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MÄRKTE USA/Weiter abwärts - Huawei-Affäre verschärft Sorgen

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Thomas Rossmann

NEW YORK (Dow Jones)Erneut abwärts geht es am Donnerstag an der Wall Street. Die zunehmenden Sorgen um eine weitere Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China drücken weiter auf die Kurse. Auslöser ist die Verhaftung der Finanzchefin des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei, Meng Wanzhou, in Kanada auf Betreiben der USA. Denn diese Maßnahme bedeutet aus Sicht der Marktteilnehmer einen Dämpfer für die erhoffte Annäherung im Handelsstreit zwischen USA und China.

Der Dow-Jones-Index verliert 1,7 Prozent auf 24.605 Punkte. Der S&P-500 gibt um 1,6 Prozent nach und für den Nasdaq-Composite geht es um 1,9 Prozent nach unten. Am Vortag fand wegen des Gedenkens an den verstorbenen Ex-Präsidenten George H. W. Bush kein Handel statt.

Damit droht eine Fortsetzung der massiven Kursverluste vom Dienstag, als Dow & Co mehr als 3 Prozent eingebüßt hatten, zusätzlich stark belastet von Konjunktursorgen. Hintergrund dieser Sorgen war eine zunehmend inverse Zinsstruktur in den USA, bei der die Zinsen am kurzen Ende höher sind als die am langen Ende. "Im Moment ist alles etwas außer Kontrolle", sagt Analyst Michael Antonelli von R.W. Baird & Co.

Dass Peking bekräftigt hat, die mit den USA vereinbarten Handelserleichterungen "sofort" umzusetzen, entfaltet keine stützende Wirkung.



Ölpreise wieder auf Talfahrt


Für Verunsicherung sorgen auch die weiter stark schwankenden Ölpreise vor dem Hintergrund des gerade stattfindenden Opec-Treffens in Wien. Brent-Öl verbilligt sich um 2,3 Prozent auf 60,17 Dollar, im Verlauf betrug das Minus auch schon 5 Prozent. Vom Treffen der Opec-Staaten heißt es, dass man sich prinzipiell auf eine Förderkürzung geeinigt hat. Das Ausmaß der Maßnahme dürfte allerdings erst am Freitag festgelegt werden. Der WTI-Preis fällt um 2,6 Prozent auf 51,51 Dollar je Barrel.

Der ADP-Arbeitsmarktbericht blieb mit einer Zunahme von 179.000 Stellen im privaten Sektor im November leicht unter der Prognose eines Plus von 190.000. "Das Jobwachstum ist stark, hat aber wahrscheinlich seinen Höhepunkt erreicht", sagt Mark Zandi, Chefökonom von Moody's Analytics.

Die Produktivität ex Agrar fiel im dritten Quartal mit einem Plus von 2,3 Prozent einen Tick höher als erwartet aus. Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist zwar gefallen, doch waren Ökonomen von einem stärkeren Rückgang nach dem deutlichen Anstieg in der Vorwoche ausgegangen. Das Defizit in der US-Handelsbilanz ist im Oktober etwas stärker als erwartet gestiegen.

Nach der Handelseröffnung folgen noch der Auftragseingang der Industrie für Oktober, der ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe im November und der Markit-Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor im November in der zweiten Veröffentlichung. Dazu kommen die wöchentlichen US-Öllagerdaten.



"Sichere Häfen" gesucht


Mit den zunehmenden Sorgen hinsichtlich Konjunktur und Handelsstreit sowie Brexit und Italien-Haushalt sind bei Investoren die vermeintlich "sicheren Häfen" gesucht. Dazu gehören vor allem die Anleihemärkte. Die Rendite zehnjähriger US-Papiere reduziert sich um 9,9 Basispunkte auf 2,86 Prozent. Damit verengt sich die Differenz zwischen der Zwei- und der Zehnjahresrendite. Diese wird von den Investoren ganz genau beobachtet, denn jeder Rezession seit 1975 gingen inverse Zinskurven voraus, also Zweijahresrenditen, die die der zehnjährigen Titel übertrafen.

Am Devisenmarkt legt der als "Fluchtwährung" gesuchte Yen gegenüber Dollar zu. Der US-Dollar rutschte im Tagestief bis auf 112,58 Yen nach Wechselkursen klar über der Marke von 113 am Vorabend. Aktuell geht der Dollar mit 112,45 Yen um. Der Dollar gibt mit den etwas schwächeren ADP-Daten nach. Im Gegenzug steigt der Euro bis auf das Tageshoch von 1,1394 Dollar und liegt aktuell nur knapp darunter.

Der Goldpreis legt nach seiner jüngsten Rally um weitere 0,4 Prozent auf 1.241 Dollar zu. Er notiert damit auf dem höchsten Niveau seit fünf Wochen. Das Edelmetall profitiert ebenfalls von seinem Status als "sicherer Hafen".



Hewlett Packard nach Zahlen mit Abgaben


Für die Aktien von Hewlett Packard geht es um 1,1 Prozent abwärts. Das Technologie-Unternehmen hatte am Dienstagabend Zahlen für das vierte Geschäftsquartal vorgelegt und erzielte aufgrund von Steuereffekten ein Minus von 757 Millionen Dollar.

Mit den fallenden Ölpreisen geht es für die Aktien der Öl- und Energiewerte nach unten. So fallen die Titel von Chevron um 2,5 Prozent und Exxon Mobil büßen 1,9 Prozent ein. Der Energie-Sektor im S&P-500 führt mit einem Abschlag von 3,0 Prozent die Verliererliste an.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 24.605,28 -1,69 -421,79 -0,46
S&P-500 2.655,98 -1,63 -44,08 -0,66
Nasdaq-Comp. 7.022,92 -1,89 -135,51 1,73
Nasdaq-100 6.665,34 -1,91 -129,88 4,20

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 2,73 -9,8 2,82 152,3
5 Jahre 2,72 -9,5 2,82 80,1
7 Jahre 2,78 -10,0 2,88 53,7
10 Jahre 2,86 -9,9 2,96 41,8
30 Jahre 3,13 -9,9 3,23 6,7

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:16 Mi, 18:01 % YTD
EUR/USD 1,1385 +0,33% 1,1332 1,1350 -5,2%
EUR/JPY 128,04 -0,28% 128,07 128,39 -5,4%
EUR/CHF 1,1305 -0,12% 1,1304 1,1324 -3,5%
EUR/GBP 0,8914 +0,04% 0,8913 0,8904 +0,3%
USD/JPY 112,45 -0,61% 113,03 113,11 -0,2%
GBP/USD 1,2773 +0,30% 1,2713 1,2747 -5,5%

ANLEIHERENDITEN aktuell Vortag YTD absolut
Deutschland 2 J. -0,62 -0,61 -0,01
Deutschland 10 J. 0,24 0,27 -0,19
USA 2 Jahre 2,73 2,82 0,83
USA 10 Jahre 2,86 2,96 0,45
Japan 2 Jahre -0,16 -0,14 -0,02
Japan 10 Jahre 0,05 0,06 0,00

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 51,51 52,89 -2,6% -1,38 -10,8%
Brent/ICE 60,17 61,56 -2,3% -1,39 -4,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.241,72 1.237,33 +0,4% +4,40 -4,7%
Silber (Spot) 14,43 14,51 -0,5% -0,08 -14,8%
Platin (Spot) 791,95 801,00 -1,1% -9,05 -14,8%
Kupfer-Future 2,73 2,77 -1,6% -0,05 -18,7%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/ros/raz

END) Dow Jones Newswires

December 06, 2018 09:46 ET ( 14:46 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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