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MÄRKTE USA/Wall Street auf Allzeithoch - Dow marschiert Richtung 29.000

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Florian Faust

NEW YORK (Dow Jones)Die Wall Street hat sich am Donnerstag zu neuen Rekordhochs aufgeschwungen. Bereits am Vortag war erkennbar gewesen, dass Anleger in der Nahostkrise klar auf Entspannung gesetzt hatten. Nachdem die iranischen Raketenangriffe auf internationale Truppenstützpunkte im Irak nur symbolischen Charakter aufwiesen - es wurde niemand verletzt und kaum Schaden angerichtet -, hatte US-Präsident Donald Trump entsprechend moderate Töne angeschlagen. Neue Attacken oder gar ein Krieg schienen von beiden Seiten nicht gewollt zu sein. Allerdings betonte Trump am Donnerstag, dass er dem Iran niemals den Besitz von Atomwaffen zubilligen werde.

Die geopolitische Situation ist für den Moment ganz sicher weniger aggressiv als ursprünglich befürchtet", fing Marktstratege Patrick Spencer von Baird die Erleichterung am Markt ein. Der Dow-Jones-Index stieg um 0,7 Prozent auf 28.957 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite legten um 0,7 bzw. 0,8 Prozent zu. Alle drei Indizes markierten Allzeithochs. Den 1.642 (Mittwoch: 1.743) Kursgewinnern an der NYSE standen 1.288 (1.197) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 97 (89) Aktien.

Neben der Entspannung im Nahen Osten stützte auch das zwischen den USA und China erzielte Teilhandelsabkommen. Wie Peking verlauten ließ, wird eine hochrangige Delegation unter Führung von Vizepremier Liu He zum Wochenbeginn nach Washington zur Unterzeichnung des Abkommens reisen und sich bis Mittwoch in den USA aufhalten. Dazu gesellten sich positive Signale vom US-Arbeitsmarkt. Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe waren besser ausgefallen als von Ökonomen erwartet. Und die Zinsen bleiben niedrig: Fed-Gouverneur Richard Clarida sah keine Notwendigkeit, die Geldpolitik der US-Notenbank zu ändern - weitere Zinssenkungen stünden aber wohl auch nicht an, so seine Signale. James Bullard, Fed-Präsident in St. Louis, ging indes von einer sanften Landung der US-Konjunktur aus.


Ölpreise auf Vierwochentief

Die Ölpreise gaben in Reaktion auf die Entspannungssignale im US-Iran-Konflikt erneut etwas nach und fielen auf ein Vierwochentief. Die europäische Sorte Brent gab um 0,1 Prozent auf 65,37 Dollar nach, US-Leichtöl der Sorte WTI um 0,1 Prozent auf 59,56 Dollar. Seit ihren Höchstständen im Zuge der Nahostkrise sind die Erdölpreise in der laufenden Woche um rund 7 Prozent zurückgekommen. Ein Nahostkrieg werde immer mehr ausgepreist, hieß es im Rohölhandel. Zudem wurde auf einen bärischen Bericht der US-Regierung verwiesen.

Auch bei Gold als vermeintlich sichere Anlage wurden Kriegsängste immer stärker ausgepreist. Die Feinunze verbilligte sich um weitere 0,4 Prozent auf 1.551 Dollar. Am Vortag war sie in der Spitze auf über 1.610 Dollar gestiegen.

Ähnliche Überlegungen drückten zunächst den US-Rentenmarkt. Doch mit einer auf starke Nachfrage gestoßenen Auktion 30-jähriger US-Staatsanleihen zog auch die Nachfrage am Sekundärmarkt an. Begünstigt wurde die Entwicklung von Meldungen, wonach das ukrainische Verkehrsflugzeug bei Teheran am Mittwoch von iranischen Kräften abgeschossen worden sein könnte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank um 1,9 Basispunkt auf 1,85 Prozent.

Am Devisenmarkt erholt sich der Dollar gegenüber dem als Fluchtwährung geltenden Yen weiter. Im Tageshoch notierte der Greenback bei knapp 109,58 Yen. Am Vortag zur gleichen Zeit war er noch für 108,74 Yen zu haben gewesen. Der ICE-Dollarindex kletterte um 0,1 Prozent. Das Pfund gab indes nach Aussagen des Präsidenten der Bank of England (BoE), Mark Carney, etwas nach. Carney hatte sich zurückhaltend zu den Aussichten der britischen Wirtschaft geäußert. Das Pfund wurde mit 1,3064 Dollar nach Ständen über 1,31 am Morgen gehandelt.


