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MÄRKTE USA/Wall Street hakt höhere -2-

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 7 min. | ► Text vorlesen ❚❚ Pause
DJ MÄRKTE USA/Wall Street hakt höhere Inflationsdaten ab

NEW YORK (Dow Jones)Ein unerwartet deutlicher Anstieg der US-Verbraucherpreise hat die Stimmung an der Wall Street nicht nachhaltig belastet. Nach einem kurzen Rücksetzer drehten sie bald in positives Terrain und bauten ihre Gewinne zügig aus.

Zwar sind mit den Daten die Inflationssorgen wieder stärker auf den Radar der Investoren gerückt, verbunden mit der Befürchtung, dass die US-Notenbank eine schnellere Straffung der Geldpolitik vornehmen könnte. Allerdings hätten sich die Anleger nach einer Schrecksekunde rasch wieder darauf besonnen, dass die US-Wirtschaft derzeit gut laufe und die Unternehmen hohe Gewinne erzielten, hieß es aus dem Handel.

Die Zinserhöhungsspekulationen dürften einen Dämpfer von den ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten Einzelhandelsumsätzen erhalten haben, die im Januar wider Erwarten zurückgegangen waren. Das deutet auf ein Nachlassen des für die US-Wirtschaft so wichtigen privaten Konsums hin und könnte die Fed auf ihrem Straffungskurs bremsen. Bislang werden vom Markt drei Zinsschritte für dieses Jahr erwartet.

Der Dow-Jones-Index stieg um 1,0 Prozent auf 24.893 Punkte. Für den S&P-500 ging es um 1,3 Prozent nach oben und der Nasdaq-Composite erhöhte sich um 1,9 Prozent. Banken- und Finanzwerte führten die Kursgewinner mit Aufschlägen von durchschnittlich 2,5 und 2,3 Prozent an. Die Finanzbrache gilt als Nutznießer höherer Zinsen.

Umgesetzt wurden 929 (Dienstag: 801) Millionen Aktien. Dabei standen den 2.079 Kursgewinnern 934 -verlierer gegenüber. Unverändert gingen 75 Titel aus dem Handel.

Die Verbraucherpreise stiegen im Januar um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat, während Ökonomen nur mit einem Anstieg von 0,4 Prozent gerechnet hatten. Dadurch ergab sich eine Jahresteuerung von 2,1 (Vormonat: 2,1) Prozent. Volkswirte hatten hier einen Rückgang auf 1,9 Prozent erwartet. Die US-Notenbank peilt eine Inflationsrate von rund 2 Prozent an. In der Kernrate, die die besonders volatilen Preise für Energie und Lebensmittel außen vor lässt, stiegen die Preise um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Volkswirte hatten hier 0,2 Prozent erwartet. Die Jahresteuerung betrug wie im Vormonat 1,8 Prozent. Die Prognose hatte auf 1,7 Prozent gelautet.



Analysten wollen Daten nicht überbewerten


Ursächlich für die Teuerung waren vor allem höhere Preise für Kraftstoffe und Bekleidung sowie höhere Mieten. Das seien aber keine Faktoren, die die Inflation langfristig nach oben trieben, erklärte Steven Chiavarone von Federated Investors die positive Reaktion der Aktienmärkte auf die Daten. Und Jeff Carbone von Cornerstone Financial Partners kommentierte: "Der Inflationsdruck hat zugenommen, ist aber noch nicht außer Kontrolle geraten." Carbone hält es nach den Daten für durchaus möglich, dass die Fed in diesem Jahr sogar vier statt drei Zinserhöhungen vornimmt. Aber das dürften die Märkte verkraften, auch dank der umfangreichen Wirtschaftsstimuli, die zu erwarten seien, sagte er in Anspielung auf das Infrastrukturprogramm, das US-Präsident Trump plant.

Analysten wollten auch nicht zuviel in die Einzelhandelsumsätze hineininterpretieren, die im Januar entgegen der Prognose gesunken waren. Sie dürften saisonbedingt verzerrt sein, hieß es. Die Handelsunternehmen hatten 0,3 Prozent weniger Geld in den Kassen als noch im Vormonat. Das ist der größte Rückgang seit elf Monaten. Volkswirte hatten dagegen im Konsens mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Die Realeinkommen in den USA sind im Januar gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent gefallen. Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, war im Dezember ein Anstieg um 0,2 Prozent zu verzeichnen.

Mehrere Banken senkten gleichwohl aufgrund der Einzelhandelsdaten schon ihre Prognosen für das US-Wirtschaftswachstum im ersten Quartal. Morgan Stanley sieht das annualisierte Wachstum im Quartal nun nur noch bei 2,9 statt 3,3 Prozent. Barclays und IHS haben ihre Schätzungen auf jeweils 2,3 von 2,5 Prozent gesenkt, und Bank of America-Merrill Lynch hat ihre Prognose auf plus 2,0 von plus 2,3 Prozent zurückgenommen.

Daneben wurden noch die Lagerbestände für Dezember veröffentlicht. Sie stiegen um 0,4 Prozent, Volkswirte hatten den Anstieg auf 0,3 Prozent geschätzt.



Dollar kann Gewinne nach US-Daten nicht halten - Euro steigt über 1,24 USD


Der Dollar reagierte zunächst mit einem Satz nach oben auf die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten. Im Gegenzug rutschte die Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief bei 1,2276 Dollar. Die Erholung des Dollar war allerdings kurzlebig. Der Euro zog rasch wieder an und stieg über 1,24 Dollar. Im späten US-Handel notierte er bei gut 1,2460 Dollar. Vor Veröffentlichung der Daten kostete er 1,2345 Dollar. Devisenstratege Viraj Patel von ING vermutete, dass es die Kombination aus stärkerer Inflation und schwächeren Einzelhandelsumsätzen war, die den Dollar wieder zurückwarfen. Die Datenlage könnte ein Hinweis sein, dass sich der US-Konjunkturaufschwung schon in einem späten Stadium befinde.

