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MARKT-AUSBLICK/Covid und US-Wahl belasten DAX-Fokus auf Unternehmen

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Auf volatile Handelswochen sollten sich Anleger in den kommenden Wochen einstellen. Nach dem Schreck über den Anstieg der Corona-Infektionen dürfte die Bereitschaft zum Verteilen von Vorschusslorbeeren gering sein. Da auch die Berichtssaison zum dritten Quartal in Europa mit Vollgas loslegt, werden Index-Investments uninteressant. Der jeweilige DAX-Stand des Tages dürfte dann ohne jede Eigendynamik nur die Kurse der enthaltenen Einzelaktien dokumentieren. Ob der DAX dann über oder unter den gerne zitierten runden Kursmarken notiert, dürfte völlig irrelevant sein.

Eher ist die Frage, ob Kurse um 12.800 Punkte noch zum Jahresende behauptet werden können. Denn mit jedem Tag der Berichtssaison läuft gleichzeitig die Uhr ab in Richtung US-Wahl. Professionelle Anleger dürften dann eher auf Kursabsicherungen über den Index achten und sich nur in Einzelwerten mit guten Quartalszahlen engagieren.

Nach oben ist das Potenzial nun gering. Solange das Risiko steigender Corona-Infektionszahlen oder womöglich neuer Lockdowns über den Märkten hängt, sind steigende Kurse kaum zu rechtfertigen. Eher ist vom DAX ein Durchsacken zu erwarten, falls neue Einschränkungen nötig werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte dies bereits auf dem unbefriedigenden Bund-Länder-Treffen durchblicken lassen.


Markt zwischen Corona, Wahl und Fiskalpaket

Kurze Strohfeuer der Entspannung könnte es möglicherweise geben, falls ein neues großes US-Fiskalpaket kommt. Doch die Chancen dafür schwinden weiter, die Positionen von Pelosi und Mnuchin liegen dafür zu weit auseinander. Und warum auch sollten die Demokraten damit die Chancen auf eine Wiederwahl von US-Präsident Trump erhöhen.

Ihnen dürfte zwar bewusst sein, dass sie mit ihrer Verweigerungshaltung ein ganzes Land in Geiselhaft nehmen, aber der "Große Preis" von vier Jahren Präsidentschaft dürfte zu verlockend sein. Denn mit der Ankündigung eines Hilfspakets würden wohl viele Arbeitgeber eine positive Perspektive sehen und auf Kündigungen verzichten. Doch ohne ein Paket dürften nun massive Entlassungswellen folgen. Und damit würde auch Präsident Trump sein einzig verbliebenes Argument einer brummenden Wirtschaft verlieren.


US-Wahl ist fließend - Am 3. November ist nichts vorbei

Zudem wird Anlegern immer bewusster, dass mit dem Wahltermin in den USA am 3. November noch nichts vorbei sein muss. Der Wahlausgang könnte unklar sein und die Briefwahl entscheiden, auf die wegen manuellen Auszählens noch Wochen danach gewartet werden muss. Über ein Drittel der Bevölkerung erwarten Experten als Briefwähler. Rund 10 Millionen Amerikaner sollen ihre Stimme bereits abgegeben haben.

Wahlergebnisse könnten angezweifelt werden oder technisch fehlerhaft sein. Und bis ein neuer Präsident handlungsfähig ist, befindet man sich längst im Jahr 2021. Ohnehin fragen sich institutionelle Anleger, warum sie sich noch irgendwelchen Kursrisiken aussetzen sollen, wenn das Anlagejahr 2020 nach der Wahl sowieso nur noch vier liquide Handelswochen hat. Schließlich können die internationalen Börsen mit dem aktuellen Kursniveau durchaus zufrieden sein. Denn dass man Corona börsentechnisch so gut wegsteckt war im Frühjahr nicht zu erwarten.


Index uninteressant - Augen auf Berichtssaison

Angesichts der übergeordneten Risiken dürften die Indizes von professionellen Anlegern überwiegend zur Kursabsicherung benutzt werden. Die Konzentration wird auf den Einzelwerten liegen. Aufgrund der generell geringen Bereitschaft zum Verteilen von Vorschusslorbeeren fallen umgekehrt die prozentualen Kursänderungen als Reaktion nach der Zahlenvorlage derzeit hoch aus. Für Trader dürfte es interessanter sein, in Einzeltiteln vor Zahlen zu handeln, als auf den Gesamtmarkt zu setzen.

Positive Überraschungen bei den Zahlen zum dritten Quartal sind überwiegend zu erwarten. Denn Analysten waren einfach zu negativ im Vorfeld. Die IBES-Erwartungen rechnen mit einem Einbruch des Gewinns je Aktie von bis zu 40 Prozent, heißt es von den Strategen bei Barclays. Dies dürfte sehr einfach zu schlagen sein. Im Fokus stehen daher die Ausblicke der Unternehmen. Allerdings werden auch diese an der künftigen Entwicklung der Coronavirus-Pandemie hängen und von Anlegern immer nur mit einem großen Risikoabschlag eingepreist werden.

Selbst die ansonsten so wichtigen Konjunkturdaten stehen daher unter Vorbehalt. So das chinesische BIP am Montag oder die aktuellen Einkaufsmanager-Indizes am Freitag nächster Woche. Auch sie spiegeln schließlich nur die Vergangenheit vor der neuen Covid-Welle wider.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/ros

END) Dow Jones Newswires

October 16, 2020 05:47 ET ( 09:47 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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