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Mega-Deal: Abbvie kauft Botox-Hersteller Allergan

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der US-Pharma-Konzern AbbVie will sich für eine Milliardensumme den Botox-Hersteller Allergan einverleiben. Der Deal, dem die Allergan-Führung bereits zugestimmt hat, bewertet den Botox-Hersteller mit 63 Milliarden US-Dollar (55 Mrd. Euro), wie beide Seiten gerade mitteilten. An der Börse wird der Deal unterschiedlich bewertet.

Je Allergan-Aktie beläuft sich das Gebot auf 188,24 Dollar und liegt damit 45 Prozent über dem Börsen-Schlusskurs vom Montag. Abbvie will den Preis teilweise in bar und teilweise in eigenen Aktien bezahlen. Der Deal soll Anfang 2020 vollzogen werden - sofern die Allergan-Aktionäre und die Aufsichtsbehörden zustimmen.

Der Kurs der Allergan-Papiere sprang im vorbörslichen US-Handel um gut 30 Prozent nach oben. Für die Abbvie-Aktie +1,78% ging es hingegen um über zehn Prozent abwärts.

Update:  Das Zusammengehen könnte langwierige Probleme der beiden Konzerne zumindest vorerst abmildern. Das Geschäft des US-Konzerns AbbVie hängt bislang von seinem Hauptprodukt ab, dem Rheuma-Mittel Humira. Der Kauf von Allergan würde AbbVie ein breiteres Produktsortiment verschaffen - was vor allem wegen des etwa in der Europäischen Union schon ausgelaufenen Patentschutzes für Humira wichtig wäre.

Den Anteilseignern von Allergan, die sich seit vier Jahren mit einem sinkenden Aktienkurs leiden, würde der Deal einen vergleichsweise lukrativen Ausstieg aus ihrer Investition bieten. Auch Allergan ist mit seinem Verkaufsschlager, dem Anti-Falten-Mittel Botox, stark von einem einzigen Produkt abhängig.

Abbvie verspricht sich von dem Deal hohe Synergien, die im dritten Jahr nach dem Zusammenschluss mindestens zwei Milliarden Dollar zum Gewinn vor Steuern beitragen sollen. Zudem würden die Konzerne ihre Position auf dem Markt für kosmetische Arzneimittel ausbauen. Zusammen kämen Abbvie und Allergan im laufenden Jahr den Angaben zufolge auf einen Umsatz von 48 Milliarden Dollar.

Ein Gelingen der Übernahme wäre ein Beleg dafür, dass selbst die größten Pharmahersteller der Welt noch größer werden können. Im Januar kündigte der Hersteller Bristol-Myers Squibb -0,06% die 74 Milliarden Dollar schwere Übernahme des US-Konzerns Celgene -0,29% an. Und der japanische Takeda-Konzern -0,29% schluckte den irischen Hersteller Shire.

Allergan ist vor allem durch Botox bekannt. Vor einer Woche gab es jedoch auch ermutigende Ergebnissen bei der Erprobung des Reizdarm-Mittels Linzess. Studiendaten zu dem Medikament ergäben ein steigendes Potenzial für Verschreibungen, kommentierte ein Analyst. Die Studiendaten zu Linzess locken die Experten allerdings nicht klar aus der Reserve. Balaji Prasad von der britischen Bank Barclays sah es zwar positiv, dass die Phase-III-Studie alle primären und sekundären Endpunkte erreicht habe. Er sah aber auch enorm großen Handlungsbedarf, da das Umsatzpotenzial von Allergan den Anlegern derzeit große Sorgen mache. "Wir glauben, dass sie an allen Fronten feuern müssen", so der Experte in der vergangenen Woche. Die jetzige Lösung ist ein Befreiungsschlag.

Mit Material von dpa-AFX

12-Monats-Chart Allergan (in US-Dollar, Stand: 24.06.19)
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