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MÄRKTE USA/Wall Street mit neuen Virussorgen im Minus

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Florian Faust

NEW York (Dow Jones)An der Wall Street sinken am Donnerstag die Kurse. Allerdings fallen die Abschläge nicht ganz so deutlich aus, wie es der Terminmarkt vorbörslich suggeriert hat. Dennoch könnten die Mahner des Vortages recht behalten, die die Hausse mit Allzeithochs als übertrieben charakterisiert hatten. Vielerorts wurde bezweifelt, dass der Höhepunkt der Virusepidemie in China bereits überschritten sei. So hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor verfrühten Prognosen über ein Ende der Epidemie eindringlich gewarnt.

Nun meldet China eine starke Zunahme der Fallzahlen bei Neuerkrankungen in der Provinz Hubei, dem Epizentrum der Epidemie, um mehr als 14.000 an einem einzigen Tag, basierend allerdings auf einer ausgeweiteten Diagnosemethode. Sie wecken aufs Neue das Misstrauen gegenüber den chinesischen Angaben. Eine Verzehnfachung bei den Neuinfizierten befeuert zudem die wirtschaftlichen Sorgen. Die Deutsche Bank beziffert die mögliche Wachstumsbremse mit bis zu 2 Prozentpunkten beim China-BIP im ersten Quartal.

Auch wenn die Fallzahlen in den USA mit 14 niedrig sind: das US-BIP-Wachstum könnte im ersten Quartal um 0,5 Prozentpunkte wegen wegbrechender Exporte nach China und eines Einbruchs des Tourismus gedrückt werden, sagen die Volkswirte von Goldman Sachs. Der Dow-Jones-Index sinkt im frühen Geschäft um 0,4 Prozent auf 29.440 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite verlieren 0,3 bzw. 0,4 Prozent. "Die neuen Zahlen lassen Sorgen rund um die Dynamik der Coronavirus-Epidemie wieder aufleben", sagt Marktstratege James McCormick von NatWest Markets. Die US-Daten zur Inflation im Januar und zur wöchentlichen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt interessieren wegen des beherrschenden Virusthemas kaum, zumal die Daten wenig Überraschendes boten.


Ölpreiserholung setzt wieder ein

Am Ölmarkt schien die Preisrally der vergangenen Tage zunächst passe, doch nun drehen die Preise ins Plus. So richtig erklären können Händler dies nicht. Denn von Entspannung um das Coronavirus könne keine Rede sein, heißt es. Die Internationale Energie-Agentur hat die Wachstumsprognose für die globale Erdölnachfrage wegen der Epidemie in China auf das niedrigste Niveau seit 2011 gesenkt. Der Preis für ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI verteuert sich um 0,9 Prozent auf 51,60 Dollar, europäisches Referenzöl der Sorte Brent um 0,7 Prozent auf 56,18 Dollar.

Die Nachfrage nach vermeintlich "sicheren Anlagen" zieht mit der veränderten Großwetterlage in China wieder an. Der Goldpreis steigt um 0,5 Prozent auf 1.574 Dollar. Auf Euro-Basis notiert das Edelmetall auf Allzeithoch.

Auch die Notierungen am US-Rentenmarkt steigen nach der jüngsten Schwächephase wieder, im Gegenzug fällt die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um 1,7 Basispunkte auf 1,62 Prozent.

Am Devisenmarkt profitiert der Yen von seiner Reputation als Fluchtwährung in Krisenzeiten. Der ICE-Dollarindex verliert 0,1 Prozent. Die Euro-Schwäche des Vortages hält indes an. Die Gemeinschaftswährung sinkt auf den niedrigsten Stand seit Mai 2017. Im Handel werden erneut die zuletzt schwachen Daten aus Eurozone bemüht. Zudem befürchten Händler, dass gerade die deutsche Exportwirtschaft anfällig für die Auswirkungen der Virusepidemie sein könnte - und dies vor dem Hintergrund der schwierigen innenpolitischen Lage mit der Krise der Regierungspartei CDU. Der Euro sinkt auf 1,0856 Dollar nach einem Vortageshoch bei 1,0926.


Tesla überrascht mit Kapitalerhöhung

Unter den Einzelaktien bestimmt indes die Berichtssaison die Kursfindung entscheidend mit: Eine schwache Nachfrage hat dem Netzwerkausrüster Cisco im zweiten Geschäftsquartal einen Umsatzrückgang beschert. Auch für das laufende dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit sinkenden Erlösen. Die Aktie fällt um 6,2 Prozent.

