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MÄRKTE USA/Wall Street erneut auf Talfahrt

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Die US-Börsen haben am Freitag die heftige Kurskorrektur der vergangenen Tage aus Angst vor einer Coronavirus-Pandemie gebremst fortgesetzt, zwischenzeitlich knickte der Dow-Jones-Index aber über 3 Prozent ein. Gegen Handelsende kamen die Indizies jedoch von höheren Verlusten wieder zurück. Am Donnerstag waren die wichtigsten Indizes um mehr als 4 Prozent eingebrochen. An den Börsen in Europa sah es zum Ende der Woche deutlich schlechter aus. Der Dax und der Euro-Stoxx-50 brachen zeitweise um rund 5 Prozent weg.

Die Anleger wollten vor dem Wochenende, das neue Schreckensnachrichten bringen könnte, kein Risiko eingehen und stießen erneut Aktien auf breiter Front ab. Der Dow-Jones-Index gab um 1,4 Prozent nach auf 25.409 Punkte. Der S&P-500 schloss 0,8 Prozent tiefer bei 2.954 Punkten, während der Nasdaq-Composite kaum verändert bei 8.567 Punkte aus dem Handel ging. Den 702 (Donnerstag: 313) Kursgewinnern an der NYSE standen 2.325 (2.700) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 37 (32) Aktien.

Der Dow-Jones-Index notierte damit klar unter dem Aufwärtstrend seit 2009, der laut Marcel Mußler von den Mußler-Briefen bei 25.700 Punkten verläuft.

Zentrales Thema war unverändert das Coronavirus, das sich global weiter ausbreitet. Der Schaden für die Weltwirtschaft dürfte immens sein, befürchteten Börsianer. Einige Marktteilnehmer verglichen die aktuelle Lage mit vergangenen Krisen, etwa dem Platzen der Dot.com-Blase im Jahr 2000 oder der Finanzkrise 2008/2009. Der Unterschied sei, dass am Markt jetzt Spekulationen über das gespielt würden, was möglicherweise passieren werde, während der Markt im Zuge der Finanzkrise, ausgelöst durch den Zusammenbruch der Bank Lehman Brothers, auf reale Ereignisse reagiert habe, sagte Peter Dixon, Volkswirt bei der Commerzbank.

Der Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, signalisierte derweil, dass die Zentralbank bereit stehe, falls notwendig die Zinsen zu senken. "Die Fundamentaldaten der US-Wirtschaft bleiben stark. Das Coronavirus birgt jedoch neue Risiken für die wirtschaftlichen Aktivitäten", so Powell in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme.

In den am Freitag vorgelegten Konjunkturdaten waren derweil noch keine Hinweise auf Folgen der globalen Epidemie für die US-Wirtschaft auszumachen. So hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago im Februar nach dem überraschenden Absturz im Vormonat deutlicher als erwartet erholt. Und die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Februar etwas deutlicher als gedacht aufgehellt.

Auch die bereits vor Handelsbeginn veröffentlichten persönlichen Einkommen stiegen im Januar auf Monatssicht etwas stärker als erwartet. Der Anstieg der persönlichen Ausgaben traf indessen den Ökonomenkonsens.


US-Zehnjahresrendite mit neuem Rekordtief

Auf ihrer Suche nach Sicherheit griffen die Anleger weiter bei Staatsanleihen zu. Die Rendite zehnjähriger Anleihen fiel um 1,8 Basispunkte auf 1,15 Prozent, im Handelsverlauf wurde ein Rekordtief von 1,13 Prozent erreicht.

Am Devisenmarkt erfreuten sich Fluchtwährungen wie der Yen großer Nachfrage. Der Dollar rutschte auf 107,99 Yen ab, nachdem er Anfang der Woche noch über 111 Yen kostete. Der Euro notierte zur US-Währung hingegen fester bei 1,1028 Dollar gegenüber 1,0975 am Donnerstagabend.