Der Goldpreis rutschte zwischenzeitlich ins Minus und markierte bei 1.318 Dollar ein Tagestief. Bald drehte das Edelmetall jedoch ins Plus. Gold ist ein beliebter Inflationsschutz und profitierte damit von der stärkeren Teuerung. Der schwächere Dollar gab zusätzlichen Rückenwind. Im späten Handel zeigte sich die Feinunze 1,7 Prozent höher bei 1.352 Dollar. Vor der Bekanntgabe der Inflationsdaten hatte Gold bei 1.331 Dollar notiert.

Auch am Anleihemarkt war eine deutliche Reaktion auszumachen. Anleger trennten sich von Anleihen, weil eine höhere Inflation deren Renditen auffressen könnte. Die Zehnjahresrendite zog kräftig an und legte um 8 Basispunkte auf 2,91 Prozent zu. Zuvor hatte sie um 1 Basispunkt auf 2,82 Prozent nachgegeben.

Die Ölpreise erholten sich, nachdem die wöchentlichen US-Lagerbestandsdaten mit einem Plus von 1,84 Millionen Barrel eine geringere Zunahme als erwartet gezeigt hatten. Analysten prognostizierten im Schnitt ein Plus von 2,6 Millionen Barrel. Am Dienstagabend hatte das private American Petroleum Institute (API) einen Anstieg von 3,9 Millionen Barrel vermeldet. Unterstützung erhielt der Ölmarkt auch vom saudi-arabischen Ölminister: Die Opec werde bis Ende des Jahres an den vereinbarten Förderkürzungen festhalten, sagte Khalid al-Falih. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 2,4 Prozent auf 60,60 Dollar. Für Brent ging es um 2,6 Prozent auf 64,36 Dollar nach oben.



Groupon-Aktie steht nach Zahlenvorlage unter Druck


Der Gutscheinvermittler Groupon hat im vierten Quartal zwar schwarze Zahlen geschrieben. Die Gewinnerwartungen hat das Unternehmen aber verfehlt. Im laufenden Jahr erwartet Groupon einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 260 bis 270 Millionen Dollar. Der Factset-Analystenkonsens lautet aktuell auf 277 Millionen Dollar. Die Aktie brach um 9,4 Prozent ein.

Für die Titel des chinesischen Internetriesen Baidu ging es um 4,6 Prozent nach oben. Mit den Geschäftszahlen wurden die Markterwartungen für das vierte Quartal übertroffen. Sowohl Umsatz als auch bereinigtes Ergebnis lagen über den Schätzungen der Analysten. Auch Uhrenhersteller Fossil hatte mit seinen Zahlen positiv überrascht, was die Aktie um über 89 Prozent nach oben trieb.

Chipotle Mexican Grill sprangen um 15,4 Prozent nach oben. Die mit zahlreichen Problemen kämpfende Restaurantkette hat einen Fast-Food-Experten mit reichlich Branchenerfahrung bei der Konkurrenz abgeworben: Brian Niccol, bislang CEO der Kette Taco Bell, wird neuer Chef von Chipotle. Niccol soll Chipotle dabei helfen, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen, die den Restaurants der Kette fernbleiben, seit sich im Jahr 2015 mehrere Gäste dort mit Kolibakterien infizierten.

Nach Handelsschluss sollte noch Cisco die Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen. Hier waren die Anleger wohl zuversichtlich, dass der Netzwerkausrüster nach einer mehr als zweijährigen Durststrecke wieder auf den Wachstumspfad gefunden haben könnte. Die Papiere zeigten sich 2,1 Prozent höher.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 24.893,49 1,03 253,04 0,70
S&P-500 2.698,63 1,34 35,69 0,94
Nasdaq-Comp. 7.143,62 1,86 130,11 3,48
Nasdaq-100 6.675,03 1,85 121,17 4,36

US-Anleihen
Laufzeit Akt. Rendite Bp zu Vortag Rendite Vortag +/-Bp YTD
2 Jahre 2,17 5,8 2,11 96,6
5 Jahre 2,64 10,0 2,54 71,6
7 Jahre 2,84 9,9 2,74 59,1
10 Jahre 2,91 8,0 2,83 46,4
30 Jahre 3,17 6,3 3,11 10,8

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8.06 Uhr Di, 17:14 Uhr % YTD
EUR/USD 1,2462 +0,91% 1,2374 1,2365 +3,7%
EUR/JPY 133,32 +0,11% 132,67 132,85 -1,5%
EUR/CHF 1,1582 +0,27% 1,1543 1,1541 -1,1%
EUR/GBP 0,8895 +0,01% 0,8903 1,1236 +0,1%
USD/JPY 106,99 -0,78% 107,22 107,49 -5,0%
GBP/USD 1,4011 +0,91% 1,3897 1,3897 +3,7%
Bitcoin
BTC/USD 9.248,88 +8,16% 8.813,87 8.655,75 -35,61

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

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February 14, 2018 16:11 ET ( 21:11 GMT)


WTI/Nymex 60,70 59,19 +2,6% 1,51 +0,4%
Brent/ICE 64,31 62,72 +2,5% 1,59 -2,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.351,55 1.329,16 +1,7% +22,39 +3,7%
Silber (Spot) 16,88 16,58 +1,8% +0,30 -0,3%
Platin (Spot) 997,80 975,00 +2,3% +22,80 +7,4%
Kupfer-Future 3,23 3,16 +2,2% +0,07 -2,0%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln

END) Dow Jones Newswires

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