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MÄRKTE USA/Zu viele Unsicherheitsfaktoren: Dow & Co fallen weiter

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Steffen Gosenheimer

NEW YORK (Dow Jones)Nach den Einbußen am Dienstag ist es an den US-Börsen zur Wochenmitte mit den Aktienkursen weiter nach unten gegangen. Ausbleibende Fortschritte bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China und stattdessen neue Drohgebärden von beiden Seiten verstärkten die ohnehin schon bestehenden Sorgen vor negativen Auswirkungen auf die Weltkonjunktur. Zuletzt drohte China damit, seine Vormachtstellung bei den begehrten Seltenen Erden im Handelsstreit auszunutzen. Diese werden in vielen Hightech-Produkten wie Smartphones, Computerchips oder Akkus benötigt werden.

Der Dow-Jones-Index sackte um 0,9 Prozent weiter ab auf 25.126 Punkte. Der S&P-500 gab um 0,7 Prozent nach auf 2.783 Punkte. Er schaffte es damit knapp, nicht unter die wichtige 200-Tage-Durchschnittslinie bei 2.776 zu rutschen, wonach es im Handelsverlauf noch ausgesehen hatte. Aus technischer Sicht wäre das ein negatives Zeichen gewesen. Der Nasdaq-Composite büßte 0,8 Prozent ein.

Den 1.007 (Dienstag: 1.045) Kursgewinnern an der Nyse standen 1.972 (1.918) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 68 (86) Titel.

Zu den wieder stärker aufgeflammten Konjunktursorgen verwiesen Marktteilnehmer auch auf den weiter ungeklärten Brexit sowie die sich zuspitzenden Spannungen zwischen der EU und Italien wegen der aus dem Ruder laufenden Schuldenpolitik der Südeuropäer. Brüssel verschickte deswegen nun eine offizielle Warnung.

Hinzu kam politische Unsicherheit in den USA. US-Sonderermittler Robert Mueller bekräftigte seine Auffassung, dass Präsident Donald Trump nicht vom Verdacht der strafbaren Justizbehinderung entlastet ist. "Wenn wir uns sicher gewesen wären, dass der Präsident klar keine Straftat begangen hat, hätten wir das gesagt", sagte Mueller in einem Schluss-Statement zu seinen Ermittlungen. Trump erklärte gleichwohl unmittelbar darauf, die Russland-Affäre für beendet: "Der Fall ist abgeschlossen. Danke!", schrieb der Präsident via Twitter.



Anleger steuern sichere Häfen an


Viele Anleger flüchteten in dieser Gemengelage in sichere Häfen, vor allem Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger Treasurys fiel zunächst weiter stark zurück, erholte sich dann aber im Späthandel komplett auf 2,26 Prozent. Der Renditeabstand zwischen zehnjährigen US-Schuldtiteln und dreimonatigen Papieren blieb damit aber negativ. Diese als invers bezeichnete Zinsstruktur gilt als starkes Rezessionssignal und trübte die Stimmung am Aktienmarkt zusätzlich.

Traditionelle Fluchtwährungen wie der Yen und der Schweizer Franken erfuhren ebenfalls Zulauf. Auch der Dollar war gesucht, was ungünstig für die US-Exportwirtschaft ist. Der Dollarindex stieg um 0,2 Prozent. Das Gold profitierte dagegen kaum von der Suche nach Sicherheit. Das in Dollar gehandelte Edelmetall wurde vom festeren Dollar gebremst. Zuletzt kostete die Feinunze 1.280 Dollar, knapp 1 Dollar mehr als am Vortag.

Unter den Konjunktursorgen litten auch die Ölpreise, wenngleich auch diese sich im Handelsverlauf deutlich von den Tagestiefs lösten. Das Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um 0,4 Prozent auf 58,89 Dollar im Vorfeld neuer Lagerbestandsdaten aus den USA. Im Tief war es rund 2 Dollar billige zu haben gewesen. Die europäische Referenzsorte Brent gab um 1,0 Prozent auf 69,39 Dollar nach.



Einzelhandelsaktien stark unter Druck nach Ergebnisenttäuschungen


Am Aktienmarkt ging es für Capri, die Holdinggesellschaft der Luxusmarken Michael Kors, Versace und Jimmy Choo, um fast 10 Prozent steil abwärts. Laut dem ehemals unter Michael Kors firmierenden Unternehmen ist der Gewinn im vierten Quartal zum Vergleichszeitraum des Vorjahres gesunken. Außerdem gab Capri einen enttäuschenden Ausblick ab.

