DAX®13.848,35+0,44%TecDAX®3.271,44+0,28%Dow Jones 3030.814,26-0,57%Nasdaq 10012.803,93-0,73%
finanztreff.de

MÄRKTE USA/Wall Street nach Rekordjagd mit Verschnaufpause

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Florian Faust

NEW YORK (Dow Jones)Nach der Rekordjagd des Vortages hat die Wall Street zur Wochenmitte eine Verschnaufpause eingelegt. Im Vorfeld des Feiertages "Thanksgiving" am Donnerstag und dem verkürzten Handel am Freitag sprachen Händler von Gewinnmitnahmen und Zurückhaltung vor dem langen Wochenende. Denn viele Marktteilnehmer kehren am "Black Friday" nicht an den Markt zurück, sondern kaufen Weihnachtsgeschenke. Die anhaltende Hoffnung auf eine baldige Verfügbarkeit von Coronavirus-Impfstoffen und der nun in geregelten Bahnen verlaufende Übergabeprozess im Weißen Haus an Wahlsieger Joe Biden hatten den Dow-Jones-Index am Vortag erstmals über die Marke von 30.000 Punkte getragen.

Zudem wurde die Aussicht auf eine mittelfristige Erholung der Wirtschaft von den kurzfristig mauen Aussichten getrübt. Die Krankenhauseinweisungen in den USA erreichten den 15. Tag in Folge Rekordniveau. Dies zeige das Ausmaß der Corona-Krise in den USA, hieß es im Handel. "Wir sind sicherlich in einer viel optimistischeren Position als noch vor einigen Wochen. Der Markt versucht, zwischen den kurzfristigen Aussichten einer Winterwelle von Covid-Fällen und den aufgrund der Impfstoffe mittelfristig positiveren Aussichten auszubalancieren. Doch die mittelfristigen Aussichten sind weiter mit Unsicherheiten behaftet", sagte Chefstrategin Seema Shah von Principal Global Investors. Der Dow-Jones-Index verlor 0,6 Prozent auf 29.872 Punkte. Für den S&P-500 ging es um 0,2 Prozent nach unten, der Nasdaq-Composite gewann dagegen 0,5 Prozent. Nach ersten Angaben gab es an der Nyse 1.328 (Dienstag: 2.373) Kursgewinner, 1.758 (781) -verlierer und 112 (52) unveränderte Aktien.


US-Daten liefern uneinheitliches Bild

Wie es um die Konjunktur aktuell bestellt ist, blieb unklar, denn die US-Konjunkturdaten lieferten kein einheitliches Bild. So war der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter für Oktober stärker gestiegen als erwartet. Das US-BIP wuchs im dritten Quartal in zweiter Lesung um 33,1 Prozent und hatte sich damit von einem Großteil der Pandemieverluste erholt. Die erste Schätzung wurde damit - wie von Ökonomen erwartet - bestätigt. Dagegen war die wöchentliche Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erneut geklettert, obwohl Volkswirte einen Rückgang vorhergesagt hatten.

Kein Wunder, dass sich daher die Stimmung der US-Verbraucher im November abgeschwächt hatte. Der an der Universität Michigan berechnete Index für die Verbraucherstimmung sank etwas deutlicher als vorhergesagt. Untermauert wurden die mäßige Konsumneigung von im Oktober gesunkenen Einkommen. Die Konsumausgaben stiegen allerdings. Das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank lieferte keine Impulse.


Ölpreis-Hausse hält an

Die Rally am Ölmarkt setzte sich mit gesunkenen US-Vorräten fort, die Preise markierten erneut Achtmonatshochs. Die Rohöllagerbestände in den USA hatten sich in der Woche zum 20. November verringert, obwohl Analysten eine Stagnation vorausgesagt hatten. Daten zeigten zudem, dass in den USA vor den Feiertagen die Reisetätigkeit insbesondere in der Luft und damit die Kraftstoffnachfrage zulegt. Außerdem setzten Anleger auf eine Verlängerung der Förderkürzungen durch das Erdölkartell Opec. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 1,8 Prozent auf 45,71 Dollar, europäisches Referenzöl der Sorte Brent legte um 1,6 Prozent auf 48,61 Dollar zu.

Am Devisenmarkt sank der ICE-Dollarindex um 0,2 Prozent. Der Euro notierte bei 1,1923 Dollar und hatte im Verlauf bei 1,1930 Dollar ein Zwölfwochenhoch markiert. Währungshüter der Federal Reserve haben sich seit einiger Zeit gegen die Idee gewehrt, dass negative Zinssätze einen Platz im Instrumentenkasten der Zentralbank haben. John Williams, der Chef der New Yorker Fed und einer der wichtigsten geldpolitischen Entscheidungsträger, schien nun davon ein paar Schritte abzurücken. Zudem zeigte das Sitzungsprotokoll der Fed, dass die Notenbanker erörtert hatten, wie sie die Wirtschaft stärker unterstützen könnten.

Der Goldpreis stabilisierte sich nach seiner Talfahrt auf den niedrigsten Stand seit vier Monaten. Die Marke von 1.800 Dollar konnte behauptet werden. Investoren schichteten mit den Impfstoff-Hoffnungen nun verstärkt in Aktien um, hieß es. Doch mit der Aussicht auf weitere geldpolitische Maßnahmen der US-Notenbank dürfte Gold als Inflationsschutz weiter gesucht bleiben, ergänzte ein Teilnehmer. Der Preis für die Feinunze verlor um 0,1 Prozent auf 1.806 Dollar.

Auch Staatsanleihen stagnierten nach den jüngsten Abgaben. Die Rendite zehnjähriger Papiere gewann 0,1 Basispunkte auf 0,88 Prozent.


HP und Dell mit Quartalszahlen

Der PC-Hersteller HP hatte die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Das Unternehmen kündigte zudem an, die Dividende im Geschäftsjahr 2020/21 um 10 Prozent zu steigern. Die Aktie legte um 2,3 Prozent zu. Die Dell-Aktie verlor dagegen 1,4 Prozent. Auch hier wurden die Marktprognosen übertroffen, doch machte der Konzern keine Angaben über die Abspaltung der Tochter VMware. Diese legte ebenfalls Quartalszahlen vor. Der Hersteller von Cloud-Software hatte im dritten Quartal die Markterwartungen übertroffen und seinen Jahresausblick angehoben. Anleger dürften hier Gewinne mitgenommen haben, da die Aktie zuletzt zugelegt hatte. Die Titel verloren 5,9 Prozent.

Ein mögliches Interesse von Salesforce an Slack sorgte bei der Aktie des Messengerdienstes für ein Plus von 37,6 Prozent. Laut Kreisen befindet sich Salesforce in Verhandlungen über den Kauf von Slack Technologies. Die Titel von Salesforce verloren 5,4 Prozent. Gap brachen um 19,6 Prozent ein. Der Mode-Einzelhändler enttäuschte mit stagnierenden Umsätzen in der dritten Periode.

Gute Geschäftszahlen und ein positiver Ausblick wurden bei Deere genutzt, um Gewinne einzustreichen. Das Papier des Landmaschinenherstellers büßte 1,9 Prozent ein. Seit Jahresbeginn hat der Titel bereits 53 Prozent zugelegt. Der US-Fintech-Konzern Intuit darf das Finanzportal Credit Karma für rund 7 Milliarden US-Dollar in bar und Aktien kaufen. Das US-Justizministerium genehmigte die Akquisition. Intuit zogen um 1,5 Prozent an.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 29.872,47 -0,58 -173,77 4,67
S&P-500 3.629,65 -0,16 -5,76 12,35
Nasdaq-Comp. 12.094,40 0,48 57,62 34,79
Nasdaq-100 12.152,22 0,60 72,41 39,15

