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MÄRKTE USA/Wall Street setzt Talfahrt fort - Ölpreise stürzen ab

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Die Stimmung an der Wall Street bleibt angeschlagen. Nach der Talfahrt am Vortag - vor allem im Technologiesektor - ging es am Dienstag weiter nach unten. Der Dow-Jones-Index verlor 2,2 Prozent auf 24.466 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite büßten 1,8 und 1,7 Prozent ein. Umgesetzt wurden 993 (Montag: 906) Millionen Aktien. Dabei waren Kursgewinner mit 471 klar in der Minderheit. Ihnen standen 2.556 Kursverlierer gegenüber, während 61 Titel unverändert schlossen. Auf dem Markt lasteten erneut schwache Daten aus dem Immobiliensektor: Im Oktober wurden in den USA weniger Wohnbauvorhaben in Angriff genommen als erhofft. Die Daten passten zu dem düsteren Bild, das der Branchenverband NAHB am Montag von der US-Immobilienwirtschaft gezeichnet hatte.

Anders als am Montag stellten Technologiewerte nicht den schwächsten Sektor, auch wenn sie erneut kräftig nachgaben. Die heftigsten Abgaben verbuchte vielmehr der Transportsektor mit minus 3,3 Prozent. Dicht darauf folgte der Energiesektor mit durchschnittlich 3,29 Prozent Minus, nachdem die Ölpreise regelrecht abgestürzt waren. Die allgemeine Risikoaversion habe auch den Ölmarkt erfasst, erklärten Händler den Preisverfall. Es gebe Befürchtungen, dass ein schwächeres Wachstum der Weltwirtschaft die Nachfrage nach Öl dämpfen könnte. Damit wachse die Furcht vor einer Überversorgung des Marktes, zumal Russland und Saudi-Arabien auf Rekordniveau fördern - trotz aller Bemühungen um eine Senkung der Förderquoten.

Der Preisrückgang nahm noch einmal Fahrt auf, nachdem US-Präsident Donald Trump die enge Verbindung der USA mit der saudi-arabischen Regierung betont hatte. Saudi-Arabien habe "eng mit uns zusammengearbeitet" und sei "auf meinen Wunsch eingegangen, die Ölpreise auf einem vernünftigen Niveau zu halten", so Trump, der immer wieder auf niedrigere Ölpreise drängt, nicht zuletzt, um seine Wähler bei Laune zu halten. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um 6,6 Prozent auf 53,43 Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent um 6,4 Prozent auf 62,53 Dollar.

Technologiewerte verloren dieses Mal im Schnitt "nur" 2,1 Prozent. Einen der Auslöser der Sektorschwäche verorteten Marktteilnehmer bei Apple. Denn hier wollten die Sorgen über eine lahmende Nachfrage nach den neuen iPhone-Modellen nicht schwinden. Die Analysten von Goldman Sachs (GS) senkten deshalb das Kursziel auf 182 von 209 Dollar, die Empfehlung lautet jedoch unverändert "Neutral". Die Aktie sank um weitere 4,8 Prozent auf 176,98 Dollar.

Eine Kombination aus mäßigen Ausblicken von Technologieschwergewichten wie Apple oder Facebook, Befürchtungen, das Hoch bei den Unternehmensergebnissen könnte bereits überschritten sein, und die frostigen Handelsbeziehungen zwischen den USA und China machten besonders Technologietitel anfällig für Verkäufe, hieß es im Handel. "Der Technologiesektor, speziell in den USA, ist stärker an politische und regulative Risiken gekoppelt, als viele Investoren sich vorgestellt hatten", analysierte Marktstratege Jared Woodard von Bank of America-Merrill Lynch.

Dazu passte ein Medienbericht, wonach China einigen ausländischen Chipherstellern wettbewerbswidriges Verhalten vorwirft. Betroffen seien Samsung Electronics und SK Hynix aus Korea, aber auch Micron Technology. Die Ermittlungen der chinesischen Behörden könnten zur Folge habe, dass sich im Handelskonflikt die Fronten verhärten, befürchteten Marktteilnehmer. Micron büßten 1,9 Prozent ein.



Analog Devices trotzen negativer Tendenz


Der Technologiesektor kannte aber nicht nur Verlierer. Analog Devices zogen nach der Vorlage von Viertquartalszahlen 4,1 Prozent an. Pure Storage verbesserten sich um 1,1 Prozent, nachdem die Zahlen des Datenspeicherunternehmens ebenfalls überzeugt hatten. Auch Intuit hatte überraschend gute Geschäftszahlen vorgelegt. Die Aktie konnte sich der negativen Tendenz aber nicht entziehen und verlor 2 Prozent.

