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MARKT-AUSBLICK/Neue DAX-Hochs möglich - Volatilität im Fokus

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Auf neue Allzeithochs beim DAX können Anleger in der kommenden Woche setzen. Der kleine Januar-Verfalltag an den internationalen Terminbörsen dürfte den Weg nach oben freigemacht haben. Er hatte den DAX im Bereich um 13.500 Punkte regelrecht festgezurrt. Genau genommen wäre der DAX damit sowieso nur einer der letzten Indizes, die ein neues Rekordhoch schaffen. Der europaweite Stoxx-600-Index ist schon längst nach oben ausgebrochen und die US-Börsen eilen schon lange von einem Rekord zum nächsten.

Mit der Unterzeichnung des Phase-1-Handelsabkommens zwischen USA und China ist bei den Rahmenbedingungen nun Klarheit geschaffen worden. Die Risikoprämien für noch mehr Zollerhöhungen konnten damit aus Aktien ausgepreist werden, was alleiniger Grund der Kursrally seit dem Sommer war, die den DAX von unter 12.000 in Richtung 13.500 trieb. Allerdings ist dadurch nur die Gefahr von weiteren Belastungen gebannt, mehr Geld wird dadurch noch lange nicht verdient. Und hier haben sich wohl noch nicht alle Marktteilnehmer klar gemacht, dass die bisherigen Zölle zwischen USA und China bestehen bleiben. US-Präsident Trump sieht sie als Druckmittel für weitere Verhandlungen mit China und auch gegenüber dem US-Wähler. Denn könnte besser Eigenwerbung im Wahlkampf gemacht werden, als dem täglichen Tweet über Fortschritte oder auch eine harte Hand gegenüber China?


DAX-Performance ohne Autos wird schwer

Trump hat damit ein Pfand in der Hand, das aus Marktsicht aber in den betroffenen Branchen jederzeit jähe Umschwünge verursachen kann. Vor allem deutsche Autowerte bekamen dies schon wieder zu spüren. Einem Bericht der "Washington Post" zufolge wurde deutschen, französischen und britischen Politikern mit Strafzöllen von 25 Prozent auf Importe gedroht, falls man nicht auf Trumps Irankurs einschwenke. Auch die folgende "Einordnung" des Gesagten durch Europas Politiker ändert daran nichts: Die im DAX schwergewichteten Autowerte werden damit für die Zukunft in Geiselhaft genommen. Erst wenn ein verbindlicher Handelsvertrag zwischen den USA und Europa davor schützt, kann diese Risikoprämie ausgepreist werden.

Ohne die Autos schafft der DAX aber keine neuen Hochs", sagte ein Händler. Und die Branche steht auch ohne Trump unter Druck. Der Investitionsbedarf durch den Zwang zur E-Mobilität ist so groß, dass die Commerzbank-Analysten von einem "Elektroschock für deutsche Autos" sprechen.


Aktien teuer - Kein Platz für Enttäuschung

Daneben droht eine zweite Gefahr für die Märkte - die Rückkehr der Volatilität. Denn der alleinige Blick auf das Handelsabkommen machte es leicht, andere Risikofaktoren auszublenden. Und hier könnten noch böse Überraschungen von der jetzt startenden Berichtsaison drohen. Besonders dann, wenn die Ausblicke der Unternehmen selbst mit dem Phase-1-Abkommen im Rücken immer noch verhalten ausfallen.

Die Aktienbewertungen sind schließlich auf Hochs angelangt, die nicht weniger als eine kräftige Konjunkturerholung einpreisen. Jede Enttäuschung wird abgestraft. Die gesamte Kursrally der vergangenen Monate war nicht gewinngetrieben, sondern ging lediglich auf eine steigende Aktienbewertung zurück, die berüchtigte "Multiple Expansion". Bei globalen Leuchtturmunternehmen wie z. B. Apple wurde binnen eines Jahres 2019 der Gewinn zunächst mit dem 12,9-fachen und am Jahresende mit dem 24,1-fachen bezahlt.


Nur geringe Volatilität macht Aktienrendite attraktiv

Die drastisch fallende Rendite der Aktionäre lässt sich nur vor dem Hintergrund der Notenbanken-Geldschwemme und der geringen Volatilität rechtfertigen. "Das macht die risikoadjustierten Renditen der Aktien attraktiv relativ zu Staatsanleihen", heißt es von den Strategen der Societe Generale dazu. Da die Volatilität derzeit sehr gering sei, sei die Erwartung über ihre künftige Entwicklung der Schlüssel für Anlageentscheidungen geworden: "Jeder Anstieg der Volatilität dürfte daher zum scharfen Zurückfahren von Aktienpositionen auf Fondsseite führen", warnen sie. Wie schnell die Luft aus Aktienkursen bei einer zu hohen Bewertung - selbst bei einer guten Story - entweichen kann, mussten gerade erst Varta-Aktionäre erleben. Nach vorsichtigen Analystenstimmen verloren die Aktien binnen einer Woche ein Drittel ihres Wertes.

Mit der nun beginnenden Berichtssaison in Europa sollten Anleger daher nicht nur auf Gewinn und Ausblick der Unternehmen achten. Auch Aussagen und Ereignisse, die einfach Unsicherheit und damit erhöhte Volatilität hervorrufen, könnten schon zum Ausstieg von Großanlegern führen.

Der Montag dürfte zunächst ruhiger verlaufen, da die US-Börsen wegen des Martin-Luther-King-Days geschlossen sind. Wichtige Konjunkturdaten stehen ab Wochenmitte mit dem ZEW-Index und am Freitag den neuen Einkaufsmanager-Indizes für Januar an. Dazu kommt die EZB-Sitzung. Bei den Unternehmen stehen in den USA unter anderem Intel, IBM und Netflix im Blick. In Europa legen schon STMicroelectronics, ASML und UBS erste Daten vor.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/cln

END) Dow Jones Newswires

January 17, 2020 08:02 ET ( 13:02 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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