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MARKT-AUSBLICK/Fondsmanager sitzen auf den falschen Assets

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)Der Juni könnte an den Börsen zu einem heißen Monat werden. Der Mai hatte zwischenzeitlich ansehnliche Kursgewinne gebracht, die positive Stimmung hat sich aber in der letzten Monats-Dekade bereits verflüchtigt. Unter dem Strich blieb im Dow-Jones-Index noch ein Plus von gut 1 Prozent übrig, im DAX nichts mehr. Und derzeit deutet wenig darauf hin, dass die Märkte bereits wieder nach oben umschlagen.

Generell gilt der Juni als schwieriger Monat. Seit 1987 waren etwa die Hälfte aller Juni-Monate für den DAX negativ, schlechter ist nur der September. Auch in den USA gilt der Juni als schwierig, seit 2000 brachte er 12 mal Verluste und nur 6 mal Gewinne.

Im Juni gehen die positiven saisonalen Einflüsse verloren. Die Dividendenzahlungen sind vorbei, die nächste Berichtssaison lässt auf sich Warten. Stattdessen steht im Juni 2018 voraussichtlich die nächste US-Zinserhöhung an, zur Fed-Sitzung am 13. des Monats.

Aufgrund der nun weitgehend fehlenden positiven wirtschaftlichen Impulse wird der Markt zum Spielball der Politik. Und da sind die Einflüsse tendenziell negativ, wie die Krisen in Italien, die Probleme ausgewählter Schwellenländer und die unruhige Lage im Nahen Osten zeigen. Und auch der ausbrechende Handelskrieg könnte die Börsen weiter belasten.



Krisen und Handelsstreit als potenzielle Belastungsfaktoren


In Italien wird die sich nun abzeichnende Regierungsbildung der Euro-kritischen 5-Sterne-Bewegung und der nationalistischen Lega zwar als das kleinere Übel gegenüber Neuwahlen gesehen. "Zur Entwarnung besteht aber kein Anlass", sagt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Die neue Regierung dürfte auf Konfrontationskurs zur EU gehen, somit könnte die Krise wieder hochkochen, ergänzt er.

Die Probleme einiger Schwellenländer haben sich zuletzt weiter manifestiert - und das nicht nur in den Krisenländern Türkei und Argentinien. Die Aktien der Banken an den asiatischen Schwellenländern liegen seit Jahresbeginn reihenweise zwischen 20 und 40 Prozent im Minus. Mit der anstehenden US-Leitzinserhöhung droht eine weitere Runde des Kapitalabzugs aus den Emerging Markets.

Die Krise im Nahen Osten bleibt ebenfalls im Blick der Märkte. Der UN-Sondergesandte Nikolay Mladenow sieht die Region am Rande eines Krieges. Ein Krieg würde den Ölpreis schnell wieder nach oben treiben, nachdem er zuletzt von Spekulationen auf eine Förderausweitung etwas gedrückt worden ist.

Überlagert werden könnten die genannten Krisen in der kommenden Woche von einer Eskalation des Handelsstreits mit den USA. Besonders die angedrohten Zölle auf Auto-Importe würden den deutschen Aktienmarkt empfindlich treffen, Gegenmaßnahmen der EU über die bisher offiziell vorgeschlagenen hinaus den US-Markt.

Dabei ist die technische Situation an der US-Börse derzeit noch vergleichsweise günstig. An der NYSE hat die Advance-Decline-Line zuletzt neue Allzeithochs erreicht, die Marktbreite zeigt sich also weiter in einer guten Verfassung. Dabei fließt das Geld besonders in die vom globalen Markt unabhängigen "Small-Caps", aber auch weiterhin in die Technologiewerte. Hier liegt die Crux: Nun bereits mehrfach geforderte Zölle oder Steuern der EU gegen Google, Amazon & Co könnten die Stimmung für Letztere umschlagen lassen.



Fondsmanager sitzen auf Aktien der Eurozone und der Banken


Brisant ist die Situation, weil viele Fondsmanager vermutlich gerade die Vermögenswerte haben, die derzeit im Brennpunkt der Krisen stehen. Wie die letzte Umfrage von Merrill Lynch in der Branche gezeigt hat, war die Eurozone Mitte Mai die favorisierte Region. Damit droht wahrscheinlich die Gefahr weiteren Kapitalabzugs.

Bei den Branchen waren Banken zuletzt so stark übergewichtet wie nur einmal zuvor seit Beginn der Umfrage. Doch nicht nur in den Schwellenländern oder in der Eurozone neigten Bankaktien in den vergangenen Tagen besonders schwach. Auch Goldman Sachs notierten kürzlich auf einem neuen Jahrestief.

US-Aktien hatten die Fondsmanager dagegen deutlich untergewichtet. Es ist unwahrscheinlich, dass sie seit der Umfrage ihre Positionen bereits in großem Stil angepasst und bereinigt haben. Genaueres dazu wird allerdings erst die nächste Umfrage Mitte Juni bringen.

Kommende Woche steht zunächst der Sentix-Konjunkturindex im Blick, häufig ein guter Indikator für den Ifo-Index. Der Dienstag wird von Einkaufsmanager-Indizes geprägt, am Abend äußert sich dann die Deutsche Börse zu den Index-Veränderungen, die zur Monatsmitte in Kraft treten. Am Mittwoch steht unter anderem die US-Handelsbilanz auf der Agenda. Am Donnerstag folgt der deutsche Auftragseingang und am Freitag die chinesische Handelsbilanz.

Kontakt zum Autor: herbert.rude@wsj.com

DJG/hru/ros

END) Dow Jones Newswires

June 01, 2018 04:17 ET ( 08:17 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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