Die Aktien des Discounters Target brachen um 11,3 Prozent ein. Das Unternehmen hat im dritten Quartal den Gewinn zwar kräftig gesteigert, aber dennoch weniger verdient als am Markt erwartet. Auch der Umsatz auf vergleichbarer Fläche enttäuschte. Bei Kohl's bemängeln Beobachter, dass der Einzelhändler die Erwartungen der Analysten nur dank niedrigerer Steuern übertroffen hat. Die Aktie stürzte um 9,2 Prozent ab.

Best Buy stiegen um 2,1 Prozent. Der Einzelhändler für Unterhaltungselektronik hatte die Markterwartungen in der dritten Periode geschlagen und die Jahresprognose angehoben. Mit Urban Outfitters wurde eine weitere Einzelhandelsaktie im Plus gehandelt, sie legte um 2,9 Prozent zu. Das Mode-Unternehmen verbuchte ein Rekordergebnis im dritten Quartal. L Brands verbilligten sich dagegen um fast 18 Prozent. Die Muttergesellschaft von Victoria's Secret, Bed & Body Works und anderen Einzelhandelsmarken hat im Rahmen der Prognosen liegende Geschäftszahlen vorgelegt, zugleich aber eine Dividendenkürzung angekündigt.



Sichere Häfen werden angesteuert


Die Aktienverluste und die gestiegene Risikoaversion trieben Anleger in den vermeintlich sicheren Rentenhafen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gab im Gegenzug 1 Basispunkt auf 3,06 Prozent nach. Zudem wurde die Wahrscheinlichkeit einer Dezemberzinserhöhung durch die US-Notenbank nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 65 nach 76 Prozent in der Vorwoche am Zinsterminmarkt eingepreist.

Am Devisenmarkt erholte sich der Dollar vom schwachen Start in die Woche. Der ICE-Dollarindex gewann 0,7 Prozent - gestützt von der Schwäche des Euro. Dieser sank auf rund 1,1370 Dollar nach einem Tageshoch bei 1,1473 Dollar. Brexit-Sorgen und der Fiskalstreit mit Italien setzten der Gemeinschaftswährung zu, hieß es. Der britische Notenbankgouverneur Mark Carney warnte in einer Rede vor dem Parlament in London eindringlich vor den Folgen eines harten Brexits und machte deutlich, dass die Geldpolitik die negativen Folgen kaum werde abfedern können. Spanien, Frankreich und die Niederlande äußerten indes Bedenken über den ausgehandelten EU-Austrittsentwurf der Briten.

Der feste Dollar dämpfte das Interesse der Anleger an Gold, trotz der Risikoaversion und des makroökonomischen Minenfeldes. Die Feinunze ermäßigte sich um 0,3 Prozent auf 1.221 Dollar. Allerdings war das Edelmetall in den vorigen Sitzungen gefragt. Händler sprachen von einem für Gold günstigen Umfeld.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 24.465,64 -2,21 -551,80 -1,03
S&P-500 2.641,89 -1,82 -48,84 -1,19
Nasdaq-Comp. 6.908,82 -1,70 -119,65 0,08
Nasdaq-100 6.526,96 -1,75 -115,95 2,04

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 2,80 1,2 2,78 159,3
5 Jahre 2,88 0,9 2,87 95,4
7 Jahre 2,97 -0,1 2,97 72,3
10 Jahre 3,06 -1,1 3,07 61,3
30 Jahre 3,31 -1,2 3,32 24,2

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:08 Mo, 17.34 % YTD
EUR/USD 1,1369 -0,73% 1,1452 1,1450 -5,4%
EUR/JPY 128,12 -0,57% 128,91 128,83 -5,3%
EUR/CHF 1,1315 -0,55% 1,1370 1,1382 -3,4%
EUR/GBP 0,8891 -0,08% 0,8914 0,8907 +0,0%
USD/JPY 112,70 +0,18% 112,51 112,50 +0,1%
GBP/USD 1,2786 -0,63% 1,2858 1,2857 -5,4%
Bitcoin
BTC/USD 4.356,66 -10,5% 4.669,53 5.096,92 -68,1%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 53,17 57,20 -7,0% -4,03 -7,9%
Brent/ICE 62,39 66,79 -6,6% -4,40 -1,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.222,06 1.224,10 -0,2% -2,04 -6,2%
Silber (Spot) 14,32 14,43 -0,8% -0,11 -15,5%
Platin (Spot) 841,50 853,50 -1,4% -12,00 -9,5%
Kupfer-Future 2,76 2,80 -1,5% -0,04 -17,7%


Kontakt zum Autor: florian.faust@wsj.com

DJG/DJN/cln

END) Dow Jones Newswires

November 20, 2018 16:11 ET ( 21:11 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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ANALOG DEVICES 96,58 -1,86%
EUR -1,83
BEST BUY 58,04 -0,94%
EUR -0,55
INTUIT 228,50 +0,22%
EUR +0,50
KOHLS 40,40 +0,82%
EUR +0,33
MICRON TECHN. INC. DL-,10 32,18 +8,72%
EUR +2,58
TARGET 75,15 -0,91%
EUR -0,69
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