Apple auf Allzeithoch

Technologietitel waren gesucht. Anleger griffen vor allem bei solchen Aktien zu, die vom Handel mit China profitieren. Der Subindex gewann 1,6 Prozent. Advanced Micro Devices kletterten um 2,4 Prozent, Apple um 2,1 Prozent. Die Titel des Technologieriesens markierten zudem ein weiteres Rekordhoch - begünstigt durch gute Absatzzahlen in China.

Boeing legten um 1,5 Prozent. Es verdichteten sich am Abend die Hinweise, dass das ukrainische Verkehrsflugzeug bei Teheran am Mittwoch keinen technischen Defekt hatte, sondern doch abgeschossen wurde. Nach dem Absturz der Boeing deuten nach Angaben des kanadischen Regierungschefs Justin Trudeau Geheimdienstinformationen darauf hin, dass die Maschine "von einer iranischen Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde". Zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump ähnlich geäußert.

Die Titel des Kaufhausbetreibers Kohl's stürzten um 6,5 Prozent ab. Die Umsätze in der Weihnachtssaison waren gesunken. Die Gewinne dürften daher nur den unteren Rand der genannten Spanne erreichen. Der Einzelhändler Macy's will rund 30 Niederlassungen schließen. Auch hier wurde auf eine schwache Weihnachtssaison verwiesen. Der Kurs büßte 2,2 Prozent ein.

Bed Bath & Beyond knickten um 19,2 Prozent ein. Die Einrichtungskette war in ihrem dritten Geschäftsquartal in die Verlustzone gerutscht. Weil Umsatz und Ergebnis voraussichtlich auch während des restlichen Geschäftsjahrs unter Druck stünden, werde der Jahresausblick zurückgezogen, so die Kette. Costco Wholesale erhöhten sich um 1,6 Prozent. Das Unternehmen hatte für Dezember einen Umsatzanstieg um 10,5 Prozent verglichen zum Vorjahr gemeldet.

Grubhub zogen um 1,8 Prozent an. Angesichts steigenden Wettbewerbs im Geschäft mit Essensbelieferung denke das Unternehmen über eine Fusion mit einem Wettbewerber nach, sagten Kreise.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 28.956,90 0,74 211,81 1,47
S&P-500 3.274,70 0,67 21,65 1,36
Nasdaq-Comp. 9.203,43 0,81 74,18 2,57
Nasdaq-100 8.989,63 0,87 77,26 2,94

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,57 -0,4 1,58 37,0
5 Jahre 1,66 -0,7 1,67 -26,5
7 Jahre 1,77 -1,1 1,78 -47,5
10 Jahre 1,86 -1,3 1,87 -58,5
30 Jahre 2,34 -2,7 2,36 -73,2

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:23 Mi, 17:33 % YTD
EUR/USD 1,1105 -0,05% 1,1114 1,1114 -1,0%
EUR/JPY 121,61 +0,35% 121,43 120,90 -0,2%
EUR/CHF 1,0811 -0,06% 1,0824 1,0790 -0,4%
EUR/GBP 0,8500 +0,23% 0,8482 0,8489 +0,4%
USD/JPY 109,52 +0,40% 109,26 108,74 +0,7%
GBP/USD 1,3064 -0,29% 1,3105 1,3094 -1,4%
USD/CNH (Offshore) 6,9250 -0,17% 6,9242 6,9444 -0,6%
Bitcoin
BTC/USD 7.808,51 -3,19% 7.938,51 8.268,01 +8,3%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 59,64 59,61 +0,1% 0,03 -2,3%
Brent/ICE 65,43 65,44 -0,0% -0,01 -0,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.551,14 1.556,80 -0,4% -5,66 +2,2%
Silber (Spot) 17,90 18,10 -1,1% -0,20 +0,3%
Platin (Spot) 966,35 953,80 +1,3% +12,55 +0,1%
Kupfer-Future 2,80 2,81 -0,5% -0,01 +0,0%


Kontakt zum Autor: florian.faust@wsj.com

DJG/DJN/flf

END) Dow Jones Newswires

January 09, 2020 16:25 ET ( 21:25 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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