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MÄRKTE USA/Wall Street mit Abgaben erwartet

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Thomas Rossmann

NEW YORK (Dow Jones)Mit leichten Abgaben dürfte die Wall Street in den letzten Handelstag der Woche starten. Die weiter fallenden Ölpreise spiegeln dabei die zunehmenden Konjunktursorgen wider. Die US-Notenbank hält allerdings Zinskurs, eine weitere Anhebung im Dezember bleibt auch nach der Sitzung am Donnerstag wahrscheinlich. Es wäre bereits die vierte Erhöhung in diesem Jahr. Die Fed zeichnete ein sehr positives Bild der US-Wirtschaft. Dazu kommt der weiter schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China, in dem sich keine Lösung abzeichnet. Der Future auf den S&P-500 verliert aktuell 0,6 Prozent.

Die große Frage ist, wie weit die US-Währungshüter glauben, die Zinsen noch erhöhen zu müssen. Die US-Wirtschaft wächst derzeit schneller, als die Fed es langfristig für nachhaltig hält. In der Theorie könnte das zu einer Belebung der Inflation führen, aber im Moment sieht diese stabil aus, nahe dem von der Fed ausgegebenen Ziel von 2 Prozent. "Die geldpolitische Lagebeurteilung bleibt dezidiert optimistisch für die konjunkturelle Entwicklung, ohne jedoch Überhitzungsgefahren zu thematisieren", merkt dazu LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert an.

Die US-Erzeugerpreise sind im Oktober überraschend stark gestiegen: mit 0,6 Prozent doppelt so hoch wie erwartet. In der Kernrate lag das Plus bei 0,5 (Prognose: 0,2) Prozent. Eine größere Reaktion bleibt jedoch aus. Weitere Zinsschritte seien schon eingepreist, so ein Händler. Die Fed habe den Markt erst am Donnerstag wieder darauf vorbereitet. Eine halbe Stunde nach Handelsbeginn folgt der Index der Verbraucherstimmung der Uni Michigan für November. Hier wird mit einem Rückgang auf 97,0 nach zuvor 98,6 gerechnet.



Ölpreise bleiben unter Druck


Die Ölpreise stehen auch zum Wochenausklang unter Abgabedruck. Neben dem weiter festen Dollar gibt es die Sorge vor einem Überangebot. Die Blicke sind auf das Opec-Treffen am Wochenende gerichtet, nachdem es zuletzt Berichte gegeben hatte, dass Saudi-Arabien und Russland offenbar über Fördersenkungen im kommenden Jahr sprechen wollen. Dazu kommt die weiterhin auf Rekordniveau liegende US-Förderung. WTI ist in der Folge unter die Marke von 60 Dollar gefallen, Brent hat das Niveau von 70 Dollar unterschritten. Aktuell verliert WTI 1,8 Prozent auf 59,60 Dollar, Brent gibt um 1,3 Prozent auf 69,72 Dollar nach.

Daher dürfte es für die Öl- und Energiewerte weiter runter gehen. So fallen die Aktien von Exxon Mobil und Chevron vorbörslich um 1,7 bzw. 1,0 Prozent, nachdem sie bereits am Vortag mit deutlicheren Abgaben geschlossen hatten. Auch die Caterpillar-Aktie, am Vortag schwächster Wert im Dow, dürfte weiter nachgeben und verliert 1,1 Prozent. Der Wert gilt als konjunktursensitiv.



Dollar zeigt sich weiter fest


Der Dollar baut zum Wochenausklang seine Gewinne noch leicht aus. Der Euro notiert aktuell bei 1,1344 Dollar und damit in der Nähe seines Tagestiefs. Am Vortag hatte er im Hoch noch über 1,14 Dollar gelegen.

Die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen in den USA lasten auf dem Goldpreis. Dies reduziert die Attraktivität des zinslosen Edelmetalls. Die Feinunze verliert 1,0 Prozent auf 1.212 Dollar.

Für die US-Anleihen geht es leicht nach oben. Hier stützen die Konjunktursorgen das Sentiment, heißt es. Die Rendite zehnjähriger Papiere fällt um 1,8 Basispunkte auf 3,22 Prozent.



Walt Disney nach Zahlen gesucht


Unter den Einzelwerten gewinnen Walt Disney 1,3 Prozent. Der Unterhaltungskonzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr dank eines guten vierten Quartals bei Umsatz und Ergebnis einen Rekord erreicht. Vor allem die starken Segmente Parks und Resorts sowie Studio-Entertainment trugen zu den guten Zahlen bei.

Yelp brechen dagegen um 31,3 Prozent ein, nachdem die Online-Bewertungsseite enttäuschende Umsatzzahlen für das dritte Quartal vermeldet hat. Zudem hatte der CEO angekündigt, dass die Schwäche auch im vierten Quartal andauern werde. Der Autovermieter Hertz hatte Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt, welche die Markterwartungen übertroffen haben. Die Aktie gewinnt 15 Prozent.



US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 2,95 -2,0 2,97 175,1
5 Jahre 3,08 -1,2 3,09 115,4
7 Jahre 3,15 -2,0 3,17 90,2
10 Jahre 3,22 -1,8 3,24 77,4
30 Jahre 3,42 -0,9 3,43 35,7

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 7:47 Uhr Do, 17.09 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1344 -0,18% 1,1349 1,1418 -5,6%
EUR/JPY 129,21 -0,30% 129,31 129,99 -4,5%
EUR/CHF 1,1421 -0,10% 1,1436 1,1456 -2,5%
EUR/GBP 0,8712 +0,17% 0,8703 0,8708 -2,0%
USD/JPY 113,91 -0,12% 113,92 113,84 +1,1%
GBP/USD 1,3020 -0,34% 1,3043 1,3111 -3,7%
Bitcoin
BTC/USD 6.399,12 -1,0% 6.438,59 6.481,87 -53,1%

ANLEIHERENDITEN aktuell Vortag YTD absolut
Deutschland 2 J. -0,60 -0,58 0,01
Deutschland 10 J. 0,43 0,46 0,00
USA 2 Jahre 2,95 2,97 1,06
USA 10 Jahre 3,22 3,24 0,81
Japan 2 Jahre -0,14 -0,14 0,00
Japan 10 Jahre 0,12 0,12 0,07

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 59,60 60,67 -1,8% -1,07 +2,6%
Brent/ICE 69,72 70,65 -1,3% -0,93 +10,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.211,90 1.223,75 -1,0% -11,85 -7,0%
Silber (Spot) 14,23 14,45 -1,5% -0,22 -16,0%
Platin (Spot) 858,60 866,00 -0,9% -7,40 -7,6%
Kupfer-Future 2,70 2,74 -1,4% -0,04 -19,5%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/ros/smh

END) Dow Jones Newswires

November 09, 2018 09:04 ET ( 14:04 GMT)

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