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MÄRKTE USA/Wall Street von Vortagesverlust erholt auf Allzeithoch

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Die Wall Street macht am Mittwoch die Vortagesverluste mehr als wett. Die Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus, die am Vortag die US-Börsen belastet hatte, scheinen Anleger etwas zurückzufahren. China hatte das Hochfahren von Präventivmaßnahmen in den Krankenhäusern zur Verhinderung einer Pandemie verkündet. Investoren zeigten ein hohes Maß an Vertrauen, dass die chinesischen Behörden die Ausbreitung des Virus eindämmen können, sagt Marktstratege James Athey von Aberdeen Standard Investments. "Die globalen makroökonomischen Auswirkungen des Virus' in Asien dürften nach allem, was wir wissen, voraussichtlich äußerst bescheiden ausfallen", so Athey.

Im frühen Geschäft steigt der Dow-Jones-Index um 0,4 Prozent auf 29.308 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite klettern um 0,4 bzw. 0,6 Prozent und markieren beide Allzeithochs. Allerdings warnen Händler vor einer kurzfristigen Erholung, denn die Gefahr sei keineswegs gebannt. Die Zahl der Toten und Infizierten steigt. Der für Gesundheitspolitik zuständige Vizeminister Li Bin warnte, dass das Virus mutieren und sich weiter ausbreiten könnte. Auch in den USA ist ein erster Fall des neuartigen Coronavirus festgestellt worden. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos beschwichtigte US-Präsident Donald Trump allerdings: Er sieht das Virus "unter Kontrolle".

Darüber hinaus steht die Fahrt aufnehmende Berichtssaison im Fokus: Unter anderem haben Johnson & Johnson, IBM und Netflix Geschäftszahlen vorgelegt. Marktstratege Bethel Loh von ThinkMarkets glaubt, dass Anleger in den Vortagesverlusten nun Kaufgelegenheiten sähen, "um sich zu Beginn der Berichtssaison richtig zu positionieren." Bei Johnson & Johnson sehen Investoren offensichtlich keine Kaufgelegenheit, der Kurs fällt um 0,9 Prozent. Zwar hat der Pharmakonzern den Gewinn im vierten Quartal um ein Drittel erhöht, der ebenfalls gesteigerte Umsatz verfehlte jedoch die Markterwartungen knapp.


IBM und Netflix im Blick

Der IT-Riese IBM erzielte in der vierten Periode dank des milliardenschweren Zukaufs von Red Hat nach fünf rückläufigen Quartalen in Folge wieder ein kleines Wachstum. Umsatz und Gewinn fielen zudem besser als gedacht aus, der Kurs legt um 4,1 Prozent zu.

Netflix fallen um 2,8 Prozent. Das Nutzerwachstum in den USA blieb im vierten Quartal bereits das dritte Quartal in Folge hinter den Erwartungen zurück. Einen Aufschlag von 1,4 Prozent verzeichnen United Airlines. Die US-Fluglinie verdiente im vierten Quartal dank höherer Einnahmen und niedrigeren Treibstoffkosten mehr als erwartet. Der Öldienstleister Baker Hughes verfehlte die Marktprognosen, die Titel büßen 0,5 Prozent ein.

Abbott Laboratories ziehen um 1,0 Prozent an, der Gesundheitskonzern steigerte die Erlöse deutlicher als vorausgesagt. Akcea Therapeutics schnellen nach positiven Studienergebnissen bei einem Medikamentenhoffnungsträger um 10 Prozent in die Höhe. Die Titel des Mehrheitsaktionärs Ionis ziehen um 2,8 Prozent an.


Gold von Virus ausgebremst

Am Devisenmarkt legt der Dollarindex 0,1 Prozent zu. Mit dem Auspreisen von Befürchtungen einer Pandemie in Asien zieht der Greenback vor allem zum Yen an, der zuvor noch als Fluchtwährung in unsicheren Zeiten profitiert hatte. Allerdings kommt der US-Dollar von seinen Tageshochs schon wieder zurück.

Der Goldpreis verliert weiter an Boden, die Feinunze verbilligt sich um weitere 0,1 Prozent auf 1.557 Dollar. Da China einer der wichtigsten Absatzmärkte für physisches Gold sei, müsse mit Nachfrageeinbußen gerechnet werden, sollte sich das Virus weiter ausbreiten, heißt es. Diese Sorge hatte das Edelmetall bereits am Vortag belastet. Mit der zurückgehenden Risikoaversion entfalle ein weiterer Grund, Gold zu kaufen, heißt es.

Auch mit den Erdölpreisen geht es weiter bergab: US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligt sich um 1,9 Prozent auf 57,23 Dollar je Barrel, europäisches Referenzöl der Sorte Brent ermäßigt sich um 1,6 Prozent auf 63,56 Dollar. Die Internationale Energie-Agentur sieht eine weiter steigende US-Schieferölproduktion, die den Einfluss ausländischer Anbieter wie den des Erdölkartells Opec reduzieren dürfte.

Am US-Rentenmarkt passiert nicht viel, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen steigt um 0,1 Basispunkt auf 1,77 Prozent. Die gestiegene Risikoneigung mit den abgeschwächten Sorgen über eine Pandemie drückt die Rentennotierungen leicht.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 29.308,08 0,38 112,04 2,70
S&P-500 3.335,37 0,44 14,58 3,24
Nasdaq-Comp. 9.427,66 0,61 56,85 5,07
Nasdaq-100 9.223,64 0,62 57,01 5,62

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,53 0,4 1,52 32,4
5 Jahre 1,58 0,8 1,57 -34,6
7 Jahre 1,69 0,5 1,68 -56,0
10 Jahre 1,77 -0,1 1,77 -67,6
30 Jahre 2,22 -1,4 2,23 -84,8

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:50 Di, 17.29 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1083 +0,00% 1,1083 1,1097 -1,2%
EUR/JPY 121,80 +0,04% 121,90 122,01 -0,1%
EUR/CHF 1,0743 +0,07% 1,0748 1,0742 -1,0%
EUR/GBP 0,8438 -0,65% 0,8490 0,8503 -0,3%
USD/JPY 109,90 +0,04% 110,03 109,96 +1,0%
GBP/USD 1,3134 +0,67% 1,3056 1,3051 -0,9%
USD/CNH (Offshore) 6,9088 -0,02% 6,9003 6,9066 -0,8%
Bitcoin
BTC/USD 8.634,51 -0,80% 8.697,26 8.630,01 +19,8%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 57,19 58,38 -2,0% -1,19 -5,9%
Brent/ICE 63,55 64,59 -1,6% -1,04 -3,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.557,56 1.558,65 -0,1% -1,09 +2,7%
Silber (Spot) 17,92 17,80 +0,7% +0,12 +0,4%
Platin (Spot) 1.010,85 1.001,35 +0,9% +9,50 +4,8%
Kupfer-Future 2,78 2,79 -0,6% -0,02 -0,7%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/cln

END) Dow Jones Newswires

January 22, 2020 09:55 ET ( 14:55 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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