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MARKT-AUSBLICK/Auch diese Konsolidierung bricht die Hausse nicht

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)Die aktuelle Konsolidierung am deutschen Aktienmarkt könnte sich in die kommende Woche hinein ausweiten. Zwar dürfte die Hausse an Wall Street weiterlaufen, die Zinssenkungsfantasie in Verbindung mit einem moderaten Wachstum treibt die Kurse in den USA voraussichtlich auch weiterhin auf neue Rekordstände. Der S&P-500 könnte die 3.000er Marke deshalb nun auch nachhaltig hinter sich lassen und den Bereich um 3.100 Punkte ansteuern.

Den deutschen Aktienmarkt bremst dagegen die Sorge vor weiteren Gewinnmitnahmen der vergleichsweise hoch gewichteten Zykliker. Größerer Verkaufsdruck im DAX dürfte allerdings nach wie vor nicht aufkommen, schon gar nicht im Euro-Stoxx-50 oder im Stoxx-50. Denn der konjunkturelle Abschwung bremst zwar derzeit die Aktien des Maschinenbaus, der Chemie, des Bausektors und die Autotitel. Das wird aber durch die Stärke von Titeln aus den Bereichen Einzelhandel, Versorgung, Versicherung, Nahrungsmittel, Pharma und antizyklischen Konsumgüterherstellern mehr oder weniger ausgeglichen. Und an Technologie-Aktien kommen Anleger ohnehin kaum vorbei, weil die Unternehmen auch in Zeiten schwacher Konjunktur noch vergleichsweise stark wachsen.

Neu zu den Favoriten in Europa könnten nun die Öl-Aktien stoßen. Der kräftige Rückgang der US-Öllagerbestände deutet auf einen zunehmend engeren Ölmarkt hin. Während ein heraufziehender Sturm die Ölproduktion im Golf von Mexiko bremst, führen die Spannungen am Persischen Golf zu terminmarktorientierten Käufen. "Die Ölpreise dürften daher weiter zulegen", sagt Commerzbank-Rohstoff-Analyst Daniel Briesemann. Auf der Aktienseite hat der Stoxx-Oil-and-Gas-Index gerade erst die 200-Tagelinie zurückerobert, die technische Situation hat sich damit ebenfalls deutlich verbessert.



Wann drehen die Zykliker?


Die große Frage am Markt ist damit weiterhin, ob und wann auch die Zykliker nachhaltig nach oben drehen und damit auch die Hausse im DAX wieder Fahrt aufnimmt. Das dürfte spätestens dann der Fall sei, wenn sich die Konjunkturerwartungen aufhellen. Einen Impuls dafür könnte eine Lösung des amerikanisch-chinesischen Handelskonflikts liefern, die Kurse dürften sehr positiv auf eine solche reagieren. Noch dauern die Verhandlungen allerdings an.

Daneben gilt ein schwaches zweites Quartal nun mehr oder weniger als eingepreist. Die Gewinnschätzungen für das zweite Quartal sind seit Jahresbeginn bereits deutlich gefallen, auf minus 1 Prozent in den USA und auf plus 1 Prozent in Europa, wie es bei Barclays mit Blick auf die Schätzungen für den Gewinn je Aktie heißt. Auch ein schwaches drittes Quartal fließt bereits zunehmend in die Kurse ein. Damit gerät nun das vierte Quartal in den Blick. Und hier sind die Chancen auf eine Bodenbildung bei den Gewinnen nach wie vor gut. Grund ist der Basiseffekt, nachdem die Produktion im Spätjahr 2019 in vielen Branchen unter den niedrigen Wasserständen der Flüsse und unter Sonderfaktoren wie den neuen Normen für den Abgastest WLTP gelitten hatten.



Was macht die Konjunktur in China?


In der kommenden Woche werden die Märkte erst einmal neue Wachstumszahlen aus China verdauen. Erwartet wird, dass das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal mit einer Jahresrate von 6,2 Prozent gewachsen ist. Damit könnte es allerdings höher ausgewiesen werden als es tatsächlich war, wie viele Zahlen zum Beispiel zum schwachen Automarkt vermuten lassen. Sollte Peking mit weiteren Stimulierungsmaßnahmen das Wachstum stützen, könnten die Märkte trotzdem positiv auf die Zahlen reagieren.

In Deutschland wird am Dienstag der ZEW-Index zu den Konjunkturerwartungen veröffentlicht. In den USA stehen in der kommenden Woche Daten zum Einzelhandelsumsatz, zur Industrieproduktion, der Konjunkturindex der Notenbankfiliale in Philadelphia und der Michigan-Index für das Verbrauchervertrauen im Blick. Daneben rollt die Berichtssaison an, unter anderem mit den Geschäftszahlen der großen Banken. Und an der Eurex verfallen am Freitag die Juli-Optionen, wobei auch die offenen Positionen derzeit nicht auf ein Ende des Seitwärtsmarkts im DAX hindeuten.

Kontakt zum Autor: herbert.rude@wsj.com

DJG/hru/flf

END) Dow Jones Newswires

July 12, 2019 06:12 ET ( 10:12 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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