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MARKT-AUSBLICK/Politischer Herbst steht bevor

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Thomas Leppert

FRANKFURT (Dow Jones)Der Jahrhundertsommer ist dem deutschen Aktienmarkt bereits nicht gut bekommen. Seit Mitte Juni hat das Kursbarometer DAX gut 5 Prozent an Wert verloren. Unternehmen wie Vapiano oder Zalando haben jüngst in ihren Gewinnwarnungen auf die extreme Hitze verwiesen. In der kommenden Woche startet an den Börsen das Schlussquartal 2018, und damit die Berichtssaison für das 3. Quartal. Dann wird sich zeigen, ob auch die protektionistische Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump die Gewinne der Unternehmen zunehmend belastet. Aus der Automobilindustrie gab es bereits einen Serie von Gewinnwarnungen mit dem Verweis auf globale Zollschranken, weitere könnten folgen. Die Analysten waren bereits aktiv und haben die Gewinnschätzungen der DAX-Unternehmen gegenüber dem Jahresbeginn im Schnitt um 3 Prozent gesenkt.

Den Börsen könnte nun ein politischer Herbst bevorstehen. Themen, die Risiken beinhalten, gibt es zuhauf. So wurden zum Wochenschluss bereits viele Investoren auf dem falschen Fuß erwischt, was den 2019er Haushaltsplan Italiens betrifft. Während an der Börse auf ein moderates Defizit deutlich unter der Marke von 2 Prozent gesetzt wurde, soll dort weiter auf Pump gelebt werden. Das Haushaltsdefizit soll in den Jahren 2019, 2020 und 2021 jeweils bei 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen. An der Börse wird in Folge ein höherer Risikoaufschlag vom Schuldner Italien gefordert, die Renditen der Staatsanleihen springen in die Höhe.



Politische Unsicherheiten steigen


Neben dem Haushalt in Italien ist weiterhin ein geordneter Brexit nicht in trockenen Tüchern. Auch wenn an der Börse mehrheitlich davon ausgegangen wird, dass die bisher stockend verlaufenden Verhandlungen doch noch zu einem Ergebnis führen, kann ein sogenannter harter Brexit nicht ganz ausgeschlossen werden. Dabei sei an das Referendum im Sommer 2016 erinnert, damals lagen viele Experten falsch und rechneten mit einem klaren "Remain" der Briten. Sicher ist, dass sich die Verhandlungen noch lange hinziehen werden, der finale Brexit-Gipfel wurde erst einmal in den November verschoben.

Sollte allerdings das Risikoszenario eines harten Brexit eintreten, rechnen die Devisenstrategen der DZ Bank mit einer unmittelbaren Abwertung des britischen Pfundes um 15 oder sogar 20 Prozent. Auch der Euro dürfte dann in Mitleidenschaft gezogen werden und in Richtung 1,10 Dollar fallen.



Wahlen schwächen Merkel weiter


Vor allem die ausländischen Investoren dürften die Landtagswahlen in Bayern und Hessen im Oktober genau verfolgen. Diese dürften belegen, dass der Rückhalt für Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie der Regierungs-Koalition in der Bevölkerung mehr und mehr schwindet. Die jüngsten politischen Kapriolen dürften die Koalitionäre CDU/CSU und SPD weitere Stimmen kosten. Als die Gewinner dürften die Grünen wie auch die AfD aus den Landtagswahlen hervorgehen.

Dies dürfte der Bundesregierung nicht nur das Regieren in Deutschland erschweren, auch in Europa dürfte das Ansehen der Kanzlerin weitere Risse bekommen. In den Medien wird dieser Tage bereits die Merkel-Dämmerung ausgerufen. Berenberg-Volkswirt Holger Schmieding erwartet, dass eine mögliche neue Koalition oder auch Neuwahlen, die zu einer neuen Koalition führten, zwar kurzfristig für gewisse Irritation sorgen würden, mittelfristig allerdings nur zu einer bescheidenen Anpassung der Politik in Deutschland führen dürften.



Kongresswahlen in den USA könnten Jahresendrally einleiten


Im November stehen die Kongresswahlen in den USA auf der Agenda. Im Vorfeld ist noch mit vielen Tweets des US-Präsidenten zu rechnen. Spannend wird, ob die Republikaner die Mehrheit in beiden Kammern verteidigen können oder ob die Demokraten das Repräsentantenhaus übernehmen. Ein Sieg der Republikaner auf ganzer Linie dürfte nach Einschätzung von Bernd Meyer, Chefstratege beim Wealth und Asset Management bei Berenberg, kurzfristig den Dollar wie auch die Wall Street stark stützen. Eine erwartete Mehrheit der Demokraten im Repräsentantenhaus sei mittelfristig gut für den Kapitalmarkt. Der unwahrscheinliche Wahlausgang, dass die Demokraten in beiden Kammern die Mehrheit erreichten, wäre dagegen klar negativ für die Börse.

Während die Wall Street historisch betrachtet im Vorfeld der Kongresswahlen seitwärts tendierte, ging es - unabhängig vom Wahlergebnis - in der Folge ordentlich aufwärts. Schon 90 Tage nach der Wahl notierte der S&P-500-Index in 16 von 17 von Meyer betrachteten Fällen im Schnitt bereits 8 Prozent höher. 180 Tage nach der Wahl stand der Index sogar in 17 von 17 Fällen im Schnitt stolze 15 Prozent höher. Mit Unterstützung einer positiven Saisonalität an den Börsen zum Jahreswechsel könnte damit die Jahresendrally an den Börsen nach den US-Kongresswahlen starten.



Datenkalender prall gefüllt


In der kommenden Woche ist der Datenkalender mit Wirtschaftsindikatoren prall gefüllt. Am Freitag steht der US-Arbeitsmarktbericht für September auf der Agenda. Der Stellenaufbau dürfte sich nach Einschätzung der DZ Bank sowohl im Dienstleistungsbereich als auch in der Industrie fortgesetzt haben und die Arbeitslosenquote infolge dessen weiter gesunken sein. Aber auch die Bekanntgabe der US-Einkaufsmanagerindizes des ISM-Instituts für September gehört zu den Top-News. Im Dienstleistungs- und Industriebereich dürfte es wohl nur zu einer sehr leichten Eintrübung der bisherigen Hochstimmung gekommen sein.

Ebenfalls am Freitag stehen die Auftragseingänge für die deutsche Industrie zur Veröffentlichung an. Nach einer relativ schwachen Entwicklung in den vergangenen Monaten erwarten die DZ Bank für August eine leichte Korrektur nach oben. Zudem spreche das stabile Industrieklima - gemessen am ifo-Geschäftsklima - für ein mildes Auftragsplus.

Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/ros

END) Dow Jones Newswires

September 28, 2018 06:50 ET ( 10:50 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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