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MARKT-AUSBLICK/Widersprüchliche Signale - aber Rückschlagspotenzial begrenzt

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)Eindeutige Signale für den DAX sind für die kommende Woche nicht auszumachen. Die Lage ist eher widersprüchlich. Damit bleibt zunächst offen, ob der DAX schon wieder nach oben angreift oder gar auf Stände um oder unter 12.000 Punkte zurückfällt.

Ganz eindeutig in die falsche Richtung zeigen die Corona-Zahlen. Die immer weiter steigenden Covid-19-Infektionen schüren die Angst vor weiteren Lockdowns und die damit verbundenen Risiken für die Lieferketten. Das Konsumklima hat laut den jüngsten GfK-Zahlen bereits unter der zweiten Welle gelitten. Ob der Anstieg der Corona-Zahlen auch schon auf die Unternehmen durchschlägt, wird am Montag der ifo-Geschäftsklima-Index zeigen.

Zunehmend negativ gestaltet sich auch die technische Situation. Die Marktbreite hat sich laut Commerzbank-Marktanalyst Achim Matzke zuletzt deutlich verschlechtert. Ehemalige Favoriten wie Deutsche Börse oder SAP sind nach den Hausse-Wellen mit neuen Allzeithochs in Gegenbewegungen gerutscht und haben mittelfristige Abwärtstrends ausgebildet. Und auch der DAX selbst hat nach dem jüngsten Rückschlag einen Abwärtstrend etabliert, dessen Trendlinie bei etwa 12.900 Punkten verläuft.


Berichtssaison schlägt die Erwartungen - dies- und jenseits des Atlantiks

Vom Beginn der Berichtssaison kommen dagegen positive Signale. In Europa haben die Unternehmen die Prognosen gleich reihenweise geschlagen, Enttäuschungen gab es bisher nur wenige. "Ein wichtiger Faktor ist dabei die starke Erholung der chinesischen Wirtschaft, die insbesondere die Ergebnisse von Unternehmen aus den Sektoren Automobil und Maschinenbau positiv beeinflußen sollte", sagt Commerzbank-Stratege Markus Wallner. Er rechnet damit, dass sich der positive Trend bei den europäischen Unternehmensdaten fortsetzt, und besonders bei den deutschen Unternehmen, für die China ein wichtiger Markt ist.

Und auch bei den US-Unternehmen sieht es gut aus: "Sie haben mit ihren Geschäftszahlen überzeugt, denn sie schlugen mit deutlichen Mehrheiten die Konsensprognosen der Analysten für den Gewinn je Aktie oder den Umsatz", sagt Ulrich Stephan, Anlage-Experte der Deutschen Bank. Beim Gewinn je Aktie sei dies 86 Prozent und beim Umsatz 73 Prozent der Firmen gelungen. Beide Quoten lägen deutlich über den langfristigen Mittelwerten von 66 Prozent beziehungsweise 54 Prozent.


Impfstoffe "ante portas"

Stephan verweist auch auf Medienberichte, nach denen bereits Ende November oder Anfang Dezember erste Zulassungsanträge für Corona-Impfstoffe gestellt werden dürften. "Spätestens dann sollten wir wieder steigende Notierungen an der Wall Street sehen", so der Stratege. Allerdings sind auch solche Aussagen nicht unumstritten. Denn die Impfstoffe werden verglichen mit früheren Impfstoffen gegen andere Krankheiten im Schnellverfahren eingeführt. Das wiederum könnte auf die Akzeptanz drücken.

Trotz der Akzeptanz-Frage würden Impfstoffe die drängendsten Probleme lösen, vor allem für die Reise-Industrie. Nach Angaben des vfa, dem Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland, gibt es weltweit mindestens 210 Impfstoffprojekte gegen das neuartige Coronavirus. Von diesen befinden sich mittlerweile 39 in der klinischen Erprobung und 10 bereits in deren dritter Phase. Mit der Aussicht auf Impfstoffe sollte sich nun das Rückschlagspotenzial an den Märkten zumindest in Grenzen halten.

Eindeutig positiv ist die Saisonalität: Normalerweise sollte nun an den US-Börsen die so genannte Wahl-Rally starten, so Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest mit Blick auf die Statistik. Ob das so kommt, ist aber auch deshalb unklar, weil ein enges Ergebnis vom derzeitigen US-Präsidenten möglicherweise nicht akzeptiert wird. Die Phase der Unsicherheit könnte sich dann zeitlich noch einmal lange ausdehnen.


Liquidität ist nicht alles - aber ohne Liquidität ist alles nichts

Die Berichtssaison läuft in der kommenden Woche auf Hochtouren, so ziehen unter anderem SAP, die HSBC, die Credit Suisse, Covestro, BASF, die Deutsche Bank, VW, Airbus und Fresenius Bilanz. In den USA legen unter anderem die Nasdaq-Giganten Apple, Microsoft, Amazon und Alphabet ihre Zahlen auf den Tisch, aber auch Caterpillar als ein Leading Indicator für die zyklischen Unternehmen. In den USA gibt es auch Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung im dritten Quartal, zu den Auftragseingängen langlebiger Wirtschaftsgüter sowie den Einkaufsmanager-Index aus Chicago.

Von der Sitzung der Europäischen Zentralbank in der kommenden Woche wird noch nicht viel erwartet, sie dürfte erst im Dezember die Geldpolitik weiter lockern und dann möglicherweise noch mehr Anleihen kaufen. Das würde die Liquidität dann weiter erhöhen. Indikationen zur Liquidität gibt es in der kommenden Woche über die Daten zur Geldmengenentwicklung in der Eurozone. Sie sind wichtig, denn ohne Liquidität ist bekanntlich alles nichts. Aber Liquidität ist eben auch nicht alles.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/ros

END) Dow Jones Newswires

October 23, 2020 07:27 ET ( 11:27 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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