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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 10 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.




+++++ TAGESTHEMA +++++

Die Kinnevik AB hat ein Aktienpaket am deutschen Online-Modehändlers Zalando verkauft. Laut Mitteilung des Investors wurden über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren 13,13 Millionen Aktien an institutionelle Investoren verkauft. Die angebotenen Anteilsscheine entsprechen 5,2 Prozent des Zalando-Grundkapitals sowie 16,7 Prozent der Anteile von Kinnevik. Brutto nahm Kinnevik eigenen Angaben zufolge 558 Millionen Euro ein. Rechnerisch entspricht das je Aktie knapp 42,50 Euro. Nach dem Aktienverkauf hält Kinnevik noch 65,3 Millionen Zalando-Aktien, entsprechend 25,8 Prozent des Zalando-Aktienkapitals. Für diese Aktien hat sich Kinnevik zu einer Haltefrist von sechs Monaten verpflichtet.

+++++ TAGESTHEMA II +++++

US-Präsident Donald Trump will nach den jüngsten Angriffen auf zwei saudiarabische Ölanlagen einen militärischen Konflikt mit dem Iran nach eigenen Worten möglichst vermeiden. Er würde einen solchen Konflikt "sicherlich vermeiden wollen", sagte Trump. Nach seinen Angaben laufen weiterhin noch die Untersuchungen dazu, wer hinter den Angriffen steckt. Trump hatte dem Iran am Sonntag mit Vergeltung gedroht. Die USA stünden mit "geladener" Waffe bereit, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Nun aber sagte er zu Reportern: "Ich will keinen Krieg mit irgendjemandem." Allerdings sei sein Land auf einen Kriegseinsatz besser vorbereitet als jedes andere. Der iranische Präsident Hassan Ruhani hatte die Angriffe auf zwei Ölanlagen in Saudi-Arabien als "Selbstverteidigung" der jemenitischen Rebellen gerechtfertigt.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

Termine:

10:30 DE/Franz Haniel & Cie GmbH, PK zur Strategie

22:05 US/Adobe Inc, Ergebnis 3Q

DIVIDENDENABSCHLAG


Going Public Media 0,20 EUR


+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++


- DE
11:00 ZEW-Index Konjunkturerwartungen September
PROGNOSE: -38,0 Punkte
zuvor: -44,1 Punkte
Konjunkturlage
PROGNOSE: -15,0 Punkte
zuvor: -13,5 Punkte

- US
15:15 Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung August
Industrieproduktion
PROGNOSE: +0,2% gg Vm
zuvor: -0,2% gg Vm
Kapazitätsauslastung
PROGNOSE: 77,6%
zuvor: 77,5%

22:30 Rohöllagerbestandsdaten (Woche) des privaten
American Petroleum Institute (API)



+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++


Aktuell:
INDEX Stand +/- %
DAX-Future 12.380,50 -0,16
S&P-500-Future 3.003,00 0,05
Nikkei-225 21.991,71 0,02
Schanghai-Composite 2.991,36 -1,30
+/- Ticks
Bund -Future 173,08 21


Vortag:
INDEX Vortagesschluss +/- %
DAX 12.380,31 -0,71
DAX-Future 12.396,00 -0,48
XDAX 12.396,41 -0,49
MDAX 25.976,37 -1,07
TecDAX 2.874,50 0,08
EuroStoxx50 3.518,45 -0,89
Stoxx50 3.190,04 -0,59
Dow-Jones 27.076,82 -0,52
S&P-500-Index 2.997,96 -0,31
Nasdaq-Comp. 8.153,54 -0,28
EUREX zuletzt +/- Ticks
Bund-Future 172,87 +63


+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick: Die europäischen Börsen dürften am Dienstag wenig verändert in den Handel starten. Zwar scheint in den Handelsstreit USA-China etwas Bewegung zu kommen - ein Unterhändler aus Peking wird in dieser Woche die für Oktober geplanten Gespräche vorbereiten -, doch wurde beim Thema Brexit noch kein Durchbruch erzielt. Die britische Seite habe keine "umsetzbaren" Vorschläge zur Lösung der Nordirland-Frage unterbreitet, hieß es nach einem Treffen des britischen Premierministers Boris Johnson mit dem EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Junckers. Ferner besteht nach den Angriffen auf saudi-arabische Ölanlagen, für den die USA Iran verantwortlich machen, die Befürchtung, dass es zu einem Krieg mit Iran kommt. Und nicht zuletzt beginnt am Dienstag die zweitägige Zinssitzung der US-Notenbank, deren Ergebnis am Mittwoch nach Börsenschluss in Europa bekanntgegeben wird.

