DAX ®10.710,00+0,83%TecDAX ®2.512,96+1,28%S&P FUTURE2.635,80-0,28%Nasdaq 100 Future6.683,50-0,24%
finanztreff.de

MARKT-AUSBLICK/Berichtssaison dürfte nicht für Befreiungsschlag sorgen

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Manuel Priego Thimmel

FRANKFURT (Dow Jones)Zuletzt ist wieder etwas Ruhe an den Börsen eingekehrt. Im Handelskonflikt haben China und die USA in den vergangenen Tagen wieder versöhnliche Töne angeschlagen. Damit können sich die Anleger der nun beginnenden Berichtssaison zuwenden. Diese ist in den USA wegen der US-Steuerreform stark verzerrt, und in Europa dürfte der feste Euro den Unternehmen das Leben schwer gemacht haben. Daneben bleiben die politischen Risiken hoch. Dies spricht zunächst für eine Fortsetzung der breiten Seitwärtsbewegung im DAX.

Entspannung im Handelskonflikt: Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping hat eine Senkung von Importzöllen angekündigt, will intellektuelles Eigentum besser schützen und den chinesischen Markt stärker für ausländische Investitionen öffnen. Damit ist er auf eine der Kernkritikpunkte aus Washington eingegangen, was bei US-Präsident Donald Trump ein positives Echo fand. Optimisten hoffen nun, dass sich der Handelskonflikt in Wohlwollen auflösen wird und am Ende ein neues Handelsabkommen stehen wird.



Dem Weißen Haus fehlt eine klare Strategie


Die Anleger sollten allerdings vorsichtig bleiben. Zum einen fehlen Details. Zum anderen hat man den Eindruck, dass das Weiße Haus keine klare Strategie fährt, und die teilweise erratischen Tweets von Trump in einem hohen Maße von der Tagesform des Präsidenten abhängen. Die Stimmung kann jederzeit kippen, und das Gespenst eines Handelskrieges erneut die Runde machen. Wie dem auch sei: Klar ist, dass sich der Konflikt noch über Monate hinziehen wird.

Der Handelskonflikt ist nicht das einzige politische Risiko. Unklar ist, wie es in Syrien weitergeht. Sollte Washington tatsächlich wegen des angeblichen Giftgas-Einsatzes in Duma in den Konflikt eintreten, droht ein direktes Aufeinanderprallen der USA und Russland mit entsprechenden Eskalationsgefahren. Daneben steht Trump innenpolitisch unter Druck: Zuletzt wurden die Büros von Trumps langjährigem Anwalt Michael Cohen durch das FBI durchsucht - Sonderermittler Robert Mueller kommt dem US-Präsidenten immer näher.



Ausblicke dürften zurückhaltend ausfallen


Mit der Beruhigung an den Börsen können sich die Anleger wieder verstärkt fundamentalen Daten zuwenden. Und hier steht die gerade beginnende Berichtssaison für das erste Quartal im Blick. Diese dürfte in den USA zumindest auf dem Papier hervorragend gelaufen sein. Grund ist die US-Steuerreform, die einen Gewinnsprung bei den Unternehmen zur Folge haben wird. Der Wermutstropfen dabei: mit den Zahlen dürfte die Gewinndynamik in den USA nach Einschätzung der LBBW ihren Höhepunkt erreicht haben.

Wichtiger für die hiesigen Anleger ist die Berichtssaison in Europa. Und diese dürfte mit der in den USA nicht mithalten können - und das nicht nur aus Steuergründen. Denn wie in den vergangenen Quartalen bekommen die Unternehmen den Gegenwind eines festen Euro zu spüren. Lag der Durchschnittswert der Einheitswährung im ersten Quartal 2017 bei rund 1,05 Dollar, notierte der Euro im ersten Quartal 2018 bei rund 1,23 Dollar. Das drückt auf die Gewinne. Daneben ist wegen der politischen Risiken mit zurückhaltenden Ausblicken zu rechnen.



