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MARKT-AUSBLICK/Sicherung der DAX-Performance vor Brexit im Fokus

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Viel kurzfristiges Trading und wenig langfristige Anlagekäufe erwarten Händler für die kommende Woche. Denn mit den britischen Parlamentswahlen, der US-Entscheidung über weitere Zollerhöhungen gegen China, diversen Notenbanksitzungen und Preisdaten werden zu viele Weichen auf einmal gestellt. Vor allem die institutionellen Anleger dürften zunächst Ergebnisse abwarten, um überhaupt eine Planungsgrundlage zu erhalten.


Trumps Tweeterei ermüdet - Performance in Gefahr

Vor allem das ständige Hin und Her der Tweets von US-Präsident Donald Trump sorgt für Verstimmung. Marktteilnehmer verlieren immer mehr die Lust, jede Befindlichkeitsmeldung des US-Präsidenten auch mit Kursreaktionen begleiten zu müssen. Stratege Jochen Stanzl von CMC Markets spricht von "schizophrenen Zügen", die der Handelsstreit annehme. Verstärkt werden die Ermüdungserscheinungen durch ein weiteres, individuelles Kriterium für die Fondsmanager - ihrer eigenen Jahresperformance.

Denn "das Hin und Her der Nachrichtenlage ermüdet und gefährdet vor allem so kurz vor Jahresende die Performance", kommentierte ein Händler. Schließlich gebe es gerade noch zwei liquide Handelswochen bis zum Jahresende. Kaufinteressenten gingen daher dazu über, nur noch die nötigsten Anpassungen vorzunehmen, um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Ein weiterer Händler unterstreicht, wieviel mittlerweile für die Manager, und damit auch für ihre Bonuszahlen, auf dem Spiel steht: "Man übersieht leicht, dass der DAX auf Jahressicht 25 Prozent gemacht hat - so eine exorbitant gute Performance will keiner mehr riskieren".

Daher könnte genau zu dem Zeitpunkt, an dem es auch faktisch Neues geben wird, das nahende Jahresende für weiter verringerte Engagements sorgen. Bis zum nächsten Sonntag, dem 15. Dezember, läuft nämlich noch die Frist, bis zu der der US-Präsident über zusätzliche China-Zölle entscheiden kann. Analysten setzen hier aber klar auf Versöhnung: "Sonst läge der DAX 500 Punkte tiefer", sagte ein Händler. Und Kallum Pickering, Volkswirt der Berenberg Bank, sieht auch den US-Regierungschef unter Handlungszwang: "Trump muss in einer Wahl kämpfen und es wäre gut, wenn er Fortschritte an der Handelsfront vermelden kann".


Brexit-Wahl und Geldpolitik kommen dazu

Neben dem Handelsstreit muss sich der Markt auch dem lange verdrängten Thema "Brexit" wieder widmen. Denn am Donnerstag finden die Neuwahlen in Großbritannien statt. Zwar geben die jüngsten Umfragen keinen Zweifel am Wahlsieg vom Premierminister Johnson. Da die Schließung der Wahllokale aber erst um 23:00 Uhr sein wird, besteht endgültige Klarheit erst am Freitag. Für viele Anleger also ein weiterer Grund, im Wochenverlauf nichts zu machen.

Zudem wird auch der Fokus etwas von Wirtschaftsdaten auf die Geldpolitik gerückt. Hier wird bei den Sitzungen von US-Notenbank und EZB auf mögliche neue Projektionen zu Inflationserwartungen geblickt. Dazu wird Dienstag und Mittwoch mit den Verbraucherpreisen aus China und den USA die Preisentwicklung der wichtigsten Wirtschaftsblöcke veröffentlicht. Per Saldo setzen Marktteilnehmer auf zurückhaltende Aussagen der Notenbanken zur Inflationsentwicklung angesichts der zuletzt unbefriedigenden Wachstumsdaten.

Denn zuletzt hatte in Deutschland die Industrieproduktion enttäuscht und in den USA beide ISM-Indizes. Noch genauer als sonst könnte daher auf die Konjunkturindizes von Sentix und ZEW zum Wochenbeginn sowie die OECD-Frühindikatoren geachtet werden. Dazu gesellen sich die schwergewichtigen Konjunkturprognosen der "Wirtschaftsweisen" für das kommende Jahr, so vom Ifo-Institut Berlin, dem IWH Halle, und RWI und IfW.


Zu hohe Aktienbewertung preist alles Gute schon ein

Sollte diese Vielzahl an wegweisenden Ereignissen tatsächlich gut ausgehen, könnten die Märkte weitersteigen - wäre da nicht das Problem der hohen Bewertung: Denn viele Banken warnen bereits, eine Verbesserung der Einkaufsmanagerindizes sei bereits eingepreist - ebenso ein demnächst kommender "Phase-Eins-Deal" zwischen den USA und China.

Selbst für die boomenden Börsen in den USA erwarten zum Beispiel die Analysten der Deutschen Bank nicht mehr viel. Denn selbst bei einer hohen 18,5-fachen Bewertung ihrer Gewinnerwartung der Unternehmen im marktbreiten S&P-500-Index sehen sie nicht mehr als ein Kursziel von 3.250 Zählern am Jahresende 2020. Dies wäre ein marginaler Anstieg gegenüber dem aktuellen Stand. "Tatsächlich ist dies das gleiche Ziel wie für 2019 und impliziert einen Seitwärtsmarkt für 2020", kommentieren die Strategen.

Eine sehr starke Erholung der ISM-Indizes bis hoch auf 57 Punkte und ein Gewinnwachstum von weiteren 15 Prozent sei darin bereits eingepreist. Jedoch seien die Aktien nun an der Spitze ihrer historisch üblichen Bewertungsspanne des 10- bis 20-fachen Gewinns angelangt. Für den S&P-500 befürchten die Strategen daher sogar, dass eine moderatere Bewertung zu einem Fall des Index aus seinem zehnjährigen Aufwärtstrend führen könnte.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/flf

END) Dow Jones Newswires

December 06, 2019 05:58 ET ( 10:58 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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