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MARKT-AUSBLICK/Aufwärts an der Mauer der Angst - 13.000 nur Etappe

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)Die Ampeln am deutschen Aktienmarkt stehen weiter auf Grün. Die Anleger werden der Hausse voraussichtlich auch in den kommenden Wochen hinterherlaufen und auf den Börsenzug aufspringen. Das nächste Ziel liegt laut Marktanalysten im Bereich um 13.000 Punkte. Dort könnte der DAX wieder kurz konsolidieren, so wie an der 11.800er und an der 12.500er Marke. Im Anschluss könnte er im Verlauf des zweiten Halbjahrs das Allzeithoch ansteuern und möglicherweise auch neue Rekordmarken über 13.600 Punkten setzen - so wie es die Wall Street bereits vormacht.

Liquidität ist zwar nicht alles, aber ohne Liquidität ist alles nichts", lautet das Börsenmotto dieser Tage. Die Notenbanken haben die Liquiditätsschleusen erneut weit geöffnet. Mit den Rekordtiefs bei den Renditen wächst der Anlagedruck. Auch Unternehmensanleihen und Hochzinsanleihen werfen immer weniger Erträge ab. Damit bleiben Aktien mit stabilen Geschäftsmodellen und Dividendenrenditen von 2 bis 3 Prozent weiterhin attraktiv. Ein Beispiel dafür ist die Nestle-Aktie, obwohl bereits ein Rekordhoch derzeit das nächste jagt.

Nestle gilt als defensiv, als vergleichsweise konjunkturresistent, so wie die meisten Aktien aus den Bereichen Nahrungsmittel, Versorgung, Immobilien und antizyklischer Konsum. Sie alle sind gefragt, und nicht nur in Europa: "Defensive Aktien treiben die Rally", sagt Jim Paulsen von der US-Investmentfirma Leuthold.

Paulsen ergänzt, so etwas habe er in seinen vier Jahrzehnten an der Börse noch nicht erlebt. Er führt das auf eine extrem vorsichtige Einstellung der Anleger zurück und spricht von einer "Wall of Worry", einer Mauer der Angst, aufgebaut von Konjunktursorgen wegen der inversen Zinsstruktur und der Handelskonflikte sowie der Iran-Krise.



Anleger extrem defensiv positioniert - Basiseffekte sprechen für Zykliker


Paulsen hält die Konjunktursorgen allerdings für überzogen. Zusammen mit der lockeren Geldpolitik seien das Aufwärtspotenzial bei den Konjunkturerwartungen und die Angst der Anleger eine "machtvolle Kombination für weiter steigende Kurse". Das Jahresendziel für den S&P-500 hat er deshalb gerade auf 3.250 Punkte erhöht.

Auch in Europa sind Anleger derzeit nur defensiv oder vorsichtig in Aktien investiert, wie Manfred Hübner von Sentix sagt. "Aus einer Übergewichtung ist eine deutliche Untergewichtung geworden und dies lässt durchaus noch bessere Kurse für Euroland-Aktien erwarten", so Hübner.

Zwar läuft die Konjunktur nun auch in Deutschland eher schlecht. Rezessionskurse waren in der Vergangenheit aber fast immer Kaufkurse. Denn die Börse nimmt die Zukunft vorweg, um etwa ein halbes Jahr, so die Faustformel. Und hier lauert bereits im vierten Quartal positives Überraschungspotenzial. Denn aufgrund der Produktionsausfälle wegen der Niedrigstwasserstände im vergangenen Herbst und Frühwinter könnte sich zum Beispiel die Chemie - wie es auch der Verband VCI erhofft - dann moderat erholen.

Damit sind die Chancen eigentlich gut, dass sich die Zykliker der Hausse anschließen. Auch Leuthold-Stratege Paulsen empfiehlt mit Blick auf die USA, defensive Titel an starken Tagen in zyklischere Aktien zu tauschen.

In Deutschland stellt sich dagegen die Frage, ob bei den Ausblicken in der anstehenden Berichtssaison trotz des für das vierte Quartal erwarteten Basisfeffekts Gewinnwarnungen auftauchen, und ob solche die Kurse noch einmal stärker drücken werden. "Zumindest haben die deutschen Zykliker schon viel negatives eingepreist", sagt ein Frankfurter Aktienhändler. Immerhin haben Continental, Daimler, Covestro und BMW seit ihren Höchstkursen etwa die Hälfte an Wert eingebüßt, von einer Thyssen-Aktie ganz zu schweigen.



US-Berichtsaison - niedrige Erwartungen könnten übertroffen werden


Das zweite Quartal selbst dürfte bei den deutschen Unternehmen relativ gut gelaufen sein. Zum einen haben viele Analysten ihre Erwartungen bereits am Jahresanfang stark gesenkt, wegen der konservativen Ausblicke. Dazu kommt, dass das zweite Quartal 2018 nicht gut gelaufen war: "Der Vergleichsmaßstab ist vergleichsweise schwach", heißt es bei der Commerzbank. Rückenwind könne vom Dollar kommen, denn der Euro sei im zweiten Quartal 5 Prozent schwächer gewesen als ein Jahr zuvor. Allerdings meint die Commerzbank, wichtiger als die Quartalszahlen dürften die Ausblicke werden.

Besonders an der Wall Street wird die kommende Woche voraussichtlich schon vom Warten auf die Berichtssaison geprägt. Für die Unternehmen im S&P-500-Index wird ein Gewinnrückgang um 1,6 Prozent und somit das schwächste Quartal seit Anfang 2016 erwartet. Von den Unternehmen, die sich bereits im Vorfeld der Berichtssaison zu den Zahlen äußerten, haben laut DZ Bank 70 Prozent die Erwartungen reduziert. "Der Konsens spiegelt somit ein relativ pessimistisches Szenario wider", meint die DZ Bank. "Ähnlich wie im ersten Quartal besteht damit die Chance, dass die Unternehmen die schwache Markterwartung übertreffen können", ergänzt das Haus.

Bereits am Montag könnten schwach erwartete Daten zur deutschen Industrieproduktion und der Sentix-Konjunkturindikator Aufschluss geben, wie es um die Konjunkturerwartungen in Deutschland derzeit bestellt ist. Am Mittwoch veröffentlicht die US-Notenbank das Protokoll ihres jüngsten Zinstreffens. Am Donnerstag legen Südzucker und Gerresheimer Zahlen zur Geschäftsentwicklung auf den Tisch, und in den USA werden am Donnerstag und am Freitag Daten zur Preisentwicklung bekanntgegeben.

DJG/hru/gos

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July 05, 2019 05:50 ET ( 09:50 GMT)

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