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MÄRKTE USA/Wall Street mit Sorge vor neuem Handelskonflikt im Minus

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Florian Faust

NEW YORK (Dow Jones)Mit Abgaben präsentiert sich die Wall Street am Dienstag. Händler verweisen auf gleich mehrere Belastungsfaktoren, heben einen jedoch heraus: Der Handelskonflikt zwischen China und den USA ist noch immer nicht ausgestanden, da deutet sich bereits der nächste Handelsstreit an. Im Streit um Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus haben die USA den Europäern Strafzölle angedroht. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer erklärte, die europäischen Staatsbeihilfen für Airbus würden den USA einen Schaden von jährlich elf Milliarden Dollar zufügen. Er veröffentlichte eine Liste mit europäischen Produkten, die mit Strafzöllen belegt werden könnten. Die EU-Kommission hat die von den USA im Streit um Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus angedrohten Strafzölle als übertrieben bezeichnet.

Die Zollbedrohung ist wahrscheinlich das, was die Märkte heute negativ bewegt", sagt Marktstrategin Karen Cavanaugh von Voya Investment Management. Sie räumt allerdings ein, dass die diskutierten Tarife relativ niedrig seien. Gegen Mittag US-Ostküstenzeit verliert der Dow-Jones-Index 0,5 Prozent auf 26.206 Punkte. Der S&P-500, der zuletzt acht Handelstage in Folge zugelegt hat, reduziert sich um 0,3 Prozent. Der Nasdaq-Composite gibt um 0,1 Prozent nach.

Doch gibt es auch andere Gründe, warum Anleger aktuell nicht zu Aktien greifen - allen voran das näherrückende Finale im Brexit-Drama. So findet am Mittwoch der Brexit-Gipfel statt, auf dem über eine Verlängerung für den Austritt Großbritanniens aus der EU entschieden werden soll. Kommt es zu keiner Verlängerung, droht schon am Freitag ein harter Brexit - mit nicht absehbaren Folgen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat zudem seine Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft und große europäische Volkswirtschaften im laufenden Jahr gesenkt.

Für Zurückhaltung sorgt auch das am Mittwochabend erwartete Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung. Und schließlich steht die US-Berichtssaison für das erste Quartal ins Haus. Am Freitag werden JP Morgan und Wells Fargo ihre Ergebnisse veröffentlichen. Am Montag folgen dann Goldman Sachs und die Citigroup.



Boeing-Aktie stabilisiert sich


Unter den Einzelwerten bleibt die Boeing-Aktie im Fokus des Interesses. Nach dem Kurseinbruch um über 4 Prozent am Vortag, der vor allem den Dow-Jones-Index belastet hatte, verlieren die Papiere weitere 1,3 Prozent. Das Unternehmen hatte zuletzt Produktionskürzungen angekündigt, um auf den Auslieferungsstopp bei Maschinen des Typs 737 MAX zu reagieren, die nach zwei Abstürzen mit einem Flugverbot belegt sind.

Die Apple-Aktie erhöht sich um 1,0 Prozent auf 202,12 Dollar und profitiert damit von einem positiven Analysten-Kommentar. Wedbush hat das Kursziel für die Aktie auf 225 von zuvor 215 Dollar angehoben. Die Einstufung "Outperform" wurde bestätigt. Die Pentair-Aktie bricht um 14,8 Prozent ein, nachdem der Mischkonzern mit den vorläufigen Geschäftszahlen für das erste Quartal die eigenen Erwartungen verfehlt hat. Außerdem senkte Pentair die Jahresziele.

Die Alcon-Aktie hat ihren Einstand an der Wall Street mit einem ersten Kurs von 57,95 Dollar gegeben. Aktuell liegt dieser bei 58,08 Dollar. Die vom Pharmakonzern Novartis abgespaltene Augenheilkundesparte hat am Dienstag auch ihr Börsendebüt am Schweizer Aktienmarkt gegeben.

Wynn Resorts geben 2,9 Prozent ab, der Hotelbetreiber hat die gerade erst angekündigten Gespräche zur Übernahme der australischen Crown Resorts wieder abgeblasen. Laut einem Bericht bereitet die Software-Gesellschaft Avaya Holdings ihren eigenen Verkauf vor, die Titel ziehen um 3,9 Prozent an. American Airlines sinken um 2,1 Prozent, nachdem die Fluggesellschaft ihre Prognose für die erste Periode gekappt hat.