Rückblick: Schwächer - Die Anleger wurden vorsichtiger, weil sich bei der Ölversorgung ein möglicher neuer Brandherd abzeichnet. Nach den Angriffen auf zwei saudi-arabische Ölanlagen und deren Folgen für die weltweite Energieversorgung rechnen Analysten mit kurzfristig steigenden Risikoaufschlägen bei den Ölpreisen mit entsprechenden Wirkungen auch auf das Wirtschaftswachstum. Tagessieger waren Ölwerte, deren Sektor-Index um 2,8 Prozent in die Höhe sprang. Reflexartig ging es bei den Fluglinienaktien dagegen nach unten aus Sorge vor gewinndrückenden Treibstoffkosten. Air-France-KLM wie Lufthansa gingen jeweils rund 3 Prozent tiefer aus dem Handel. Osram legten um 0,5 Prozent zu auf 37,70 Euro. Der Bieter AMS hatte die Mindestannahmeschwelle auf 62,5 von 70 Prozent gesenkt. AMS bietet 38,50 Euro. AMS gaben um 2,4 Prozent nach. Am Markt herrscht die Sorge, dass sich AMS finanziell überheben könnte. Airbus verloren 3,4 Prozent. Hier belastete laut Jefferies, dass das Schlichtungsgremium der Welthandelsorganisation WTO den USA das Recht zugebilligt haben soll, europäische Unternehmen wie Airbus mit Strafzöllen zu belegen wegen erhaltener Subventionen.

DAX/MDAX/TECDAX

Leichter - Positiv wurde aufgenommen, dass Wirecard (+2,5 Prozent) künftig enger mit dem chinesischen Kreditkartenanbieter Unionpay zusammenarbeitet. Nach dem 4:0-Sieg von Borussia Dortmund gegen Leverkusen legte die BVB-Aktie um 2,1 Prozent zu. Nach einem guten ersten Quartal legte Cropenergies auch gute Zweitquartalszahlen vor, die Aktie stieg um 4,5 Prozent. Der Kurs der Mutter Südzucker gewann 2,7 Prozent.

XETRA-NACHBÖRSE

Zalando gaben bei Lang & Schwarz um rund 6 Prozent nach auf 42,70 Euro (siehe oben). Tom Tailor profitierten von der Nachricht, dass das Modeunternehmen kurz vor dem Abschluss einer Einigung mit den Konsortialbanken und dem Mehrheitsaktionär Fosun über die Kernpunkte der neuen Finanzierungsstruktur steht. Tom Tailor wurden bei Lang & Schwarz um gut 20 Prozent nach oben gesetzt auf zuletzt 1,72 Euro. Für Instone ging es um gut 6,7 Prozent nach oben auf 19,15 Euro. Das Unternehmen hatte nachbörslich den Ausblick angehoben. ADO Properties machten gut 3 Prozent gut auf 35,95 Euro. Das Immobilienunternehmen verhandelt über den möglichen Verkauf von rund 5.800 Wohneinheiten sowie zugehörigen Gewerbeeinheiten und Stellplätzen.

