DAX ®11.811,34+0,06%TecDAX ®1.894,41+0,46%S&P FUTURE2.364,20-0,03%Nasdaq 100 Future5.334,00-0,17%
finanztreff.de
Werbung

MARKT-AUSBLICK/Banger Blick auf Bonds - Konjunktur muss liefern

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
Von Michael Denzin

FRANKFURT (Dow Jones)--Endlich wieder richtig los geht es in der kommenden Woche an den globalen Börsen. Mit dem Ende der Urlaubssaison wird in allen Anlageklassen wieder mit einer Belebung des Geschäfts gerechnet. Trotz der langsam anlaufenden Berichtssaison stehen derzeit die Anleihemärkte stärker im Fokus. Denn seit dem Protokoll der US-Notenbank ist die Klarheit über den künftigen Pfad der US-Zinserhöhungen und damit auch der globalen Renditen ins Wanken geraten. Dass es eine Zinswende gegeben hat, ist unbestritten - die Geschwindigkeit des künftigen Erhöhungen jedoch nicht mehr.

Gerade für deutsche Anleihesparer beginnt damit eine interessante Zeit. Denn der Bund-Futures als Barometer für längerlaufende Staatsanleihen aus Deutschland und damit auch der wichtigste Indikator für den europäischen Anleihemarkt steht nur noch knapp über der Marke von 163 Prozent. Sie gilt als wichtige Unterstützung für die Kurse, umso mehr nach der jüngsten Inflationsüberraschung aus Deutschland. Händler befürchten heftige Verkäufe, sobald die Marke definitiv nach unten gebrochen wird. Für Anleiheinhaber gingen damit schmerzliche Kursverluste einher, die nicht mehr wie früher von großzügigen Zinskupons aufgefangen werden.

In Deutschland stiegen die am Harmonisierten Verbraucherpreisindex gemessenen Lebenshaltungskosten der Verbraucher im Dezember nach vorläufigen Ergebnissen mit einer Jahresrate von 1,7 (November: 0,7) Prozent. Das ist die höchste Teuerung seit Juli 2013. Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg um 1,3 Prozent gerechnet.

Mit Spannung wird in der nächsten Woche auf die zahlreichen Reden von US-Notenbank-Mitgliedern geblickt. Marktteilnehmer sprechen von einem regelrechten Redeschwall, der sich über die Anleihemärkte ergießen wird. Von den nicht-stimmberechtigten Mitglieder reden Rosengren, Lockhart und Bullard sowie Harker und Evans mit Stimme. Am Freitag runden Kommentare von Fed-Chefin Yellen das Bild ab. Auch Inflationsdaten aus China stehen im Blick. "Die Gefahr eines volatilen Hin- und Hers am Bond-Markt wegen widersprüchlicher Informationen ist nächste Woche sehr groß", sagt ein Händler.

===

Berichtssaison muss nun liefern - Wer enttäuscht wird bestraft

===
Bei der anlaufenden Berichtssaison könnten derweil Enttäuschungen hart bestraft werden. Angesichts der jüngsten Jahresendrally an den Börsen bestehen die Marktteilnehmer nun geradezu darauf, harte Fakten für einen beschleunigten Konjunkturaufschwungs zu sehen. Viele Gewinnerwartungen seien nun schon in den Kursen vorweggenommen worden, mahnen die Analysten der Bank of America - Merrill Lynch.

Wie empfindlich der Markt reagieren könnte, zeigte gerade erst eine Reihe von Kurseinbrüchen im Einzelhandelssektor, nachdem einige Unternehmen das erwartete Umsatzwachstum nicht liefern konnten. In Großbritannien brach der Kurs von Next ein, in den USA traf es Kohl's, Macy's und L Brands, die Muttergesellschaft von Victorias Secret. Für Kohl's ging es an nur einem Handelstag um fast 20 Prozent nach unten. Andere Branchenwerte wurden in Sippenhaft genommen und verzeichneten ebenfalls starke Kursverluste.

In den USA stehen zunächst die Banken im Fokus, denn die Bank of America, Wells Fargo und JP Morgan öffnen ihre Bücher. In Deutschland könnte SAP mit einer vorgezogenen Datenvorlage aufwarten. Bei den Autozulieferern will Continental erste Eckdaten zum Jahresergebnis vorlegen, Hella präsentiert das Halbjahresergebnis. Dazu kommen Daten von Südzucker und erste Umsatzdaten von Metro.

