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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.




+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++

MONTAG: In Großbritannien bleiben die Börsen wegen eines Feiertages geschlossen.

+++++ TAGESTHEMA +++++

Der Industriekonzern Thyssenkrupp plant laut einem Zeitungsbericht offenbar einen radikalen Umbau. Um seine Stahlsparte zu stärken, bereitet das Unternehmen einen Zusammenschluss mit dem Stahlhändler Klöckner & Co vor, wie das Handelsblatt unter Berufung auf Konzernkreise berichtet. Beide Unternehmen führten bereits konkrete Gespräche über eine Übernahme von Klöckner durch Thyssenkrupp. "Das Vorhaben ist sehr konkret und hat gute Chancen, umgesetzt zu werden", zitiert die Zeitung aus dem Umfeld der Verhandlungen. Von den beiden Unternehmen war am Donnerstagabend kurzfristig keine Stellungnahme zu erhalten.

Mit dem Schritt wolle der Ruhrkonzern sein Werkstoffgeschäft stärken, das zusammen mit der Stahlherstellung den neuen Kernbereich des Unternehmens bilden soll, schreibt das Handelsblatt weiter. Für den Klöckner-Deal brauche Thyssenkrupp rund 800 Millionen Euro, wovon ein Teil durch Verkäufe wieder hereingeholt werden könne.

Zusammen käme das Werkstoffgeschäft von Thyssenkrupp und Klöckner laut der Zeitung auf Basis des vergangenen Geschäftsjahres auf einen Pro-forma-Umsatz von mehr als 21 Milliarden Euro. Fusioniert wären die beiden Unternehmen der dominante Werkstoffhändler in Europa und Nordamerika mit knapp 27.000 Mitarbeitern.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

08:50 DE/Aumann AG, Ergebnis 2Q

09:00 DE/MBB SE, Ergebnis 1H

Mögliche vorgezogene Termine - auf Basis des Vorjahres geschätzt:

-DE/Encavis AG (ehemals Capital Stage AG), Ergebnis 1H

DIVIDENDENABSCHLAG


ADM Hamburg: 13,58 EUR


+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++


- BE
15:00 Geschäftsklimaindex August
PROGNOSE: -6,0 Punkte
zuvor: -5,0 Punkte
- US
16:00 Neubauverkäufe Juli
PROGNOSE: +0,6% gg Vm
zuvor: +7,0% gg Vm


+++++ AUSBLICK EUROPÄISCHE ANLEIHE-AUKTIONEN +++++

Keine Auktionen angekündigt.

+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++


Aktuell:
INDEX Stand +/- %
DAX-Future 11.801,50 0,64
S&P-500-Future 2.930,50 0,28
Nikkei-225 20.706,45 0,38
Schanghai-Composite 2.894,97 0,40
+/- Ticks
Bund -Future 177,81 -28


Vortag:
INDEX Vortagesschluss +/- %
DAX 11.747,04 -0,47
DAX-Future 11.751,00 -0,31
XDAX 11.758,50 -0,30
MDAX 25.245,46 -0,83
TecDAX 2.748,82 -1,25
EuroStoxx50 3.373,67 -0,63
Stoxx50 3.096,32 -0,44
Dow-Jones 26.252,24 0,19
S&P-500-Index 2.922,95 -0,05
Nasdaq-Comp. 7.991,39 -0,36
EUREX zuletzt +/- Ticks
Bund-Future 178,09 -53


+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick: Nach dem Rücksetzer am Donnerstag werden die Börsen in Europa am Freitag im Plus erwartet. Das Thema des Tages ist die Rede des Fed-Präsidenten Jerome Powell in Jackson Hole am Nachmittag (MESZ). Hier gilt das Interesse etwaigen Aussagen zur künftigen Zinspolitik der Fed. "Für Powell wird das heute ein schwieriger Spagat", so Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Partner. Einerseits möchte er die Märkte, die von mindestens zwei weiteren Zinssenkungen in diesem Jahr ausgehen, sicherlich nicht enttäuschen. Andererseits kann er angesichts der konträren Meinungen innerhalb der Fed keine definitiven Zinssenkungen in Aussicht stellen. Denn jüngst mehrten sich die Stimmen derer, die für die Beibehaltung des jetziger Zinskorridors plädierten. Erst wenn weitere Zölle eingeführt und die Verbraucher belastet würden, könnte die Notenbank wieder gefragt sein.

Rückblick: Leichter - Schwache Einkaufsmanager-Indizes aus den USA drückten am Nachmittag die Kurse ins Minus. Am Vormittag hatte es bereits Daten aus der Eurozone gegeben. Hier hat sich zwar das Wirtschaftswachstum im August leicht belebt. Die kriselnde Industrie bremste aber weiter die Dynamik der Gesamtwirtschaft. Nach etwas schwächeren Quartalszahlen büßten Sunrise Communications 6,4 Prozent ein. Im Blick stand auch der Streit mit der an Sunrise beteiligten Freenet über eine mögliche Kapitalerhöhung zur Finanzierung der geplanten Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC Schweiz. Freenet schlossen 0,5 Prozent im Minus. Für CRH ging es nach Zahlen um 2,5 Prozent nach unten. Der Baustoffhersteller hat ein neues Aktienrückkaufprogramm bekannt gegeben.

