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MÄRKTE USA/Wall Street bleibt mit Konjunktursorgen auf Talfahrt

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Nachdem in der Vorwoche alle drei wichtigen Aktienindizes der Wall Street erstmals seit März in den Korrekturmodus gedreht haben, bleibt der Abwärtstrend auch zum Start in die neue Woche intakt. Der Start in den Dezember ist der schwächste seit 1980, von einer Jahresend- oder Weihnachtsrally kann keine Rede sein. Der Dow-Jones-Index sinkt um 1,1 Prozent auf 23.830 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite fallen um 1,0 bzw. 1,1 Prozent. An den Märkten mangele es an Klarheit über so ziemlich alles - die US-Geldpolitik, den Handelsstreit, Chinas Konjunktur sowie den Brexit, sagt Investmentstratege Thomas Hainlin von U.S. Bank Wealth Management.

Wenigstens in Sachen Geldpolitik könnte es am Mittwoch zumindest etwas Klarheit geben. Denn von der Sitzung der US-Notenbank am Dienstag und Mittwoch wird mehrheitlich die vierte Zinserhöhung im laufenden Jahr erwartet. Wichtiger sind allerdings Aussagen von US-Notenbankpräsident Jerome Powell zum weiteren Zinstempo, nachdem zuletzt Zweifel an weiteren Zinsschritten der Fed im kommenden Jahr aufgekommen waren. "Wenn die Fed einen klaren Hinweis auf die Bewegungen im kommenden Jahr gibt, beseitigte dies einen Teil der Unsicherheiten", so Hainlin. Im Vorfeld eines solchen Ereignisses wagen sich Anleger typischerweise nicht aus der Deckung und nehmen eine abwartende Haltung ein.

Ein deutlich unter den Erwartungen ausgefallener US-Empire-State-Index setzt die US-Börsen unter zusätzlichen Druck. Zwar liefern die Daten eine Steilvorlage für einen taubenhaften Fed-Ausblick, doch überwiegen nun wieder die Konjunktursorgen. Der New Yorker Konjunkturindex ist meist der erste regionale Indikator, der von den Fed-Filialen in einem Monat veröffentlicht wird. Ökonomen betrachten ihn ebenso wie den Indikator der Philadelphia Fed als vergleichsweise verlässlichen Vorläufer für den viel beachteten ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe der USA.

Auch in Sachen Handelsstreit werfen wichtige Ereignisse ihre Schatten voraus. Investoren warten auf die Rede des chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Dienstag, zudem tagt das wichtige Wirtschaftsforum Central Economic Work Conference im weiteren Wochenverlauf. Dort werden üblicherweise wichtige Weichenstellungen für die chinesische Wirtschaft vorgenommen. Beobachter schließen nicht aus, dass die chinesischen Behörden zur Stärkung der Wirtschaft neue Unterstützungsmaßnahmen bekannt geben könnten.



Obamacare ausgebremst


Nachdem ein Richter im US-Bundesstaat Texas das vom ehemaligen Präsidenten Barack Obama eingeführte Gesundheitssystem "Obamacare" für verfassungswidrig erklärt hat, stehen Aktien aus dem Gesundheitssektor unter Abgabedruck. Die Titel der Versicherungen Unitedhealth und Wellcare geben 2,2 bzw. 5,1 Prozent nach. Humana verlieren 0,7 Prozent. Der Kurs des Krankenhausbetreibers HCA gibt 5,1 Prozent nach.

Am Rentenmarkt steigen die Notierungen trotz der wohl anstehenden Zinsanhebung. Anleger setzen aber angesichts der schwachen Konjunkturdaten auf einen taubenhaften Ausblick der Fed für 2019. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen verliert 2,2 Basispunkte auf 2,87 Prozent. Befeuert wird die Erwartung einer taubenhaften Fed auch von US-Präsident Donald Trump. Dieser vertritt die Ansicht, es sei "unglaublich, dass die Fed eine weitere Zinserhöhung auch nur in Erwägung zieht".



Anleger setzen auf taubenhafte Fed


Neben den US-Renditen neigt auch der Dollar zur Schwäche. Der ICE-Dollarindex sinkt um 0,3 Prozent, wobei der Euro mit am deutlichsten zum Greenback steigt. Dieser legt auf 1,1346 Dollar zu nach Wechselkursen um 1,13 zum Wochenausklang. Auch am Devisenmarkt spekulieren Investoren auf eine gemächlichere Gangart der Fed 2019 bei der Straffung der Geldpolitik. Der Euro legt zu, angesichts eines drohenden Defizitverfahrens im Haushaltsstreit mit der EU hat die italienische Regierung 4 Milliarden Euro an Einsparmöglichkeiten gefunden. Die Entspannung im Haushaltskonflikt hilft dem Euro auf die Sprünge.

Der schwächere Dollar stützt die Öl- und Goldpreise etwas. US-Leichtöl der Sorte WTI dreht allerdings 0,3 Prozent auf 51,06 Dollar je Fass ins Minus - die mauen Daten lassen Nachfrageängste hochkochen. Europäisches Referenzöl der Sorte Brent verteuert sich um 0,6 Prozent auf 60,64 Dollar. "Brent stabilisiert sich bei 60 Dollar je Barrel dank der Aussicht auf die Förderkürzungen des Erdölkartells Opec Anfang 2019", heißt es bei der Commerzbank. Zudem hat sich die Anzahl der in den USA in Betrieb befindlichen Ölförderanlagen in der Vorwoche reduziert.

Der Goldpreis profitiert neben der Dollarschwäche von der Erwartung einer taubenhaft gestimmten Fed. Der Preis der Feinunze zieht um 0,3 Prozent auf 1.242 Dollar an.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 23.829,95 -1,12 -270,56 -3,60
S&P-500 2.573,20 -1,03 -26,75 -3,76
Nasdaq-Comp. 6.836,19 -1,08 -74,48 -0,97
Nasdaq-100 6.524,18 -1,07 -70,78 2,00

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 2,71 -2,5 2,74 151,0
5 Jahre 2,71 -2,6 2,73 78,4
7 Jahre 2,78 -3,0 2,81 53,3
10 Jahre 2,87 -2,0 2,89 42,6
30 Jahre 3,13 -1,7 3,15 6,1

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:46 Fr, 17:27 % YTD
EUR/USD 1,1347 +0,36% 1,1315 1,1296 -5,6%
EUR/JPY 128,22 +0,07% 128,31 128,10 -5,2%
EUR/CHF 1,1261 -0,20% 1,1288 1,1259 -3,8%
EUR/GBP 0,8991 +0,06% 0,8993 0,8987 +1,1%
USD/JPY 113,00 -0,29% 113,41 113,41 +0,3%
GBP/USD 1,2620 +0,29% 1,2582 1,2569 -6,6%
Bitcoin
BTC/USD 3.385,50 +5,90% 3.228,51 3.193,01 -76,4%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 51,16 51,20 -0,1% -0,04 -11,4%
Brent/ICE 60,61 60,28 +0,5% 0,33 -3,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.242,12 1.238,35 +0,3% +3,78 -4,7%
Silber (Spot) 14,60 14,57 +0,2% +0,03 -13,8%
Platin (Spot) 785,30 787,50 -0,3% -2,20 -15,5%
Kupfer-Future 2,73 2,76 -1,1% -0,03 -18,6%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/raz

END) Dow Jones Newswires

December 17, 2018 10:07 ET ( 15:07 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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