Auch Gold, normalerweise ebenfalls Nutznießer von Rezessionsängsten, konnte sich dem Verkaufsdruck nicht entziehen. Die Feinunze ermäßigte sich um 3,8 Prozent auf 1.583 Dollar. Die Commerzbank vermutet Zwangsverkäufe von Anlegern, die anderweitige Verluste kompensieren und Sicherheitsanforderungen (Margin Calls) erfüllen müssen.

Beim Öl ging der Ausverkauf weiter. Die Preise bewegten sich auf Mehrjahrestiefs. Am Markt hatte sich die Überzeugung verfestigt, dass eine Corona-Pandemie die Nachfrage nach Öl einbrechen lässt. Das Barrel US-Rohöl der Sorte WTI verbilligte sich um 3,7 Prozent auf 45,37 Dollar. Die europäische Sorte Brent gab um 3,2 Prozent auf 50,50 Dollar nach.


Beyond Meat brechen ein - Anleger verübeln Quartalsverlust

Daneben wurden einige Einzelwerte auch von Unternehmensmeldungen bewegt und konnten sich der negativen Stimmung teilweise etwas entziehen. Enttäuscht reagierten Anleger auf die Quartalszahlen von Beyond Meat. Der Anbieter von Fleischersatzprodukten hatte das vierte Quartal wider Erwarten mit einem kleinen Verlust abgeschlossen. Außerdem trat Vorstandschef Seth Goldman mit sofortiger Wirkung zurück. Die Aktie brach um 15,5 Prozent ein.

Dell gaben 7,1 Prozent nach. Der Computerbauer hatte zwar mit Umsatz und Gewinn die Erwartungen des Marktes getroffen, bei der Erläuterung der Zahlen aber gesagt, dass die Coronavirus-Epidemie die Nachfrage nach PCs beeinträchtigen könnte.

Cisco wurden 0,3 Prozent niedriger gestellt. Das Unternehmen baut weitere Arbeitsplätze ab, weil es wegen der unsicheren globalen Wirtschaftslage mit einem langsameren Umsatzwachstum rechnet.

Workday stiegen 1,2 Prozent. Das Softwareunternehmen hatte im vierten Quartal besser abgeschnitten als erwartet.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 25.409,36 -1,39 -357,28 -10,96
S&P-500 2.954,22 -0,82 -24,54 -8,56
Nasdaq-Comp. 8.567,37 0,01 0,89 -4,52
Nasdaq-100 8.461,83 0,30 25,17 -3,11

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,90 -16,3 1,06 -30,3
5 Jahre 0,93 -14,3 1,07 -99,3
7 Jahre 1,07 -10,9 1,18 -118,0
10 Jahre 1,15 -10,8 1,26 -129,0
30 Jahre 1,69 -7,8 1,76 -138,2

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:20 Do, 17:20 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1028 +0,23% 1,0996 1,0975 -1,7%
EUR/JPY 119,09 -1,18% 119,83 120,87 -2,3%
EUR/CHF 1,0649 -0,06% 1,0635 1,0656 -1,9%
EUR/GBP 0,8601 +0,77% 0,8543 0,8529 +1,6%
USD/JPY 107,99 -1,42% 108,94 110,14 -0,7%
GBP/USD 1,2821 -0,55% 1,2869 1,2868 -3,3%
USD/CNH (Offshore) 6,9785 -0,43% 7,0127 7,0068 +0,2%
Bitcoin
BTC/USD 8.657,51 -1,51% 8.756,26 8.915,76 +20,1%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 45,37 47,09 -3,7% -1,72 -24,9%
Brent/ICE 50,50 52,18 -3,2% -1,68 -22,7%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.582,59 1.645,10 -3,8% -62,52 +4,3%
Silber (Spot) 16,63 17,80 -6,6% -1,17 -6,8%
Platin (Spot) 855,05 902,85 -5,3% -47,80 -11,4%
Kupfer-Future 2,54 2,57 -1,1% -0,03 -9,1%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/err

END) Dow Jones Newswires

February 28, 2020 16:19 ET ( 21:19 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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