USA / WALL STREET

Leichter - Massiv steigende Ölpreise verunsicherten die Anleger. Als Folge eines Drohnenangriffs am Wochenende auf saudi-arabische Ölförderanlagen sinkt dort die Tagesproduktion zumindest kurzfristig drastisch. Die Ölpreise schossen darauf um bis zu 13 Prozent nach oben auf die höchsten Stände seit rund vier Monaten. Klare Tagessieger an den Börsen waren in diesem Umfeld Aktien aus der Ölindustrie. Gedämpft wurde die Stimmung daneben von enttäuschenden Wirtschaftsdaten aus China. Chinas Präsident Li Keqiang sagte zudem, dass es sehr schwer werde, das Wachstumsziel von 6 Prozent für das laufende Jahr aufrecht zu erhalten. Marktstratege Doug Cote von Voya Investment Management betonte die Widerstandskraft des Aktienmarkts. Habe er nun lediglich um etwa ein halbes Prozent nachgegeben, wäre er bei der gleichen Nachrichtenlage vor ein paar Jahren noch um 5 Prozent eingeknickt. Gesucht waren sichere Häfen wie das Gold und Anleihen. Am Aktienmarkt standen klar Ölaktien im Fokus. Deren S&P-500-Subindex legte um 3,3 Prozent zu, während Autoaktien mit einem Minus von 2,4 Prozent ganz am Ende lagen. Dagegen standen die Aktien der Fluglinien wegen der zu erwartenden steigenden Kerosinpreise unter Druck. So fielen American Airlines um 7,3 und Delta um 1,6 Prozent. General Motors büßten 4,2 Prozent ein. Dem Autokonzern steht der größte Streik seit mehr als zehn Jahren ins Haus.

Anleihen waren angesichts der Krise in Saudi-Arabien als sicherer Hafen gesucht Die Zehnjahresrendite sank deutlich um 5 Punkte auf 1,84 Prozent.

+++++ DEVISENMARKT +++++


DEVISEN zuletzt +/- % 0,00 Uhr Mo, 17:25
EUR/USD 1,1013 +0,1% 1,1001 1,1000
EUR/JPY 119,11 +0,1% 120,87 118,76
EUR/CHF 1,0920 -0,0% 1,1025 1,0925
EUR/GBR 0,8867 +0,2% 0,8975 0,8857
USD/JPY 108,15 +0,0% 107,74 107,97
GBP/USD 1,2421 -0,1% 1,2500 1,2419
USD/CNY 7,0905 +0,3% 7,0674 7,0674
Bitcoin
BTC/USD 10.202,75 -0,83 10.327,25 10.136,75


Am Devisenmarkt waren als sicher geltenden Währungen gefragt bzw. solche von großen Ölförderländern wie - neben den USA - Kanada, Norwegen und Russland. Der Dollar-Index, der den Wert des Dollar zu einem Korb von Währungen misst, stieg um 0,4 Prozent. Der Euro fiel von rund 1,1070 auf knapp unter 1,1000 Dollar zurück.

+++++ ROHSTOFFE +++++

ÖL


ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 62,25 62,90 -1,0% -0,65 +29,6%
Brent/ICE 68,36 69,02 -1,0% -0,66 +23,4%


(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

September 17, 2019 01:37 ET ( 05:37 GMT)

Die Ölpreise haussierten. Zuletzt kostete US-Öl der Sorte WTI 12,9 Prozent mehr, 61,95 Dollar je Barrel. Der Brent-Preis schnellte um 13 Prozent auf 67,99 Dollar nach oben. Als Folge der Zerstörungen durch den Drohnenangriff vermindert sich die Tagesproduktion des größten Ölförderers um 5,7 Millionen Barrel, entsprechend etwa 5 der Weltproduktion. Saudi-Arabien verfügt zwar über ausreichend Vorräte, um für einige Zeit - die Analysten von Barclays sprechen von rund fünf Wochen - die vereinbarten Exporte weiter bedienen zu können und zudem hat US-Präsident Donald Trump falls nötig den Rückgriff auf die riesigen strategischen Reserven der USA erlaubt; gleichwohl dürften angesichts der neuesten Entwicklung zukünftig Risikoprämien für das Öl verlangt werden, befürchten Marktbeobachter.

METALLE


METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.498,71 1.499,25 -0,0% -0,55 n.def.
Silber (Spot) 17,85 17,85 0% 0 n.def.
Platin (Spot) 938,24 938,75 -0,1% -0,51 +17,8%
Kupfer-Future 2,62 2,63 -0,3% -0,01 -1,3%


Gold war als sicherer Hafen gesucht, die Feinunze verteuerte sich um gut 9 auf 1.497 Dollar.

+++++ MELDUNGEN SEIT MONTAG 17.30 UHR +++++

HANDELSSTREIT USA/CHINA

In den Handelskonflikt zwischen den USA und China kommt wieder etwas Bewegung. Verhandlungsführer Liu He schickt Vize-Finanzminister Liao Min in die USA, um die für Anfang Oktober geplanten Verhandlungen vorzubereiten. Eine informierte Person sagte, dass am Donnerstag und Freitag Gespräche stattfinden werden.

