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MARKT-AUSBLICK/Berichtssaison gibt DAX Erholungspotenzial

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)Das Vorwegnehmen von Umkehrformationen oder Kauf- und Verkaufssignalen an der Börse kann sehr teuer werden. Aktuell ist am Markt die Diskussion um eine große Kopf-Schulter-Umkehrformation im DAX ausgebrochen. Sie hätte durchaus ein Abwärtspotenzial in den Bereich zwischen 10.500 und 9.800 Punkte. Vollendet würde sie aber erst bei einem nachhaltigen und signifikanten neuen Jahrestief unter 11.727 Punkten. Solange das nicht passiert, ist die Zukunft offen und die aktuelle Korrektur oder Konsolidierung könnte wieder in steigende Kurse münden.

Nahrung bekamen die Bären zuletzt durch die Wall Street, an der die Kurse kräftig nachgaben, belastet von der Erwartung, die US-Notenbank könnte schneller und stärker auf die geldpolitische Bremse treten als erwartet. Das trieb die Anleihenrenditen in die Höhe.

Zwar haben sich die Strukturen an Wall Street in der letzten Aufwärtswelle verschlechtert. Die Marktbreite hat sich eingetrübt. Weder Russel-2000 noch Nasdaq haben die jüngsten Rekorde von S&P oder Dow Jones bestätigt.

Dow und Dow Transportation haben aber beide neue Höchststände markiert. Umkehrformationen liegen zudem nicht vor, die mittelfristigen Aufwärtstrends im Dow und im S&P-500 sind intakt. Und generell wird der erste Einschlag nach neuen Highs an der Wall Street fast immer zum Kauf genutzt. Von daher könnten sich die Kurse an Wall Street schnell wieder fangen, auch wenn die Hausse deutliche Alterungserscheinungen zeigt.



Berichtssaison könnte für positive Impulse sorgen


Zwar sind steigende Zinsen erfahrungsgemäß Gift für die Aktien. In einem frühen Stadium führen sie aber auch zu Tauschoperationen aus Anleihen in Aktien. Voraussetzung ist ein deutlicher Anstieg der Unternehmensgewinne, der die Impulse des Zinsanstiegs abmildert. Deshalb rückt nun die Berichtssaison in den Blick, und sie könnte die Kurse stützen.

Nach den Rekordgewinnen im zweiten Quartal rechnet der Markt für das dritte Quartal mit etwa 20 Prozent Gewinnplus im S&P-500. In der kommenden Woche werden zunächst die großen US-Banken über den Geschäftsverlauf berichten. JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo legen alle am Freitag ihre Ergebnisse auf den Tisch.

In der Eurozone bleiben die Renditen noch sehr niedrig, im Unterschied zu den Schwellenländern sollten hier die Kurse auch nicht vom stärkeren Dollar belastet werden. Im Gegenteil: Der schwächere Euro könnte zu positiven Gewinnüberraschungen in der Berichtssaison führen, heißt es bei der Commerzbank. Zudem sind die deutschen Konjunkturdaten zuletzt deutlich besser ausgefallen als erwartet, so der ifo-Konjunkturindex oder der Auftragseingang.

Damit sollte der DAX eine Erholungschance haben, die sogar kräftig ausfallen könnte, wenn der Index den Abwärtstrend bei knapp 12.400 Punkte überwinden sollte.



Strategischen Stop an die Jahrestiefs legen


Falls der DAX allerdings nach unten durchbricht, würde sich die eingangs große Umkehrformation etablieren. Marktanalysten raten deshalb zu einem strikten Risiko-Management mit einem Stop bei den bisherigen Jahrestiefs.

In Deutschland steht am Freitag der Börsengang von Knorr Bremse an, wegen des hohen Emissionsvolumens von knapp 3,5 bis gut 4,2 Milliarden Euro ein echter Test für die Aufnahmefähigkeit des Markts.

Auf der Marktseite steht am Montag die chinesische Börse im Blick und damit die Frage, wie hoch die Kursverluste nach der einwöchigen Pause ausfallen. Am Mittwoch und Donnerstag dürften die Marktteilnehmer bei den US-Preisdaten genau hinschauen.

DJG/hru/cln

END) Dow Jones Newswires

October 05, 2018 04:52 ET ( 08:52 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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