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Merkel-Effekt zum Vierten? Analysten sehen neue Allzeithochs beim Dax

| Quelle: INV

Im Vorfeld des am Freitag anstehenden großen Verfallstags („Hexensabbat“) an den Terminmärkten haben die Bullen das Kommando übernommen. Der Dax hat seine über viele Wochen ausgebildete Seitwärtsrange mittlerweile klar nach oben verlassen und nimmt das nächste charttechnische Ziel bei rund 12700 Punkten ins Visier. Wie nachhaltig der Anstieg letztendlich sein wird, wird sich ab der kommenden Woche zeigen, wenn die Effekte rund um den Verfallstag nachlassen. Aktuell dürften sich zahlreiche Marktteilnehmer zu „Notkäufen“ gezwungen sehen, weil sie mit dem doch recht dynamischen Kursanstieg nach der langen Seitwärtsphase nicht mehr gerechnet und sich entsprechend positioniert hatten. Kommt es im Anschluss zu weiter steigenden Kursen durch „echte“ Anschlusskäufe oder entpuppt sich der aktuelle Aufschwung lediglich als kurzes Strohfeuer?

Nach der eher pessimistischen Analyse (vor allem mit Blick auf die amerikanischen Aktienmärkte) von Helaba Research (Investmentecke von Montag) wollen wir heute auch die Optimisten unter den Strategen zu Wort kommen lassen. Trotz der grundsätzlich als „gefährlich“ einzustufenden Jahreszeit und einiger über dem langjährigen Durchschnitt liegenden Bewertungskennzahlen gibt es am Markt nämlich auch Analysten, die keine Angst vor einer stärkeren Korrektur haben und stattdessen von einer baldigen Fortsetzung der Rally ausgehen. Bezogen auf den deutschen Markt gehören dazu die Analysten von M.M. Warburg. Die gehen in einer aktuellen Studie davon aus, dass die in Kürze anstehende Bundestagswahl der ohnehin schon sehr gut laufenden Konjunktur wahrscheinlich noch zusätzliche Wachstumsimpulse liefert und der DAX davon profitieren wird.

Unter der Voraussetzung, dass die CDU den aktuellen Umfragen entsprechend die meisten Stimmen erhält und sich den oder die Regierungspartner aussuchen kann, erwarten die Strategen wie schon in den Jahren 2005, 2009 und 2013 eine positiven Reaktion des deutschen Aktienmarkts. Nach den letzten drei Wahlsiegen von Angela Merkel stieg der DAX in den folgenden zehn Wochen jeweils um durchschnittlich sechs Prozent. Noch stärkere Zuwächse werden bei einer Regierungsbeteiligung der FDP angenommen. Positive Auswirkungen auf die Wirtschaft und damit letztlich auch die Aktienkurse sollen vor allem die in den Wahlprogrammen avisierten Steuersenkungen, Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie eine stärkere finanzielle Förderung von Familien und dem privaten Wohnungsbau bringen. Bei konservativer Prognose rechnet M.M. Warburg mit einem Wachstumsimpuls von etwa 0,5 bis 1,0 Prozent für den Zeitraum 2018 bis 2019.

Der starke Euro wird derweil nicht als großes Hindernis wahrgenommen, da der Wechselkurs zum US-Dollar aktuell lediglich im Bereich des Durchschnittwertes der vergangenen 37 Jahre liege. Vor diesem Hintergrund gehen die Analysten von einer positiven Aktienmarktentwicklung in den kommenden Monaten und neuen Jahreshöchstständen im Dax aus. Eine konkrete Prognose wird diesmal zwar nicht abgegeben. In früheren Studien hatten die Analysten aber ein bis heute unseres Wissens nach nicht verändertes Kursziel von 13.400 Punkten zum Jahresende ausgesprochen. Selbst nach dem jüngsten Kursplus bliebe damit noch ein Potenzial von 6 bis 7 Prozent, welches sich im Erfolgsfall mit etwas stärker gehebelten Produkten in noch deutlich höhere Gewinne pushen ließe.

Thomas Koch

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