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Mit Aktienanleihen durchs Börsenjahr 2019

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Mit Aktienanleihen durchs Börsenjahr 2019

Fast 20 Prozent hat der DAX seit seinem Tief im Dezember 2018 zugelegt. Eine ordentliche Rally, obwohl die Höchststände aus dem Jahr 2018 noch relativ weit entfernt liegen. Für Anleger, die im Dezember 2018 nachgekauft haben, konnte der Jahresauftakt kaum besser laufen. Allerdings ist nicht jeder Ende des vergangenen Jahres eingestiegen. Vor allem der Ausblick auf das laufende Börsenjahr fällt gemischt aus.

Im Vergleich zu einem Direktinvestment können Anleger auf Alternativen wie beispielsweise Aktienanleihen zurückgreifen. Hier wird das Wesen einer Anleihe mit dem einer Aktie kombiniert. Somit können die Zinskupons im zweistelligen Bereich liegen, dafür wird der Inhaber einer Aktienanleihe unter Umständen zum Aktionär.

Technisch gesehen werden Aktienanleihen wie klassische Anleihen gehandelt. Es gibt einen Nominalbetrag, der in der Regel 1.000 Euro beträgt. Auf diesen Nominalbetrag bezieht sich der Zinskupon. Aktienanleihen werden in Prozent notiert. Liegt der aktuelle Kurs einer Aktienanleihe beispielsweise bei 105 Prozent, kostet ein Anteil dementsprechend 1.050 Euro. Zum Kaufpreis werden darüber hinaus Stückzinsen addiert. Da der Inhaber einer Aktienanleihe am Laufzeitende den vollen Zinsbetrag erhält, muss er, wenn er die Aktienanleihe später kauft, den Zinsanteil bezahlen, der zwischen dem Auflagetag der Aktienanleihe und dem Kaufzeitpunkt liegt. Gibt es beispielsweise einen Zinskupon in Höhe von 10 Prozent und der Anleger kauft die Aktienanleihe genau nach einem halben Jahr (angenommen die Gesamtlaufzeit beträgt ein Jahr), dann müssen 5 Prozent Stückzinsen bezahlt werden, da am Ende die vollen 10 Prozent ausgezahlt werden. Wie hoch die aktuellen Stückzinsen (Hochrechnung) bei den Aktienanleihen der Commerzbank sind, können Anleger unter Angabe der WKN/ISIN auf unserer Website www.zertifikate.commerzbank.de abrufen.

Anders als bei Anleihen werden Aktienanleihen nicht immer zum Nominalwert (1.000 Euro) zurückgezahlt. Schon bei Auflage der Aktienanleihe wird ein »Basispreis« festgelegt. Dieser bezieht sich auf den jeweiligen »Basiswert« (meist eine Aktie). Am Ende der Laufzeit gilt: Liegt die Aktie unterhalb des Basispreises, erhält der Anleger Aktien. Liegt sie über dem Basispreis, wird die Aktienanleihe zum Nominalwert (1.000 Euro) zurückgezahlt. Für den Fall der Unterschreitung des Basispreises ist die Anzahl der Aktien, die der Anleger bei Fälligkeit erhält, vorher festgelegt. Die Anzahl entspricht in der Regel genau dem Gegenwert von 1.000 Euro, wenn die Anzahl der Aktien mit dem Basispreis multipliziert wird.


Beispiel: Aktienanleihe Classic auf adidas (WKN: CU0 8NE)

  • Basispreis: 225,69 Euro
  • Basiswert: adidas (230,50 Euro)
  • Zinskupon: 10,25 Prozent p.a.
  • Auflagetag: 08.04.2019
  • Bewertungstag: 20.12.2019
  • Fälligkeit: 31.12.2019
  • Kurs Aktienanleihe: 100,28/100,38 Prozent