===

Analysten optimistisch

===
Grund zum Optimismus gibt es aber trotz der kurzfristigen Unsicherheiten. So hat die Bank of America - Merril Lynch gerade ihr Kursziel für den marktbreiten Europa-Index Stoxx-600 nach oben genommen auf 390 Punkte. Aktuell notiert er bei 364 Zählern. Als Grund führen die Analysten gestiegene Gewinnerwartung an. Für 2017 rechnen sie nun mit einem Gewinnanstieg von 11 Prozent. Die besten Anlagechancen wittern sie bei den konjunkturzyklischen Medien- und Ölaktien sowie bei Pharmatiteln und den lange verschmähten Versorgerwerten.

Umgekehrt trauen sie den Bereichen Nahrungsmittel, Einzelhandel und Reise nicht viel zu, denn als Kurstreiber setzen sie vor allem auf ein starkes Wirtschaftswachstum, wie es bereits das Fünfeinhalbjahreshoch bei den europäischen Einkaufsmanager-Indizes zeigte. Dazu gesellten sich der schwache Euro und der Anstieg der Rohstoffpreise. Das Aufwärtspotenzial europäischer Aktien liege daher inklusive Dividende bei rund 10 Prozent. Nur in der jüngsten Jahresendrally machen die Experten einen kleinen Spielverderber aus. Durch das Hochschießen der Aktienkurse seien bereits einige Gewinnerwartungen eingepreist worden.

===

USA trotz höherer Bewertung attraktiver als Europa

===
Auch beim Investmentmanager T. Rowe Price ist man zuversichtlich. Der Bullenmarkt dürfte vor allem bei US-Aktien auch 2017 weitergehen. Die erhöhte Bewertung der Märkte sei dabei kein Hindernis, sagt Larry Puglia, Portfoliomanager der T. Rowe Price Blue Chip Growth Strategy: "Die Bewertungen insgesamt sind weiterhin recht attraktiv... vor allem im Vergleich zu den niedrigen Erträgen, die Staatsanleihen liefern".

Bei Europas Aktien sieht er keinen Kaufgrund allein aufgrund ihrer günstigeren Bewertung. Nur weil sie billiger seien, sollte nicht gefolgert werden, dass sie die besseren Anlagemöglichkeiten seien. Denn die Gründe des niedrigen Bewertungsniveaus sieht Puglia im nach wie vor schwachen Wirtschaftswachstum, wenig wirkungsvollen Anreizprogrammen, negativen Zinsen und der Anfälligkeit nahezu der gesamten Region für politische Risiken.

Die kommende Präsidentschaft Donald Trumps ist zwar eindeutig ein Element der Unsicherheit im US-Kontext, doch die Wirtschaft wächst weiterhin stärker als in allen anderen wichtigen Volkswirtschaften", sagt Puglia. Die Tatsache, dass sich die Aktienbewertungen in den USA in der Nähe von Allzeithochs bewegen, sei daher nahezu irrelevant.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/gos

END) Dow Jones Newswires

January 06, 2017 08:10 ET (13:10 GMT)

Copyright (c) 2017 Dow Jones & Company, Inc.
Werbung
Werbung
Werbung
Jetzt Wünsche erfüllen mit dem PrivatKredit der Degussa Bank. |Bid & Ask Newsletter kostenlos lesen! |Das ATB Tagesgeldkonto - Transparenz für Ihr Geld
Top Baufinanzierung bei der Degussa Bank |Jetzt 1,00% p.a. Zinsen aufs Festgeld - für 12 Monate
Werbung
Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook, Google+ oder Twitter
Aktuelle Umfrageschliessen
Wie, glauben Sie, wird der DAX am Ende dieser Woche - KW 09 - stehen?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen
Börse Stuttgart Anlegerclubschliessen

Attraktive Preise zu gewinnen!

Der Anlegerclub der Börse Stuttgart
verlost beim Gewinnspiel "Trade & Win"
regelmäßig attraktive Preise. Außerdem profitieren Mitglieder von lehrreichen Live-Webinaren, einem informativen Anlegermagazin und vielem mehr.

Jetzt kostenlos Mitglied werden