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MARKT-AUSBLICK/Brexit dominiert die Woche

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Eine entscheidende Woche dürfte DAX & Co bevorstehen. Denn noch vor die Themen von Handelsstreit und Zinspolitik drängt sich der Brexit. Mit der Abstimmung im britischen Parlament am Dienstag dürfte er die Woche dominieren. Damit bleibt Marktteilnehmern nicht viel Zeit, um die Konsequenzen richtig zu bewerten. Einer abwartenden Haltung der Märkte am Montag und Dienstag dürften dann volatile Bewegungen ab Mittwoch folgen.

Kursstechnisch ist damit je nach fundamentalem Ausgang der Abstimmung so ziemlich alles möglich: Schließlich sind bei einer täglichen Volatilität von 1,3 Prozent oder rund 140 Punkten im DAX Kursbewegungen im Bereich von grob 700 Punkten binnen einer Handelswoche denkbar. Der DAX könnte sich demnach schnell wieder der Angstmarke von 10.000 Punkten nähern, oder bei einem guten Ausgang weit nach oben von der 11.000er-Marke absetzen.



Brexit-Abstimmung im Fokus - Hoffen auf Referendum Nummer zwei


Die Risiken bei der Brexit-Abstimmung am späten Dienstagabend sehen Analysten allerdings eher nach unten. Auf den Gewinn einer Mehrheit für Premierministerin Theresa Mays Einigung mit der EU zu setzen, sehe "weit hergeholt" aus, kommentieren die Experten bei Nordea. Wenn die Abstimmung daneben gehe, dürften die Abwärtsrisiken Momentum aufnehmen, fürchten sie. Die Regierung müsse dann innerhalb von drei Sitzungstagen (nicht Kalendertagen) einen Entwurf vorlegen, wie sie sich den Ausstieg vorstelle.

Dieser "Plan B" der Regierung müsse dann spätestens am darauf folgenden Montag, den 21. Januar vorgestellt werden. Da dies aber immer knapper werde mit Blick auf den Exit-Termin am 29. März, tippen die Nordea-Analysten auf eine Verlängerung dieses Termins. Zu Bedenken geben sie jedoch, dass eine einstimmige Entscheidung der 27 EU-Mitglieder notwendig sei, um diese zu genehmigen. Dem könnten aber Sorgen entgegenstehen, dass das Verschieben den Brexit-Termin zu dicht an die EU-Parlamentswahlen Ende Mai heranbringt.

Per Saldo sehen die Analysten aufgrund der Gemengelage ein zweites Referendum dadurch wahrscheinlicher werden. Händler hatten dazu bereits erklärt, dass so etwas von den Märkten als ultrabullish gewertet würde. Aufgrund der Brisanz der Lage dürften dann nämlich die pro-europäischen und zumeist jungen Wählergruppen an die Urne gehen, die beim ersten Referendum noch zu bequem dazu waren.



Versöhnlicher Verlauf bei US-China-Handelsgesprächen


Bis es so weit ist, müssen sich Anleger aber mit den realen Fakten beschäftigen. Und die sehen besser aus als das leidige Brexit-Thema. So scheinen die Handelsgespräche zwischen den USA und China weiter gut zu verlaufen. Positiv vermerkt wird, dass der chinesische Vize-Premier Liu He planen soll, sich schon Ende Januar mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und US-Finanzminister Steven Mnuchin zu treffen. Dies hebe die Gespräche auf ein höheres Level und könnte eine schnellere Lösung andeuten, so die Hoffnung.



US-Zinspolitik immer bullisher für Aktien


Auch die US-Zinspolitik wird als immer bullisher für den Aktienmarkt gesehen. Diverse Kommentare von Fed-Sprechern und zuletzt auch von US-Notenbank-Chef Jerome Powell deuten darauf hin, dass die US-Zinspolitik nicht in Stein gemeißelt ist und flexibel auf die jeweilige Wirtschaftslage reagieren wird. Powell hatte in einer Rede am Donnerstag das Wort "geduldig" fünf Mal benutzt, was Fed-Watcher als sehr taubenhaft werteten. Angesichts der Abschwächung der Konjunkturdaten wird daher nur noch mit maximal zwei, eher aber nur noch einer US-Zinserhöhung im laufenden Jahr gerechnet.

Marktbeobachter werden daher kommende Woche besonders auf weitere Kommentare wie auch das Beige Book am Mittwoch achten. Denn ab Samstag wird es keine Äußerungen aus der US-Notenbank mehr geben. Dann beginnt die sogenannte "Blackout Period" (Schweigeperiode) für US-Geldpolitiker im Vorfeld der nächsten Notenbank-Sitzung.



Start der Berichtssaison


Neben Brexit, China und US-Zins müssen sich Anleger ab der kommenden Woche mit einem zusätzlichen Thema auseinandersetzen - der Berichtssaison. So geht es in den USA los mit den Zahlen aller Großbanken von der Citigroup am Montag über JP Morgan bis zu Goldman Sachs. Bei den Industriewerten macht wie üblich Alcoa den Anfang. In Europa ist noch nicht viel los, hier stehen zumeist noch Zwischenberichte oder Umsatzmeldungen auf der Agenda, unter anderem von Total, Metro, Beiersdorf und Alstom.

Im Fokus steht daher klar der DAX-Wert Continental am Montag mit den Gesamtjahreszahlen für 2018. Vor allem die Aussagen zum Ausblick dürften eine große Tragweite über die Branche hinaus haben. Denn nach dem Kursabsturz der Autowerte im vergangenen Jahr stehen Anleger vor der wichtigen Grundsatzentscheidung, ob die günstige Bewertung einen Einstieg wieder attraktiv macht. Ohne Kursgewinne der großen Autowerte wären DAX-Kurse jenseits der 11.000er-Marke nur schwer vorstellbar.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/raz

END) Dow Jones Newswires

January 11, 2019 07:48 ET ( 12:48 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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