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MARKT-AUSBLICK/US-Präsidentschaftswahlen werfen dunkle Schatten voraus

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Manuel Priego Thimmel

FRANKFURT (Dow Jones)Die jüngste Korrektur im DAX dürfte einige Anleger auf dem falschen Fuß erwischt haben. Scheinbar aus dem Nichts hat der Index mehr als 500 Punkte verloren. Angesichts strammer Bewertungen und einer ganzen Palette von Risiken, die von der Coronapandemie über die Brexit-Verhandlungen bis hin zum US-chinesischen Konflikt reichen, sind Kursrutsche dieser Art jederzeit möglich. An der hohen Volatilität wird sich auch auf weiteres nichts ändern, auch weil die US-Präsidentschaftswahlen im November zunehmend zum Risikofaktor werden.

Am 3. November wählen die Amerikaner ihren Präsidenten. Noch liegt Joe Biden in den Umfragen komfortabel vor Donald Trump. Das kann sich aber mit den in der kommenden Woche beginnenden TV-Debatten zwischen den beiden Kandidaten schnell ändern. Besonders gefährlich nicht nur aus politischer Sicht, sondern auch aus der Perspektive der Finanzmärkte, wäre ein unklarer Wahlausgang. Bereits jetzt wird Trump nicht müde zu erklären, dass er die Wahl nur durch Betrug verlieren kann.


Möglicherweise kein Ergebnis am US-Präsidentschafts-Wahlabend

Da Covid-bedingt viele Bürger per Brief wählen werden, ist es durchaus möglich, dass am Wahlabend kein Ergebnis vorliegen wird. In einigen Staaten werden Briefwahlstimmen noch bis einige Tage nach der Wahl ausgezählt. In Pennsylvania etwa wollen über 2 Millionen der knapp 9 Millionen registrierten Wähler ihre Stimme per Briefwahl abgeben. "Bei einem landesweit knappen Ergebnis könnte daher alleine schon Pennsylvania dafür sorgen, dass nicht bereits am Tag nach der Wahl der Sieger feststeht", gibt die Commerzbank zu bedenken.

Pennsylvania ist ein "Swing State" und daher eventuell entscheidend für den Wahlausgang. Hinzu kommt, dass angesichts der vergifteten Atmosphäre zwischen Demokraten und Republikanern beide Seiten in Einzelfällen Nachzählungen verlangen könnten, und vermutlich auch juristische Schritte einleiten werden. Konkret heißt das, dass es Wochen dauern kann, bis ein Endergebnis vorliegt - und auch dann ist nicht gesagt, dass dieses von beiden Lagern akzeptiert wird. Es zeichnet sich eine Verfassungskrise ab - letztlich müsste sich der Kongress auf einen neuen Präsidenten einigen.


Höhere Volatilitäten bieten auch Chancen

Bereits jetzt wird an den Terminmärkten eine erhöhte Volatilität um die US-Präsidentschaftswahlen eingepreist. Der VDAX liegt mit Ständen von 30 zwar weit unter den im März erreichten Hochs von über 70, aber noch immer klar über den Ständen von vor der Covid-Krise. Ein sprunghafter Anstieg würde die Börsen belasten, da vor allem institutionelle Anleger ihre Exposure in den Markt reduzieren müssen, sobald ihre Risikomodelle erhöhte Gefahren indizieren. Hierdurch bedingte Abverkäufe bieten allerdings auch die Chance für den billigeren Einstieg.

Neben den Wahlen sind vor allem steigenden Infektionszahlen gerade in Europa und die zunehmenden lokalen Lockdowns Besorgnis erregend. Die in der kommenden Woche anstehenden Einkaufsmanagerindizes aus China, den USA und Europa sollte weiter klar im expansiven Bereich liegen und das Szenario einer kräftigen Erholung im dritten Quartal unterstreichen. In dem Maße wie die Zahl der Lockdowns steigt, nehmen aber auch die wirtschaftlichen Risiken wieder zu, und damit die Risiken für Unternehmensgewinne und Börsen.


Zentralbanken-Put sichert Börsen nach unten ab

Die Chancen stehen gut, dass bis Ende des Jahres einer oder gleich mehrere Impfstoffe zugelassen werden. Es wird dann aber voraussichtlich noch einige Monate dauern, bis die Mittel in ausreichenden Volumina zur Verfügung stehen werden. Für die Märkte heißt das, dass sie alleine durch den Winter kommen müssen, der wohl von weiter steigenden Infektionszahlen geprägt sein wird. Allerdings dürfte alleine die Zulassung eines Impfstoffes ausreichen, um die Börsen ohne größere Blessuren durch die dunklen Monate zu manövrieren.

Falls dem nicht so ist, stehen die Zentralbanken Gewehr bei Fuß. Auch wenn die US-Notenbank aus Anlegersicht auf ihrer jüngsten Sitzung enttäuscht hat, wird sie, genauso wie die EZB, bei einer scharfen Marktkorrektur und/oder Eintrübung der Wirtschaftsdaten aktiv werden. Dieser Zentralbanken-Put begrenzt das Kursrisiko nach unten. Einen zumindest kurzfristigen Kursschub an den Börsen könnte auch der US-Kongress auslösen, sollte sich dieser wider Erwarten vor den Wahlen doch noch auf ein neues Konjunkturprogramm einigen.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/err

END) Dow Jones Newswires

September 25, 2020 07:44 ET ( 11:44 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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