzeit vor allem am Dollar hänge, habe Gold von seinem Status als "sicherer Hafen" etwas verloren, heißt es.

Nach zuletzt zwei Tagen mit Abgaben kommt es bei den Ölpreisen zu einer leichten Erholung. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI steigt um 0,6 Prozent auf 67,24 Dollar, Brent klettert um 0,8 Prozent auf 72,63 Dollar. Einerseits lastet der Handelsstreit auf den Preisen, denn es gibt Befürchtungen, dass die chinesische Ölnachfrage zurückgehen könnte. Dagegen erhält der Markt Unterstützung von Spekulationen, dass als Folge der US-Sanktionen gegen Iran weniger iranisches Öl auf den Markt kommen könnte. Daneben fiel der Rückgang bei den wöchentlichen US-Lagerdaten deutlich geringer aus als von Analysten erwartet.



US-Anleihen
Laufzeit Akt. Rendite Bp zu Vortag Rendite Vortag +/-Bp YTD
2 Jahre 2,63 -1,2 2,65 143,1
5 Jahre 2,78 -2,5 2,81 85,8
7 Jahre 2,85 -2,7 2,88 60,6
10 Jahre 2,90 -2,7 2,93 45,5
30 Jahre 3,05 -2,4 3,07 -1,8

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:40 Do, 17:20 % YTD
EUR/USD 1,1445 -0,72% 1,1466 1,1567 -4,7%
EUR/JPY 127,04 -0,83% 127,28 128,34 -6,1%
EUR/CHF 1,1386 -0,60% 1,1426 1,1461 -2,8%
EUR/GBP 0,8973 -0,13% 0,8962 0,8991 +0,9%
USD/JPY 110,96 -0,12% 111,02 110,95 -1,5%
GBP/USD 1,2754 -0,58% 1,2794 1,2866 -5,6%
Bitcoin
BTC/USD 6.512,07 -1,5% 6.466,99 6.526,57 -52,3%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 67,24 66,81 +0,6% 0,43 +13,8%
Brent/ICE 72,63 72,07 +0,8% 0,56 +13,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.212,58 1.212,43 +0,0% +0,15 -6,9%
Silber (Spot) 15,37 15,45 -0,5% -0,07 -9,2%
Platin (Spot) 830,20 833,50 -0,4% -3,30 -10,7%
Kupfer-Future 2,75 2,77 -0,7% -0,02 -17,8%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/smh

END) Dow Jones Newswires

August 10, 2018 09:00 ET ( 13:00 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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