Ölpreise fallen nach Jahreshochs


Die Ölpreise steigen am Dienstag auf neue Jahreshochs, zeigen sich aktuell allerdings mit leichten Abgaben. Übergeordnet stützt weiter der Konflikt in Libyen. Es wird damit gerechnet, dass ein wichtiger Ölverladehafen geschlossen werden könnte. Weitere Impulse dürften die Förderdaten und Nachfrageerwartungen der Opec und der Internationalen Energieagentur liefern. Sie werden am Mittwoch bzw. Donnerstag erwartet. Am Abend werden US-Lagerbestandsdaten des privaten American Petroleum Institute (API) veröffentlicht, Händler gehen von einem Lageraufbau aus. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fällt um 0,6 Prozent auf 64,03 Dollar, für Brent geht es um 0,5 Prozent auf 70,76 Dollar nach unten.

Am Devisenmarkt bleibt der Dollar unter Druck. Der ICE-Dollarindex verliert weitere 0,2 Prozent auf das niedrigste Niveau seit rund zwei Wochen. Händler tun sich mit Erklärungen für die Dollar-Schwäche schwer. Der Euro zeigt sich etwas fester gegenüber dem Vortag bei 1,1276 Dollar. Die angedrohten Strafzölle aus den USA gegen Europa kommen nach Ansicht der Commerzbank zur Unzeit. Schließlich flaue die Konjunktur im Euroraum ohnehin bereits ab. Jeglicher Gegenwind trübte die Aussichten auf eine schnelle Erholung weiter und befeuerte Spekulationen auf neue Maßnahmen der EZB. Für den Euro bleibe das Umfeld somit schwierig.

Der Goldpreis kann sich mit den andauernden globalen Unsicherheiten weiter über der Marke von 1.300 Dollar behaupten. "Ein moderater Dollar-Rückgang in Verbindung mit der Konsolidierung an den Aktienmärkten stützen die Nachfrage", so Carlo Alberto De Casa, Chefanalyst von Activ-Trades. Der Preis für die Feinunze steigt um 0,6 Prozent auf 1.305 Dollar.

Die US-Anleihen legen mit den anhaltenden globalen Unsicherheitsfaktoren deutlicher zu. Die Rendite zehnjähriger Papiere reduziert sich um 4,3 Basispunkte auf 2,49 Prozent. Im Handel ist zu vernehmen, dass nach einer Emission in Saudi-Arabien nun typischerweise wieder US-Renten gekauft würden. Zudem wird auf drei im Verlauf der Woche anstehende Auktionen von US-Staatsanleihen geschaut. In einer ersten Emission werden am Dienstag dreijährige Papiere im Volumen von 38 Milliarden Dollar begeben.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 26.206,05 -0,51 -134,97 12,34
S&P-500 2.885,97 -0,34 -9,80 15,12
Nasdaq-Comp. 7.943,33 -0,13 -10,56 19,71
Nasdaq-100 7.593,93 -0,08 -5,81 19,97

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 2,33 -3,3 2,36 112,5
5 Jahre 2,30 -2,7 2,32 37,3
7 Jahre 2,39 -3,7 2,42 13,8
10 Jahre 2,49 -4,3 2,53 4,2
30 Jahre 2,90 -3,0 2,93 -17,0

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 9:00 Mo, 17:08 % YTD
EUR/USD 1,1276 +0,13% 1,1258 1,1263 -1,6%
EUR/JPY 125,29 -0,20% 125,37 125,57 -0,4%
EUR/CHF 1,1274 +0,18% 1,1248 1,1253 +0,2%
EUR/GBP 0,8649 +0,34% 0,8609 0,8633 -3,9%
USD/JPY 111,12 -0,33% 111,35 111,49 +1,4%
GBP/USD 1,3036 -0,21% 1,3077 1,3047 +2,1%
Bitcoin
BTC/USD 5.224,01 -0,99% 5.232,75 5.237,49 +40,5%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 64,06 64,40 -0,5% -0,34 +37,7%
Brent/ICE 70,80 71,10 -0,4% -0,30 +28,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.305,23 1.297,42 +0,6% +7,81 +1,8%
Silber (Spot) 15,28 15,26 +0,2% +0,02 -1,4%
Platin (Spot) 898,88 909,00 -1,1% -10,12 +12,9%
Kupfer-Future 2,94 2,93 +0,2% +0,01 +11,4%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/ros

END) Dow Jones Newswires

April 09, 2019 12:35 ET ( 16:35 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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