Stand: 24. April 2019; Quelle: Commerzbank AG

Bei dieser Aktienanleihe liegt die Rendite p.a. bei rund 9,5 Prozent. Die Aktienanleihe ist mit einer Laufzeit von rund achteinhalb Monaten ausgestattet. Wird der Basispreis (225,69 Euro) mit der Anzahl der Aktien (4,4309) multipliziert, erhält man genau 1.000 Euro. Das entspricht dem Nominalwert der Aktienanleihe. Wenn adidas auch am 20. Dezember 2019 auf dem aktuellen Niveau liegt (230,50 Euro), dann erhält der Käufer der Aktienanleihe 1.000 Euro plus Zinsen zurück und erzielt eine Rendite von rund 9,5 Prozent. Zwar zahlt adidas Anfang Mai eine Dividende in Höhe von voraussichtlich 3,70 Euro, allerdings entspricht das »nur« einer Dividendenrendite von rund 1,6 Prozent (bezogen auf den aktuellen Aktienkurs). Somit gelingt es dem Anleger, eine höhere Rendite als der Aktionär zu erzielen, wenn der Aktienkurs von adidas stagniert. Steigt der Kurs von adidas, dann ist das für den Inhaber der Aktienanleihe unerheblich. Auch dann erhält er am Ende der Laufzeit die Rückzahlung zu 1.000 Euro und eine Rendite von 9,5 Prozent. Sollten die Papiere von adidas allerdings stark steigen, ist das für den Aktienanleihen-Inhaber insofern von Nachteil, als dass er nicht an diesen Kurssteigerungen teilhaben kann.

Demgegenüber gilt das nicht für Verluste. Fällt der Aktienkurs im Dezember 2019 unter den Basispreis, dann erhält der Inhaber der Aktienanleihe 4,4309 Aktien je 1.000 Euro nominal. Somit wird er zum Aktionär. Nehmen wir an, die Aktie von adidas sinkt um 22 Prozent auf 180,00 Euro (inklusive Dividende), dann sind die 4,4309 Aktien rund 797,56 Euro wert. Allerdings erhält der Anleger (nach Berücksichtigung der Stückzinsen) Zinsen in Höhe von 70,48 Euro gezahlt. Somit ergibt die Summe 868,04 Euro und das entspricht einem Verlust von rund 13,5 Prozent. Der Inhaber einer Aktienanleihe wird dementsprechend weniger Verlust (–13,5 Prozent) erleiden als ein Aktionär (–22 Prozent), der die Aktie direkt gekauft hat.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Aktienanleihen für leicht fallende oder stagnierende Märkte geeignet sind. Im Vergleich zur Aktie selbst schneiden Aktienanleihen immer dann besser ab, wenn die Aktie nicht stark steigt. Aktienanleihen werden wie klassische Anleihen mit Stückzinsen und einer Prozent-Notiz gehandelt. In der Regel sind alle unsere Aktienanleihen mit einem Nominalbetrag von 1.000 Euro ausgestattet. Momentan bietet die Commerzbank rund 21.600 unterschiedliche Aktienanleihen an. Eine Übersicht finden Sie auf der Website www.zertifikate.commerzbank.de.

Kontakt bei Fragen und Anregungen

Bei Fragen zu unseren Produkten rufen Sie uns an unter 069 – 136 47845.

Oder schicken Sie uns eine E-Mail an zertifikate@commerzbank.com.

Disclaimer Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

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Anouch Wilhelms

Anouch Wilhelms Anouch Wilhelms ist Derivate-Experte bei der Commerzbank und in diesem Bereich mehr als 14 Jahre tätig. Er studierte Betriebswirtschaft in Frankfurt und Madrid und startete direkt nach dem Studium bei der Commerzbank in Frankfurt im Bereich Aktien und Rohstoffe. Heute ist er Spezialist für strukturierte Wertpapiere. Anouch Wilhelms ist als Derivate-Experte der Commerzbank regelmäßig Gast im TV (z.B. n-tv Telebörse) und schreibt regelmäßig Gastbeiträge in Tageszeitungen und Fachmagazinen. Außerdem moderiert er die Sendung „Das Marktgespräch – ideasTV“.

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