DAX®12.645,75+0,82%TecDAX®3.028,89-0,76%Dow Jones 3028.335,57-0,10%Nasdaq 10011.692,57+0,25%
finanztreff.de

Mehr und weniger sinnvolle tierische Metaphern

| Quelle: Lars Brandau | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Ausgerechnet im Börsenumfeld werden seit ewigen Zeiten Metaphern aus der Tierwelt bemüht; allen voran Bulle und Bär für die Auf und Ab´s an den Märkten. Auch der Privatanleger wird gelegentlich als scheues Reh beschrieben.

Sobald er Witterung aufgenommen hat und Gefahr zu drohen scheint, ergreift er die Flucht. Gemeinhin bleibt der Privatanleger dann auch länger in Deckung, bevor er wieder zu Finanzprodukten Vertrauen fasst und an die Märkte zurückkehrt. So zumindest ließe sich beschreiben, wie deutsche Kleinanleger wahrgenommen werden. Doch was strukturierte Wertpapiere betrifft, weit gefehlt: Das Verhalten von Zertifikate-Anlegern in Deutschland ist weitgehend konstant. Und dass durch alle Marktturbulenzen hinweg.

Der Grund hierfür ist vergleichsweise simpel zu erklären: Mit einer Investition in Anlage- oder Hebelprodukte kann ein Investor sowohl an steigenden als auch an fallenden Kursen des Basiswerts gewinnbringend partizipieren. Auch im Falle seitwärts tendierender Kurse können positive Renditen erzielt werden. Insofern ist Risiko also berechen- und kalkulierbar.

Allerdings erinnert manch aktueller Hype an Fehler der Vergangenheit. Die Profiteure der zurückliegenden Monate sind eindeutig Tech-Werte sowie Zukunftsthemen wie Wasserstoff oder Nachhaltigkeit. Das muss in der Anlage kein Fehler sein; nur sollten sich die getätigten Investitionen im Rahmen halten. Wer All-In geht, sich nur auf einen vermeintlichen Trend konzentriert, ohne sich abzusichern oder breiter aufzustellen, der wird früher oder später die Rechnung bekommen.

Anleger müssen wahrlich nicht unbedingt antizyklisch investieren; ohnehin ist viel vom Anlagehorizont und der investierten Summe abhängig. In jedem Fall aber sollte nicht emotional und gierig, sondern rational und mit Vernunft investiert werden. Dazu gehört klarer Sachverstand, eine ruhige Hand und Durchhaltevermögen. Wer nichts davon besitzt und lediglich mit dem Wunsch nach schnellem Reichtum einem Megatrend folgt, der könnte schnell zum Ochsen mutieren. Tendenziell sind noch immer mehr Menschen schnell arm als reich geworden.

Mit Hilfe von Zertifikaten und Optionsscheinen lassen sich individuelle Erwartungen in Bezug auf die weitere Entwicklung des zugrunde liegenden Werts in einem entsprechenden Produkt umsetzen.

Und so verwundert es auch nicht, dass das Bild des scheuen Rehs auf Käufer von Zertifikaten nicht zutrifft.

Schlagworte:
, , , , , , ,
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

Lars Brandau

Lars Brandau Lars Brandau ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war er unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv; zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

» Alle News von Lars Brandau

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

HSBC Trading TV

Werbung

Trading-Tipp

Börsen & Märkte

US-Marktüberblick

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Wie, glauben Sie, wird der DAX am Ende dieser Woche - KW 44 - stehen?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen