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MÄRKTE USA/Wall Street schüttelt höhere Inflationsdaten ab

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 6 min. | ► Text vorlesen ❚❚ Pause
NEW YORK (Dow Jones)Ein unerwartet deutlicher Anstieg der US-Verbraucherpreise belastet die Stimmung an der Wall Street am Mittwoch nicht nachhaltig. Nach einem kurzen Rücksetzer zeigen sich die Indizes gegen Mittag (Ortszeit New York) im Plus. Zwar sind mit den Daten die Inflationssorgen wieder stärker auf den Radar der Investoren gerückt, verbunden mit der Befürchtung, dass die US-Notenbank eine schnellere Straffung der Geldpolitik vornehmen könnte. Die ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten Einzelhandelsumsätze für Januar sind jedoch wider Erwarten zurückgegangen. Das könnte die Fed bei ihren Zinserhöhungen bremsen. Bislang werden vom Markt drei Zinsschritte für dieses Jahr erwartet.

Aktuell steigt der Dow-Jones-Index um 0,1 Prozent auf 24.652 Punkte. Für den S&P-500 geht es um 0,5 Prozent nach oben und der Nasdaq-Composite erhöht sich um 1 Prozent.

Die Verbraucherpreise stiegen im Januar um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat, während Ökonomen nur mit einem Anstieg von 0,4 Prozent gerechnet hatten. Dadurch ergab sich eine Jahresteuerung von 2,1 (Vormonat: 2,1) Prozent. Volkswirte hatten hier einen Rückgang auf 1,9 Prozent erwartet. Die US-Notenbank peilt eine Inflationsrate von rund 2 Prozent an. In der Kernrate, die die besonders volatilen Preise für Energie und Lebensmittel außen vor lässt, stiegen die Preise um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Volkswirte hatten hier 0,2 Prozent erwartet. Die Jahresteuerung betrug wie im Vormonat 1,8 Prozent. Die Prognose hatte auf 1,7 Prozent gelautet.

Der heutige Inflationsbericht hat im Gefolge der kürzlich stark gestiegenen Stundenlöhne eine ganz neue Bedeutung erlangt", so Michael Hewson, Chief Market Analyst bei CMC Markets. "Jedoch beobachtet die US-Notenbank nicht nur diese Daten zur Einschätzung der Inflation", ergänzt der Marktteilnehmer. "Nichtsdestotrotz hat die Fokussierung auf die Inflation, nicht nur in den USA, sondern weltweit, Befürchtungen geweckt, dass die Notenbanken bei der Einschätzung der Aussichten für die nächsten Monate etwas zurückliegen könnten."

Nach Meinung eines Händlers könnte die Volatilität an den Finanzmärkten nach den US-Preisdaten nun wieder zunehmen. Ein anderer Marktteilnehmer warnt indes vor einer Dramatisierung. Letztlich indizierten die steigenden Inflationszahlen eine stärkere Wirtschaft.

Die US-Einzelhandelsumsätze, die im Januar entgegen der Prognose gesunken sind, lassen das Gegenteil vermuten. Die Handelsunternehmen hatten 0,3 Prozent weniger Geld in den Kassen als noch im Vormonat. Das ist der größte Rückgang seit elf Monaten. Volkswirte hatten dagegen im Konsens mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Die Realeinkommen in den USA sind im Januar gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent gefallen. Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, war im Dezember ein Anstieg um 0,2 Prozent zu verzeichnen.

Einige Analysten senken aufgrund der Einzelhandelsdaten schon ihre Prognosen für das US-Wirtschaftswachstum im ersten Quartal. Morgan Stanley sieht das annualisierte Wachstum im Quartal nun nur noch bei 2,9 statt 3,3 Prozent. Barclays und IHS haben ihre Schätzungen auf jeweils 2,3 von 2,5 Prozent gesenkt, und Bank of America-Merrill Lynch hat ihre Prognose auf ein Plus von 2,0 von 2,3 Prozent zurückgenommen.

Daneben wurden noch die Lagerbestände für Dezember veröffentlicht. Sie stiegen um 0,4 Prozent, Volkswirte hatten den Anstieg auf 0,3 Prozent geschätzt.



Dollar kann Gewinne nach US-Daten nicht halten - Euro steigt über 1,24 USD


Der Dollar reagierte zunächst mit einem Satz nach oben auf die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten. Im Gegenzug rutschte die Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief bei 1,2276 Dollar. Die Erholung des Dollar war allerdings kurzlebig. Der Euro zog rasch wieder an und stieg zeitweise über 1,24 Dollar. Aktuell notiert er knapp unter dieser Marke. Vor Veröffentlichung der Daten kostete er 1,2345 Dollar. Devisenstratege Viraj Patel von ING vermutet, dass es die Einzelhandelsumsätze waren, die den Dollar wieder zurückwarfen. Die schwachen Daten könnten ein Hinweis sein, dass sich der US-Konjunkturaufschwung schon in einem späten Stadium befinde.

Der Goldpreis rutschte zwischenzeitlich ins Minus und markierte bei 1.318 Dollar ein Tagestief. Aktuell liegt das Edelmetall jedoch dank des schwächeren Dollar wieder mit 1,3 Prozent im Plus bei 1.346 Dollar je Feinunze. Vor der Bekanntgabe der Inflationsdaten hatte Gold bei 1.331 Dollar notiert.

Auch am Anleihemarkt ist eine deutliche Reaktion auszumachen. Die Rendite zehnjähriger Papiere zieht kräftig an und legt aktuell um 8 Basispunkte auf 2,90 Prozent zu. Zuvor hatte sie um 1 Basispunkt auf 2,82 Prozent nachgegeben.

Die Ölpreise erholen sich, nachdem die wöchentlichen US-Lagerdaten mit einem Plus von 1,84 Millionen Barrel eine geringere Zunahme als erwartet gezeigt hatten. Analysten prognostizierten im Schnitt ein Plus von 2,6 Millionen Barrel. Am Dienstagabend hatte das private American Petroleum Institute (API) einen Anstieg von 3,9 Millionen Barrel vermeldet. Übergeordnet bremst jedoch unverändert die Furcht vor einer Ausweitung der US-Ölförderung den Preisanstieg. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI steigt um 0,4 Prozent auf 58,45 Dollar. Für Brent geht es um 0,7 Prozent auf 63,13 Dollar nach oben.



Groupon-Aktie steht nach Zahlenvorlage unter Druck


Der Gutscheinvermittler Groupon hat im vierten Quartal zwar schwarze Zahlen geschrieben. Die Gewinnerwartungen hat das Unternehmen aber verfehlt. Im laufenden Jahr erwartet Groupon einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 260 bis 270 Millionen Dollar. Der Factset-Analystenkonsens lautet aktuell auf 277 Millionen Dollar. Die Aktie bricht um 12,1 Prozent ein.

Für die Titel des chinesischen Internetriesen Baidu geht es um 4,8 Prozent nach oben. Mit den Geschäftszahlen wurden die Markterwartungen für das vierte Quartal übertroffen. Sowohl Umsatz als auch bereinigtes Ergebnis lagen über den Schätzungen der Analysten.

Chipotle Mexican Grill springen um 14,7 Prozent nach oben. Die mit zahlreichen Problemen kämpfende Restaurantkette hat einen Fast-Food-Experten mit reichlich Branchenerfahrung bei der Konkurrenz abgeworben: Brian Niccol, bislang CEO der Kette Taco Bell, wird neuer Chef von Chipotle. Niccol soll Chipotle dabei helfen, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen, die den Restaurants der Kette fernbleiben, seit sich im Jahr 2015 mehrere Gäste dort mit Kolibakterien infizierten.

Nach Handelsschluss legt noch Cisco die Ergebnisse für das zweite Quartal vor. Die Papiere zeigen sich 1,3 Prozent höher.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 24.652,15 0,05 11,70 -0,27
S&P-500 2.674,92 0,45 11,98 0,05
Nasdaq-Comp. 7.080,81 0,96 67,30 2,57
Nasdaq-100 6.613,73 0,91 59,86 3,40

US-Anleihen
Laufzeit Akt. Rendite Bp zu Vortag Rendite Vortag +/-Bp YTD
2 Jahre 2,16 4,5 2,11 95,3
5 Jahre 2,63 8,7 2,54 70,3
7 Jahre 2,82 8,2 2,74 57,3
10 Jahre 2,90 6,8 2,83 45,2
30 Jahre 3,16 4,4 3,11 8,8

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8.06 Uhr Di, 17:14 Uhr % YTD
EUR/USD 1,2391 +0,33% 1,2374 1,2365 +3,1%
EUR/JPY 132,67 -0,38% 132,67 132,85 -1,9%
EUR/CHF 1,1554 +0,02% 1,1543 1,1541 -1,3%
EUR/GBP 0,8883 -0,12% 0,8903 1,1236 -0,1%
USD/JPY 107,06 -0,71% 107,22 107,49 -5,0%
GBP/USD 1,3948 +0,45% 1,3897 1,3897 +3,2%
Bitcoin
BTC/USD 9.283,71 +8,57% 8.813,87 8.655,75 -35,37

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 59,45 59,19 +0,4% 0,26 -1,6%
Brent/ICE 63,13 62,72 +0,7% 0,41 -4,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.346,39 1.329,16 +1,3% +17,23 +3,3%
Silber (Spot) 16,73 16,58 +0,9% +0,15 -1,2%
Platin (Spot) 993,55 975,00 +1,9% +18,55 +6,9%
Kupfer-Future 3,22 3,16 +1,9% +0,06 -2,4%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/ros

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February 14, 2018 12:10 ET ( 17:10 GMT)

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