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Mdax-Erweiterung – Wer profitiert von der größeren Aufmerksamkeit?

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Deutsche Börse AG baut ihre Indizes um. Ab September soll die künstliche Aufteilung in „Technologie-Wert“ und „Klassische Industriewerte“ entfallen, die bislang darüber entschieden hat, ob eine Aktie im Mdax oder im TecDax geführt wird. Bedeutsam ist dies vor allem für die bisher im TecDax geführten Unternehmen. Die nämlich können künftig auf mehr Aufmerksamkeit (und mehr Investmentgeld) hoffen, weil der seinerzeit als Nachfolger des Neue-Markt-Index erdachte TecDax in der Investmentlandschaft weitgehend bedeutungslos ist.

Einen deutlichen Beleg für das mäßige Image des TecDax lieferte seinerzeit Osram, die sich nach der Absplatung von Siemens mit Händen und Füßen dagegen gewehrt haben, in den TecDax einsortiert zu werden. Und auch die Zahlen der angebotenen ETFs bestätigen dies: Auf den TecDax werden selbst in Deutschland gerade einmal zwei ETFs angeboten, die zusammen auf ein Anlagevolumen von rund 960 Millionen Euro kommen. Beim Mdax sind es immerhin 5 ETFs mit einem Volumen von 3,25 Milliarden. Somit könnte es bei den großen Titeln des Technologieindex im Zuge der Umstellung durchaus zu einer kleinen „Sonderkonjunktur“ bei den Aktienkursen kommen.

Schon im Juni sollen dafür auf Basis der Schlusskurse aus dem Mai „Schattenindizes“ berechnet werden, die auf Grundlage der neuen Indexregeln erstellt werden. Der dann allumfassende Mdax soll dabei von jetzt 50 auf 60 Werte aufgestockt werden. Der nachfolgende Sdax, der dann ebenfalls alle Branchen abdeckt, wird von 50 auf 70 Einzelwerte aufgestockt. Der TecDax wird auch dann weiter bestehen, soll künftig aber auch die im Dax enthaltenen Technologiewerte enthalten, wobei dann eben alle Mitglieder des neuen TecDax parallel auch in einem der anderen Indizes geführt werden dürften.

Zu den ersten sicheren Kandidaten gehören Wirecard, Qiagen und United Internet, wobei speziell Wirecard die zusätzliche Aufmerksamkeit eigentlich gar nicht braucht, weil sie mit Blick auf die inzwischen erreichten Werte bei  Marktkapitalisierung und Handelsaktivität auch ganz ohne Indexumbauten auf direktem Weg in den Dax sind. In der letzten Monatsrangliste rangierte die Aktie bei der frei-handelbaren Marktkapitalisierung schon auf Platz 27 und beim Handelsumsatz auf Platz 31, sodass sogar ein vorzeitiger Schnelleinstieg („Fast Entry“) nicht ganz ausgeschlossen ist. Dafür müssten sie in beiden Kategorien auf Rang 25 steigen, was zwar noch ein Stück des  Weges ist, aber nicht unmöglich scheint.

Von der eigentlichen Mdax-Umbau-Idee dürften aber insbesondere die beiden anderen Kandidaten profitieren, da sie nicht nur sicher im neuen Mdax vertreten sein werden, sondern gleich auch zu den Top-10 bei der Gewichtung gehören könnten. Auch die zuletzt vorgelegten Geschäftszahlen sahen bei beiden Werten gut aus, wobei Qiagen auch gerade noch ein Aktienrückkaufprogramm aufgelegt hat und somit auch selbst die Nachfrage für die Aktie erhöht.

In beiden Fällen könnte also ein Engagement lohnen, wobei neben dem direkten Aktienkauf natürlich auch wieder die Möglichkeit über moderat gehebelte Turbos offensteht, sodass der Einsatz entsprechend niedriger gewählt werden kann. Attraktive Papiere mit einem etwa fünffachen Hebel und einem Abstand von knapp 20 Prozent bis zur Ko-Marke wären bei Qiagen die TD73HQ und bei United Internet die HU8LFK.

Ralf Andreß

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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