Alibaba hat im dritten Geschäftsquartal den Umsatz stärker gesteigert als am Markt erwartet. Auch der Gewinn sieht besser aus. Allerdings wird der chinesische Online-Einzelhandelsriese von den Vorgängen in China belastet, die ADS in den USA geben 1,7 Prozent nach.

Der Getränke- und Snackanbieter Pepsico hat im vierten Quartal aufgrund eines Steuereffekts im Vorjahr einen kräftigen Gewinnrückgang verzeichnet, auf bereinigter Basis jedoch die Erwartungen knapp übertroffen. Die Titel verlieren 1,6 Prozent an.

Der Elektroautobauer Tesla nutzt die Gunst der Stunde mit seiner extrem hohen Bewertung und verschafft sich frisches Kapital. Das Unternehmen will über eine Kapitalerhöhung rund 2 Milliarden US-Dollar erlösen. Die Titel geben 1,5 Prozent nach - auch belastet von einer Rückrufaktion. Vorbörslich war das Minus deutlich höher gewesen.

Caterpillar steigen um 0,2 Prozent. Goldman Sachs hat die Titel auf "Kaufen" hochgestuft. Mit einem Anstieg um 3,3 Prozent reagiert die Aktie von Applied Materials auf die Erstquartalszahlen des Chipausrüsters. Diese haben die Erwartungen übertroffen, auch der Ausblick überrascht positiv. Enttäuscht reagieren Anleger auf Zahlen und Ausblick von International Flavors & Fragrances (IFF). Überdies räumte IFF ein, dass Mitglieder des Managements der 2018 übernommenen Frutarom von Schmiergeldzahlungen in Russland und der Ukraine gewusst hätten. Die Aktie des Aromen- und Duftstoffherstellers verliert 4,6 Prozent.

Um 17,6 Prozent bricht die Aktie des Solarenergieunternehmens Sunpower Corporation ein. Umsatz und Gewinn haben im vierten Quartal unter den Konsensschätzungen gelegen. Bloom Energy stürzen um 12,4 Prozent ab. Das Unternehmen muss wegen eines Bilanzierungsfehlers die Zahlenausweise für die Jahre ab 2016 korrigieren.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 29.440,18 -0,38 -111,24 3,16
S&P-500 3.369,95 -0,28 -9,50 4,31
Nasdaq-Comp. 9.686,65 -0,40 -39,32 7,96
Nasdaq-100 9.569,91 -0,45 -43,29 9,58

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,43 -0,8 1,44 23,0
5 Jahre 1,43 -1,6 1,45 -49,2
7 Jahre 1,53 -1,7 1,55 -71,3
10 Jahre 1,62 -1,9 1,64 -82,8
30 Jahre 2,08 -1,1 2,09 -98,8

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:36 Mi, 17:58 % YTD
EUR/USD 1,0855 -0,16% 1,0877 1,0891 -3,2%
EUR/JPY 119,23 -0,37% 119,47 119,80 -2,2%
EUR/CHF 1,0621 -0,14% 1,0628 1,0640 -2,2%
EUR/GBP 0,8322 -0,80% 0,8393 0,8394 -1,7%
USD/JPY 109,83 -0,23% 109,84 110,00 +1,0%
GBP/USD 1,3043 +0,65% 1,2960 1,2975 -1,6%
USD/CNH (Offshore) 6,9802 +0,08% 6,9821 6,9732 +0,2%
Bitcoin
BTC/USD 10.252,01 -1,07% 10.440,50 10.376,00 +42,2%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 51,66 51,17 +1,0% 0,49 -15,0%
Brent/ICE 56,33 55,79 +1,0% 0,54 -13,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.573,32 1.565,90 +0,5% +7,42 +3,7%
Silber (Spot) 17,67 17,50 +1,0% +0,17 -1,0%
Platin (Spot) 967,90 963,25 +0,5% +4,65 +0,3%
Kupfer-Future 2,62 2,60 +0,6% +0,02 -6,5%


Kontakt zum Autor: florian.faust@wsj.com

DJG/DJN/flf/raz

END) Dow Jones Newswires

February 13, 2020 10:06 ET ( 15:06 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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