IRAN

hat nahe der Straße von Hormus erneut ein Schiff unter dem Vorwurf des Öl-Schmuggels beschlagnahmt.

POLITIK GIBRALTAR

Sechs Wochen vor dem geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU hat Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo das Parlament aufgelöst und Neuwahlen für den 17. Oktober angekündigt. Picardo sagte, es müsse sichergestellt werden, dass eine "starke Führung" zur Bewältigung der anstehenden Brexit-Folgen eingesetzt werde.

GELDPOLITIK CHINA

Die chinesische Zentralbank hat über eine Medium-Term Lending Facility (MLF) am Dienstag 200 Milliarden Yuan (25,6 Milliarden Euro) in den Markt gegeben. Der Zinssatz der einjährigen MLF liege bei unveränderten 3,3 Prozent.

DEUTSCHE BANK

CEO Christian Sewing bekräftigt, dass es keine Kapitalerhöhung geben wird: "Wenn wir den Portfolio-Umbau so schaffen, wie wir es uns vorgenommen haben, dann werden wir keine Kapitalerhöhung brauchen", sagte er bei einer Veranstaltung der "Rheinischen Post" in Düsseldorf.

SIEMENS

übernimmt die britische Process Systems Enterprise (PSE), die in den Prozessautomatisierungsbereich von Siemens integriert werden wird. Über finanzielle Details wurde Stillschweigen vereinbart. PSE beschäftigt rund 160 Mitarbeiter.

ADO PROPERTIES

verhandelt über den möglichen Verkauf von rund 5.800 Wohneinheiten sowie zugehörigen Gewerbeeinheiten und Stellplätzen. Eine mögliche Transaktion ist aber noch von verschiedenen Punkten abhängig.

VOSSLOH

hat Finanzvorstand Oliver Schuster per 1. Oktober zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Der Manager erhielt eine Vertragsverlängerung für weitere fünf Jahre als Vorstandsmitglied. Zudem wurde Karl Martin Runge für drei Jahre zum weiteren Mitglied des Vorstands ernannt.

INSTONE REAL ESTATE

blickt zuversichtlich auf das laufende Jahr und erhöht den Ausblick für Umsatz und operatives Ergebnis. Wie das Immobilienunternehmen mitteilte, wird ein Kaufvertrag über ein Großgrundstück in einer deutschen Metropolregion noch in diesem Jahr wirksam. Für das laufende Jahr geht der Vorstand nun von bereinigten Umsatzerlösen zwischen 700 und 750 (zuvor: 500 bis 550) Millionen Euro und einem bereinigten Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen 110 und 125 (85 bis 100) Millionen Euro aus.

TOM TAILOR

steht kurz vor dem Abschluss einer Einigung mit den Konsortialbanken und dem Mehrheitsaktionär Fosun über die Kernpunkte der neuen Finanzierungsstruktur. Die Vereinbarung mit den Konsortialbanken über eine Brückenfinanzierung wurde bis Ende Oktober verlängert. Mit der Finalisierung der Finanzierungsvereinbarung will Tom Tailor auch die Jahres- und Konzernabschlüsse für 2018 fertigstellen.

HANIEL

verschlankt die Holdingstruktur, stellt seine Investitionsstrategie neu auf und bekommt Ende April mit Doreen Nowotne die erste familienfremde Aufsichtsratsvorsitzende in der Unternehmensgeschichte. Nach der "finanziellen Konsolidierung", die für 2019 auf dem Programm steht und auch den Abbau von Arbeitsplätzen beinhaltet, will Haniel ab 2020 wieder wachsen.

IPO/WEWORK

Der US-Bürovermittler wird wohl später als geplant an die Börse kommen. Nachdem Investoren Zweifel an der Bewertung und an der Führungsstruktur des Unternehmens geäußert haben, wolle die We Co ihren Börsengang in den kommenden Monat verschieben, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen. Das Börsendebüt war eigentlich für kommende Woche geplant.




Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/raz/gos/cln

END) Dow Jones Newswires

September 17, 2019 01:37 ET ( 05:37 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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