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MARKT-AUSBLICK/DAX drängt in die Pole Position

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)Die nun bereits mehrere Wochen anhaltende Konsolidierung am deutschen Aktienmarkt neigt sich dem Ende zu. Der DAX könnte den oberen Bereich der Handelsspanne zwischen gut 10.100 und knapp 11.250 Punkten in der kommenden Woche erneut und dann auch erfolgreich attackieren. Zwar hat der Dauerkonflikt zwischen den USA und China mit der Entwicklung um Hongkong die Konsolidierung zuletzt in die Verlängerung gezwungen, aber politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine, und davon abgesehen hellt sich das Umfeld gerade für den deutschen Aktienmarkt deutlich auf.

Die Zahlen in der Corona-Pandemie weisen weiterhin in die richtige Richtung. Vermutlich wird die Zahl von 10.000 akut Infizierten in Deutschland in der kommenden Woche erstmals seit längerem wieder deutlich unterschritten. Das wiederum könnte weitere Lockerungen bei den Maßnahmen auslösen, mit positiven Folgen für die Wirtschaft.

Der von Deutschland und Frankreich geplante Wiederaufbaufonds für Europa hat die Renditedifferenzen zu Anleihen der südeuropäischen Länder deutlich gedrückt. Die Entwicklung dürfte die Lage in der Eurozonen-Peripherie weiter entspannen und die Rezession dort abmildern, auch wenn das geplante 500 Milliarden Euro schwere Paket wegen der Widerstände aus den Nordländern noch verändert werden sollte.

Unterdessen haben in den USA wichtige Barometer wie der Konjunkturindex der Notenbankfiliale in Philadelphia Hinweise gegeben, dass die Rezession ihre Talsohle bereits durchschritten hat. In der Vergangenheit war das immer ein günstiger Zeitpunkt für Aktienkäufe, besonders wenn Geldpolitik und Fiskalpolitík Hand in Hand den Abschwung bekämpften.


Ifo-Geschäftsklima könnte zum Trigger werden

"Die Zuversicht wächst, dass es ab Sommer zu einer konjunkturellen Wende kommen wird", sagt ZEW-Präsident Achim Wambach. In der jüngsten Konjunkturumfrage seines Hauses war die Erwartungskomponente viel stärker gestiegen als im Vorfeld geschätzt. In der kommenden Woche steht nun der Ifo-Geschäftsklima-Index im Blick. Sollte er in die gleiche Richtung weisen, könnte er zum Impulsgeber für steigende Aktienkurse werden. Der Konsens rechnet mit einem Anstieg auf 78,3 von 74,3.

Der DAX hat nun sogar das Zeug dazu, zum neuen Star unter den Börsenindizes aufzusteigen. Ein zyklischer Aufschwung im zweiten Halbjahr dürfte ihn wegen seiner konjuntursensitiven Zusammensetzung zum Gewinner machen. Die hohe Finanzkraft Deutschlands im Kampf gegen die Krise dürfte zudem die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen stärken, sie könnten als Gewinner aus der Krise hervorgehen.

Aktuell liegt das Verhältnis des Kurs-DAX (ohne Dividendenberücksichtigung) zum S&P-500-Index auf dem tiefsten Stand seit 50 Jahren, wie Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest errechnet hat. Mit dem sich bessernden Umfeld liegen nun gute Voraussetzungen für eine Wende vor. Rethfeld sieht sogar die Möglichkeit, dass der Kurs-DAX nach der Corona-Krise den MSCI World "über lange Jahre" outperformt.

Auf kürzere Sicht spricht auch die starke Zurückhaltung der Anleger für weiter steigende Kurse. Commerzbank-Analyst Alexander Krämer verweist auf den niedrigen Aktienanteil in den Portfolios. Aus Aktien- und Multi-Asset-Fonds seien in den vergangenen acht Wochen etwa 16 Milliarden Dollar abgezogen worden. Und auch wohlhabende Privatanleger hätten in den vergangenen Wochen keine Aktien nachgekauft. "Damit ist trotz hoher Bewertungen Raum für höhere Kurse", so Krämer.

Wie an dieser Stelle bereits in der vergangenen Woche beschrieben, sollten die hohen Bewertungen ohnehin nicht zu hoch gehängt werden, denn Aktien sind in der Rezession meistens hoch bewertet, wegen der niedrigen Gewinnerwartungen.

Am Montag bleiben die US-Börsen wegen des Memorial Day geschlossen. Danach stehen im Wochenverlauf unter anderem das Verbrauchervertrauen, die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter und der Einkaufsmanagerindex aus Chicago auf der Agenda. Daneben wird das "Beige Book" zeigen, wie die US-Notenbank die wirtschaftliche Entwicklung beurteilt. In Deutschland werden neben dem Ifo-Geschäftsklima das GfK-Konsumklima und erste Daten zur Preisentwicklung im Mai veröffentlicht.

DJG/hru/gos

END) Dow Jones Newswires

May 22, 2020 06:00 ET ( 10:00 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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