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MARKT-AUSBLICK/Regulierung und Themensuche bremsen Handel aus

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Auf ein trendloses, aber volatiles Geschäft sollten sich Anleger zwischen den Jahren einstellen. Denn die Märkte orientieren sich um. Alte Themen wie die Konjunktur auf Volldampf und niedrige Zinsen sind passe - mit dem neuen beherrschenden Thema, dem Ende der lockeren Notenbankpolitik, können Marktteilnehmer noch nicht richtig umgehen. Es fehlt damit an einem übergeordneten Kurstreiber. Ständige Neubewertungen und Meinungswechsel werden daher zu entsprechenden Richtungsänderungen an den Börsen führen. Die Volatilität dürfte sich damit deutlich erhöhen.



Regulierung bremst den Handel aus - Illiquidität voraus


Zudem dürften sich institutionelle Anleger diesmal Zeit lassen mit neuen Engagements. Denn zum einen sind die Börsen weltweit sehr gut gelaufen, der DAX hatte mit rund 14 Prozent Plus ein gutes Jahr. Zum anderen beginnt das Jahr 2018 mit komplett neuen Rahmenbedingungen. Der Start der sogenannten Mifid-II-Regulierung hält Institutionelle schon seit Anfang Dezember in ihrem Bann.

Das ist die größte Änderung der Spielregeln seit 20 Jahren", sagte ein Frankfurter Aktienhändler Mitte des Monats. Entsprechend stehe der konkrete Kursverlauf an den Börsen viel weniger im Fokus als sonst, die Banken und ihre Mitarbeiter seien zunächst mit sich selbst beschäftigt. Es könne das ganze erste Quartal dauern, bis sich das System neu eingespielt habe, vermuten Marktteilnehmer.

In der Zeit zwischen den Jahren und in der ersten Januar-Woche ist an Europas Aktienmärkten mit einer hohen Illiquidität zu rechnen. Gerade einmal sieben Handelstage finden hier international statt. Wegen der Weihnachtsferien ist mit der Rückkehr von Entscheidungsträgern erst ab der zweiten Januar-Woche zu rechnen. Gelangweilte Trader dürften im ausgedünnten Markt nur auf Ihresgleichen treffen und damit bei Nachrichten für entsprechende Kurskapriolen ohne längerfristigen Bestand sorgen.



Banger Blick auf Performance von erster Januar-Woche


Die Börsenstatistik wird angesichts der Impulslosigkeit der Zeit zwischen den Jahren immer wieder gern bemüht. Hier richtet sich der Blick auf den Jahresbeginn mit den "First Five Days in January". Der Verlauf der ersten Handelstage des neuen Jahres soll angeblich bereits entscheiden, wie das ganz Jahr wird.

Für den US-Markt lautet das Ergebnis, dass ein schwacher Verlauf der ersten Woche kein Signal für gar nichts ist, eine statistisch irrelevante Fifty-Fifty-Chance. Bei einem positiven Start werden jedoch Wahrscheinlichkeiten um 70 Prozent für einen guten Jahresverlauf genannt. Ähnlich sieht es für Europa aus. Unbeantwortet bleibt jedoch die Frage, welche Personen eigentlich diese richtungsweisenden Positionierungen vornehmen. Denn Gespräche mit Marktteilnehmern zeigen seit Jahren, dass Anlageentscheider erst in der zweiten Woche aus dem Urlaub zurückkehren.



Preisdaten wegen Inflation im Fokus


Wichtige Konjunkturdaten gibt es tatsächlich auch zwischen den Jahren. Nur sollten sich Anleger darauf einstellen, dass sie erst ab der zweiten Januar-Woche abschließend bewertet werden. Rund um den Jahreswechsel werden einige Einkaufsmanager-Indizes (PMIs) veröffentlicht. So für die USA der Chicago-PMI und aus China der wichtige offizielle PMI für den Service- und Industriebereich.

Perspektivisch sehr wichtig dürften die deutschen Verbraucherpreise im Dezember sein, die allerdings am letzten Handelstag des Jahres veröffentlicht werden. Sie decken das Thema "Inflation" ab, das im kommenden Jahr dank steigender Zinsen das wichtigste werden dürfte. Doch zuvor verweist Anlagestratege Jim Reid von der Deutschen Bank auf das größte Event der kommenden Woche - "..the Arrival of Santa". Frohe Weihnachten!

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/cln

END) Dow Jones Newswires

December 22, 2017 07:28 ET ( 12:28 GMT)

Copyright (c) 2017 Dow Jones & Company, Inc.
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