Die Wirtschaft hat an Kraft verloren


Gegen neue Rekorde an den Börsen sprechen auch die sich zuletzt eintrübenden Wirtschaftsdaten. Die europäischen Einkaufsmanagerindizes haben sich von den Hochs massiv nach unten entwickelt. Eine Rezession zeichnet sich zwar nicht ab, die Daten sprechen aber für eine nachlassende Dynamik. Angesichts eines schwächeren ifo-Index, der jüngsten Dollarschwäche und der Sorgen um den Welthandel hat die Commerzbank nun ihr Jahresendziel für den DAX auf 13.500 von 14.000 Punkten gesenkt.

Viel spricht zunächst für die Fortsetzung einer breiten Seitwärtsbewegung im DAX. Diese wird begrenzt durch das Jahrestief bei 11.727 Punkten und der 200-Tagelinie bei 12.660. Mit aktuell 12.508 Punkten hat sich der DAX bereits recht nahe an das obere Ende dieser Spanne herangearbeitet. Gelingt der Durchbruch im Handelskonflikt zwischen den USA und China, würde sich die Lage ändern. Bislang stehen langfristige Anleger aber nicht unter Handlungsdruck.

Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/raz

END) Dow Jones Newswires

April 13, 2018 06:59 ET ( 10:59 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

Im Artikel erwähnt...

AEX-INDEX
AEX-INDEX - Performance (3 Monate) 498,53 +0,65%
PKT +3,22
Porträt - Chart
Nachrichten
10.12. MÄRKTE EUROPA/Neue Brexit-Unsicherheiten drücken Börsen und Pfund
10.12. MÄRKTE EUROPA/Börsen bauen Verluste aus - Pfund unter Druck
10.12. MÄRKTE EUROPA/DAX erholt sich von den Tiefs - BASF bleiben unter Druck
Weitere Wertpapiere...
EURONEXT 100 928,70 +0,64%
PKT +5,90
PSI 20 4.804,12 +0,27%
PKT +12,84
L/E-DAX 10.744,04 +0,25%
PKT +27,20
L/E-MDAX 22.231,54 +0,13%
PKT +27,90
L/E-SDAX 9.745,12 +0,23%
PKT +22,20
L/E-TECDAX 2.508,11 +0,46%
PKT +11,37
TecDAX ® 2.512,84 +1,28%
PKT +31,73
PRIME ALL SHARE PERF. 4.380,57 +0,77%
PKT +33,68
MDAX ® 22.202,91 +0,59%
PKT +130,70
DAX ® 10.709,84 +0,83%
PKT +87,77
HDAX ® 5.920,41 +0,79%
PKT +46,24
F.A.Z.-Index 2.068,54 +0,72%
PKT +14,80
CDAX ® 1.008,99 +0,74%
PKT +7,42
SDAX ® 9.782,89 +0,75%
PKT +72,82
BEL 20 3.297,95 +0,34%
PKT +11,04
Gold 1.096,85 +0,13%
EUR +1,42
FTSE MIB Index -- --
PKT --
EUR/JPY 128,6880 +0,10%
JPY +0,1230
EUR/CHF 1,1239 -0,03%
CHF -0,0004
EUR/USD 1,1382 +0,27%
USD +0,0030
EUR/GBP 0,9027 -0,10%
GBP -0,0009
USD/CHF 0,9875 -0,30%
CHF -0,0029
USD/JPY 113,0680 -0,17%
JPY -0,1895
USD/GBP 0,7929 -0,40%
GBP -0,0032
+ alle anzeigen
Werbung
Werbung

News-Suche

Suchbegriff:
Werbung
Werbung
Black Pearl Digital AG: Investieren in die Blockchain war nie einfacher – jetzt zeichnen!
Werbung

Werbung
Börse Stuttgartschliessen
Börse Stuttgart

Wir machen Sie fit für die Börse!

Aktuelle Nachrichten, umfangreiche Hintergrundinformationen und essentielles Finanzwissen rund um das Thema Börse.

Jetzt kostenfrei anmelden!
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook, Google+ oder Twitter
Aktuelle Umfrageschliessen
Premierministerin Theresa May verschiebt die Abstimmung über das Brexit-Abkommen. Wackelt das Brexit-Votum?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen
schliessen