Die Aktien der Bekleidungskette Abercrombie & Fitch stürzten um rund 26 Prozent ab. Das Unternehmen hatte im ersten Quartal beim flächenbereinigten Umsatz schlechter abgeschnitten als erwartet und eine enttäuschende Umsatzprognose gegeben.

Beim Sportartikelhändler Dick's Sporting Goods läuft es dagegen gut, das Unternehmen erhöhte den Ausblick nach einem guten ersten Quartal. Die Aktie legte zunächst zu, konnte sich dann aber den negativen Nachrichten anderer Einzelhändler wie Capri, Abercrombie oder auch Canada Goose nicht entziehen und wurde quasi in Sippenhaft genommen. Dick's büßten fast 6 Prozent ein. Canada Goose erlebten nach enttäuschenden Geschäftszahlen ein Kursdebakel und verloren 30 Prozent.

Workday verbilligten sich um 4,5 Prozent ein. Die Geschäftszahlen des Spezialisten für Arbeitsorganisation waren besser ausgefallen als erwartet und Workday erhöhte den Ausblick. Teilnehmer sprachen daher von Gewinnmitnahmen nach dem vorhergegangenen Kursanstieg der Aktie. Nach Meinung von Analysten ist die Aktie auch schon sehr hoch bewertet.



Marvell Technology profitieren von Spartenverkauf


Marvell Technology legten um 3,1 Prozent zu, nachdem der Halbleiterhersteller NXP den Kauf der Wifi- und Bluetooth-Sparte für 1,76 Milliarden Dollar mitgeteilt hatte. Der Kurs von NXP sank um ein halbes Prozent.

Boeing verloren 1,7 Prozent. Nach Angaben von CEO Dennis Muilenburg werden die voraussichtlich zu leistenden Entschädigungszahlungen wegen des Flugverbots für die Maschinen des Typs 737 MAX den Konzern nicht über Gebühr belasten.

Für General Mills ging es um 5,6 Prozent nach unten, nachdem Goldman Sachs die Aktie des Lebensmittelkonzerns zum Verkauf empfohlen hatte. Außerdem rechnet das Unternehmen im gerade erst deutlich vergrößerten Geschäft mit Tierfutter mit einem rückläufigen Gewinn.

Weiter stark gesucht waren Beyond Meat, diesmal mit einem Kurssprung um rund 13 Prozent. Analysten trauen dem von dem Unternehmen hergestellten pflanzlichen Fleischersatz enormes Wachstumspotenzial zu.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 25.126,41 -0,87 -221,36 7,71
S&P-500 2.783,02 -0,69 -19,37 11,02
Nasdaq-Comp. 7.547,31 -0,79 -60,04 13,75
Nasdaq-100 7.216,86 -0,85 -61,52 14,01

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 2,10 -1,1 2,11 89,9
5 Jahre 2,06 -0,8 2,07 14,0
7 Jahre 2,16 0,1 2,16 -8,9
10 Jahre 2,26 -0,4 2,26 -18,8
30 Jahre 2,69 -1,1 2,70 -37,4

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:12 Uhr Di, 17:20 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1134 -0,29% 1,1164 1,1176 -2,9%
EUR/JPY 122,04 -0,05% 121,97 122,42 -2,9%
EUR/CHF 1,1225 -0,19% 1,1232 1,1274 -0,3%
EUR/GBP 0,8817 -0,05% 0,8817 0,8819 -2,0%
USD/JPY 109,62 +0,24% 109,24 109,55 -0,0%
GBP/USD 1,2629 -0,23% 1,2663 1,2673 -1,1%
Bitcoin
BTC/USD 8.709,75 -0,02% 8.508,00 8.690,45 +134,2%


ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 58,90 59,14 -0,4% -0,24 +24,5%
Brent/ICE 69,44 70,11 -1,0% -0,67 +26,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.280,20 1.279,50 +0,1% +0,70 -0,2%
Silber (Spot) 14,43 14,36 +0,5% +0,07 -6,9%
Platin (Spot) 793,50 800,00 -0,8% -6,50 -0,4%
Kupfer-Future 2,67 2,70 -1,0% -0,03 +1,2%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/gos

END) Dow Jones Newswires

May 29, 2019 16:15 ET ( 20:15 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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