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MARKT-AUSBLICK/DAX zeigt Stärke trotz Handelsstreit

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Volatile Versuche einer Bodenbildung dürften DAX & Co in der kommenden Woche prägen. Trotz verbaler Eskalationen im Handelsstreit zwischen den USA und China ist faktisch bisher noch nichts passiert. Entsprechend notieren viele Indizes in der Nähe ihrer populären 200-Tage-Linien, und von Technischen Analysten ist oft vom "Doppelboden" zu hören. Auch spricht die Zeit langsam wieder für den Aktienkauf, denn wer verkaufen wollte, dürfte mittlerweile sein Portfolio geräumt haben. Schließlich läuft die Verkaufswelle im DAX schon seit Ende Januar.



DAX zeigt Stärke trotz Handelsstreit


Der Handelsstreit wird wohl auch in der kommenden Woche die Nachrichtenlage dominieren. Voraussagen nutzen hier wenig, die Märkte bleiben den Absichtserklärungen der Politiker ausgeliefert. Entsprechend scharf dürften dann auch weiter die Marktreaktionen ausfallen, da der übliche Mechanismus des langfristigen Einpreisens und Diskontierens von Nachrichten bei so etwas nicht funktioniert. Per Saldo scheinen sich aber freundliche Tendenzen durchzusetzen: Klar zu sehen war das schon am DAX, der dank versöhnlicher Kommentare aus den USA zwischen Mittwoch- und Donnerstagnachmittag um 500 Punkte nach oben sprang.

Das dürfte zwar auch umgekehrt passieren, sobald sich die Nachrichtenlage wieder verdüstert. Allerdings heben Händler bereits die Relative Stärke des DAX hervor, mit der er auf den erneut erhöhten Einsatz im Handelspoker durch US-Präsident Trump reagierte. Der deutsche Leitindex gab nur moderat nach und hielt sich weit über der 12.000er Marke, obwohl die USA die chinesischen "Vergeltungsmaßnahmen" von 50 Milliarden Dollar, die Peking als Reaktion auf die ursprünglich angedrohten US-Strafzölle genannt hatte, nun auf 100 Milliarden Dollar verdoppelten. Das größte Risiko sehen Analysten in Fehleinschätzungen der jeweiligen Reaktion des Gegenübers auf beiden Seiten.



Nicht alles ist offensichtlich...


Sorgen machen auch Nebenkriegsschauplätze, deren Tragweite oder Konsequenzen nicht sofort erfasst werden können. So zum Beispiel die vorgeschlagene Verteuerung des Soja-Imports nach China durch einen Strafzoll von 25 Prozent. Was zunächst wie ein begrenztes Spezialinteresse wirkt, könnte massive Konsequenzen haben. Denn Soja ist das Hauptfuttermittel der Schweinezüchter in China, die über 60 Prozent der US-Exporte und über 30 Prozent der Gesamtproduktion der USA aufkaufen. Die Preise für Schweinefleisch seien aber die wichtigste Komponente für die Inflation der Lebensmittelpreise, betonen die Analysten von Goldman Sachs.

Daten zur Inflation stehen kommende Woche ohnehin im Fokus. So am Mittwoch die Verbraucherpreise aus den USA und China für März. Aus Deutschland kommen nur finale Inflationszahlen. Als wichtiger wird das Ergebnis der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst gesehen. Sollte es für sichere Arbeitsplätze tatsächlich die geforderten 6,0 Prozent mehr geben, wäre das ein stark negatives Signal für andere Branchen und hätte Druck auf die Margen der Unternehmen zur Folge.

Dazu nimmt die Berichtssaison in den USA Fahrt auf mit den Zahlen der Banken JP Morgan Chase, Citigroup und Wells Fargo. Aus Europa kommen für das erste Quartal überwiegend erste Umsatzdaten, so von Givaudan, LVMH, L'Oreal und Carrefour.



April macht Hoffnung - Saisonale Stärke


Hoffnung für den Monat April machen aber die Cross-Asset-Strategen von Morgan Stanley. Sie haben festgestellt, dass er zu den weltweit stärksten Monaten des Jahres in vielen Asset-Klassen zählt. Im DAX werde hier im Schnitt eine Rendite von 2,5 Prozent erzielt. Die beste Performance unter den globalen Sektoren erzielten dabei die Energie-Aktien mit 1,4 Prozent Plus. Ein Grund dahinter sei, dass zwischen März und Mai rund 400 Milliarden US-Dollar auf der Welt an Dividenden ausgeschüttet werden.

Dies dürfte auch diesmal angesichts der erhöhten Volatilität die Märkte stabilisieren. Vor allem der OMX in Stockholm, der AEX in den Niederlanden, der SMI in der Schweiz sowie die Indizes von Italien und Großbritannien würden in den kommenden vier bis sechs Wochen hohe Ausschüttungen aufweisen. Umgekehrt gehörten Staatsanleihen zu den schwächsten Performern im Frühjahr.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/cln

END) Dow Jones Newswires

April 06, 2018 07:41 ET ( 11:41 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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