DAX/MDAX/TECDAX

Leichter - Leicht steigende Renditen sorgten bei den Bankenwerten für etwas Entspannung. So legte die Aktie der Deutschen Bank um 1,9 Prozent zu, Commerzbank stiegen um 1,8 Prozent. Für die Aufzugssparte von Thyssenkrupp bringen sich laut einem Magazin-Bericht die Interessenten in Stellung. Das Vorhaben, einen Teil des Aufzuggeschäfts an die Börse zu bringen, werde damit immer unwahrscheinlicher. Für die Aktie ging es um 5,6 Prozent nach oben. Die Osram-Aktie gewann 1,8 Prozent auf 36,90 Euro. Das Unternehmen hat den Weg für das Übernahmeangebot des österreichischen Halbleiterunternehmens AMS frei gemacht. AMS könnte nun ein Gebot von 38,50 Euro je Osram-Aktie lancieren. Nanogate fielen nach einer Umsatzwarnung um 18,8 Prozent.

XETRA-NACHBÖRSE

Klöckner wurden 16 Prozent und Thyssenkrupp noch immer 1,5 Prozent fester getaxt. Laut Handelsblatt führt Thyssenkrupp Übernahmegespräche mit dem Stahlhändler Klöckner.

USA / WALL STREET

Uneinheitlich - Der Anfangsschwung der Wall Street ist im Verlauf weitgehend verpufft. Schwache Daten und sinkende Zinssenkungsfantasien belasteten die US-Börsen - der Dow-Jones-Index wurde einzig von einer Rally bei Boeing im Plus gehalten. Das Wachstum der US-Wirtschaft hatte sich im August verlangsamt. Der von IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes sowie sein Pendant für den Servicesektor sanken deutlicher als am Markt befürchtet. Nach dem eher falkenhaft interpretierten Fed-Protokoll legten gleich zwei Fed-Vertreter entsprechend nach. Fed-Präsident Patrick Harker aus Philadelphia und seine Kollegin Esther George aus Kansas City dämpften die Hoffnungen auf baldige Zinsreduzierungen. Gestützt wurde der Markt von etwas besser als erwartet ausgefallenen wöchentlichen Arbeitsmarktdaten, vor allem aber von erneut guten Geschäftszahlen aus dem Einzelhandelssektor. Nach Lowe's und Target hatte nun auch Nordstrom mit Quartalszahlen überzeugt. Die Aktie schoss um 15,9 Prozent nach oben. Boeing gewannen 4,2 Prozent. Analyst Cai von Rumohr von Cowen rechnete damit, dass die Luftfahrtbehörde die Fluglizenz für die Maschinen des Typs 737 MAX in vier bis sechs Wochen erteilen könnte. Für Tesla ging es um 0,6 Prozent aufwärts. Aktionär Baillie-Gifford regte einen Wechsel an der Unternehmensspitze an. Zwischenzeitlich machten Spekulationen die Runde, Volkswagen könnte beim Elektroautobauer einsteigen. Dies wurde aber klar dementiert - der Kurs kam von den Tageshochs zurück. Splunk zeigte sich mit Abgaben von 7,8 Prozent. Die Gesellschaft hatte die Cashflow-Prognose gesenkt. Nach Geschäftszahlen unter Markterwartungen büßten L Brands 4,9 Prozent ein. BJ's Wholesale haussierten um 17,2 Prozent, der Großhändler hatte mehr als prognostiziert verdient.

Am Anleihemarkt setzten die Renditen ihre Aufwärtstendenz fort. Teilnehmer verwiesen auch hier auf die falkenhaften Kommentare aus dem Kreise der Fed in Verbindung mit dem Sitzungsprotokoll des Vorabends. Die Rendite zehnjähriger Papiere legte um 1,9 Basispunkte auf 1,61 Prozent zu, jene der zweijährigen um 4,1 Prozent auf ebenfalls 1,61 Prozent. Die Zinsstrukturkurve war damit wieder knapp invers und deutete Rezessionsgefahr an.

+++++ DEVISENMARKT +++++


DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:32 Mi, 17:15 % YTD
EUR/USD 1,1070 -0,10% 1,1078 1,1097 -3,4%
EUR/JPY 118,00 +0,07% 117,77 118,13 -6,2%
EUR/CHF 1,0907 +0,07% 1,0876 1,0888 -3,1%
EUR/GBP 0,9052 +0,07% 0,9137 0,9138 +0,6%
USD/JPY 106,59 +0,16% 106,31 106,44 -2,8%
GBP/USD 1,2229 -0,17% 1,2123 1,2145 -4,2%
USD/CNY 7,0928 +0,13% 7,0754 7,0626 +3,1%
Bitcoin
BTC/USD 10.143,15 +0,16% 10.009,00 10.005,75 +172,7%


Nur kurzzeitig profitierte der Euro von besser als erwartet ausgefallenen Juli-Einkaufsmanagerindizes aus Frankreich, Deutschland und der Eurozone. Denn die Geschäftsaussichten fielen binnen Jahresfrist auf den tiefsten Wert seit über sechs Jahren. Zudem hatte sich das Verbrauchervertrauen im Euroraum im August stärker als erwartet eingetrübt. Der Euro kam auf 1,1082 Dollar zurück und ging damit nach einem Tageshoch bei 1,1113 knapp unter dem Niveau des Vorabends um. Das Protokoll der jüngsten EZB-Sitzung brachte kaum Bewegung in den Euro. Demnach besteht bei den Notenbankern keine Einigkeit über ein geldpolitisches "Paket" im September.

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

August 23, 2019 01:40 ET ( 05:40 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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