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,15 -0,4 0,16 -105,0
5 Jahre 0,38 -1,3 0,40 -154,0
7 Jahre 0,64 -0,4 0,65 -160,6
10 Jahre 0,88 -0,3 0,88 -156,7
30 Jahre 1,63 2,3 1,61 -143,8

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 08:07 Uhr Do, 17:22 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1918 +0,22% 1,1898 1,1841 +6,3%
EUR/JPY 124,47 +0,17% 124,36 122,99 +2,1%
EUR/CHF 1,0825 -0,08% 1,0845 1,0798 -0,3%
EUR/GBP 0,8904 +0,02% 0,8905 0,8952 +5,2%
USD/JPY 104,45 -0,03% 104,53 103,88 -4,0%
GBP/USD 1,3384 +0,18% 1,3359 1,3225 +1,0%
USD/CNH (Offshore) 6,5630 -0,19% 6,5813 6,5764 -5,8%
Bitcoin
BTC/USD 18.988,75 -0,80% 18.896,72 17.993,51 +163,4%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 45,80 44,91 +2,0% 0,89 -18,3%
Brent/ICE 48,81 47,86 +2,0% 0,95 -20,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.805,40 1.807,40 -0,1% -2,01 +19,0%
Silber (Spot) 23,34 23,33 +0,1% +0,02 +30,8%
Platin (Spot) 967,90 963,00 +0,5% +4,90 +0,3%
Kupfer-Future 3,31 3,30 +0,4% +0,01 +17,3%


Kontakt zum Autor: florian.faust@wsj.com

DJG/DJN/flf

END) Dow Jones Newswires

November 25, 2020 16:20 ET ( 21:20 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

Im Artikel erwähnt...

Salesforce.com Inc.
Salesforce.com Inc. - Performance (3 Monate) 180,34 +1,91%
EUR +3,38
Porträt - Chart - Kennzahlen - Firmenprofil
Fundamentale Analysen Urteil
18.01. CREDIT SUISSE Positiv
18.12. JEFFERIES Positiv
09.12. GOLDMAN SACHS Positiv
Nachrichten
18.01. dpa-AFX: Credit Suisse hebt Ziel für Salesforce an - 'Outperform' Salesforce.com Inc. 180,34 +1,91%
05.01. ROUNDUP: Fehlstart für Bürokommunikationsdienst Slack ins neue Jahr Salesforce.com Inc. 180,34 +1,91%
04.01. ROUNDUP 2: Störung bei Bürokommunikationsdienst Slack Salesforce.com Inc. 180,34 +1,91%
Weitere Wertpapiere...
Deere & Company 246,20 +0,63%
EUR +1,55
GAP 18,60 -0,56%
EUR -0,10
Intuit 305,00 +1,60%
EUR +4,80
Dow Jones Industrial Average ( 30.814,26 -0,57%
PKT -177,26
NASDAQ 100 12.803,93 -0,73%
PKT -94,76
S&P 500 I 3.779,05 +0,08%
PKT +3,15
NASDAQ Composite 12.998,50 -0,87%
PKT -114,13
VMware Inc. A 110,76 -0,34%
EUR -0,38
BTC/CHF 32.451,2700 -0,21%
CHF -69,5400
BTC/EUR 30.161,1500 -0,23%
EUR -68,7300
BTC/USD 36.405,2450 -0,17%
USD -63,0000
HP - Hewlett Packard 20,78 +0,05%
EUR +0,01
DELL TECHS INC. C DL-,01 61,75 +2,27%
EUR +1,37
SLACK TECHNOLOGIES CL.A 34,60 -0,57%
EUR -0,20
+ alle anzeigen

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

HSBC Trading TV

Werbung

Trading-Tipp

Börsen & Märkte

US-Marktüberblick

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Die Regierung möchte neue Verschärfungen gegen den Corona-Virus vereinbaren. Finden Sie diese Verschärfungen notwendig?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen