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"Mr. Dax" Dirk Müller sieht gefährliche Situation

| Quelle: BIALLO | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Aktienmärkte



Der deutsche Leitindex Dax hat seit dem 26. März rund 1.300 Punkte zugelegt. Die Luft scheint langsam dünner zu werden. Börsen-Bär Dirk Müller, einst als "Mr. DAX" bekannt, warnt eindringlich vor einem vermeintlich bevorstehenden großen Crash: "Wir befinden uns nach neun Jahren Aufschwung in einer ausgesprochen gefährlichen Situation. China ist die größte Blase, die die Weltwirtschaft je gesehen hat. Die Situation gleicht einem riesigen Kartenhaus und die steigenden amerikanischen Zinsen werden es zum Einsturz bringen", sagt Müller im Gespräch mit biallo.de. Was das Ausmaß eines bevorstehenden Kurssturzes auf den weltweiten Aktienmärkten betrifft, befürchtet der Experte Schlimmes: "Das wird näher dran sein an der Weltwirtschaftskrise von 1929 als am Crash von 2008."



Der Blick in die Glaskugel


Die Vorbeben - zum Beispiel im Form des durch die US-Strafzölle drohenden weltweiten Handelskriegs, sinkender Konjunkturerwartungen oder angekündigte Zinssteigerungen -seien schon jetzt spürbar. Wann aber genau "The Big One", das große Erdbeben, passieren würde, kann auch Müller nicht voraussagen: "Es kann in nächster Zeit passieren oder erst in ein paar Jahren in der Zukunft. Fest steht, dass es unausweichlich ist." Die Börse sei ein Wechsel von Boomzeiten mit steigenden Kursen und Konsolidierungen und wenn diese über längere Zeit ausblieben, würden sie umso heftiger ausfallen.



China und der Welt droht schmerzhafte Zahnarzt-Sitzung

Müller nennt einen Alltagsbeispiel: "Wenn Sie 20 Jahre nicht zum Zahnarzt gehen, werden Sie auch eine heftige Sitzung erleben. China hat in den letzten zwei Jahrzehnten einen Boom ohne größere Korrektur erlebt - das wird dann auch entsprechend schmerzhaft." Auch für den Rest der Börsen-Welt. Börsenguru Hans A. Bernecker hatte im Gespräch mit biallo.de eine DAX-Korrektur bis 11.000 Punkte für möglich gehalten. Der Grandseigneur der deutschen Börsenexperten empfahl in diesem Zusammenhang, den Aktienanteil im Depot zu verringern, um möglichst viel Bargeld für sich bei Tiefstständen ergebende Chancen zur Verfügung zu haben.



Zeit für Blue-Chips


Müller hat einen anderen Ansatz: Er empfiehlt, in möglichst bilanzstarke Blue-Chip-Unternehmen mit niedriger Verschuldung, möglichst wenig Konkurrenz in ihrer Sparte und starkem Cashflow zu investieren und schon wegen des Inflationsverlustes sein Geld nicht in der Bank zu bunkern. "Zum einen deshalb, weil ich so noch dabei bin, wenn der Markt doch noch eine Zeit steigt. Zum anderen könnte ein großer Crash auch die Banken ins Wanken bringen und dann wäre mein Bargeld in Gefahr." Müller hat unter dieser Maxime selbst einen Fonds aufgelegt, der auf langfristigen Gewinn ausgelegt ist.



Fonds oder breite Streuung

Für die meisten Privatanleger sei in der derzeit herrschenden Situation die Investition in gemanagte Fonds wegen der Risikominimierung die beste Alternative. Wer das nicht wolle, sollte wegen einer vernünftigen Streuung "20 bis 30 verschiedene Aktien im Depot haben". Jeder Anleger müsse seinen eigenen Weg finden, um für die möglicherweise bevorstehende Krise so gut wie möglich gerüstet zu sein. Müller: "Und dann geht es darum, in der Krise zu profitieren. Viele große Vermögen in der Welt sind in solchen Zeiten gemacht worden."



Börsenexperte Halver glaubt nicht an Crash

Von einem bevorstehenden großen Crash gar nichts wissen will dagegen Robert Halver. Laut des Leiters der Kapitalmarktanalyse der Baader Bank gelte in diesem Jahr auch das berühmte Börsen-Sprichwort "Sell in May and go away" nicht. "Dazu fehlt der Kursgewinnpuffer, der sich in den ersten vier Monaten 2018 nicht aufgebaut hat. Gewinnmitnahmen zur Sicherung von Aktienrenditen scheitern mangels Masse", analysiert Halver.



"Im Sommer ist vorerst mit einer Seitwärtsentwicklung im Dax zu rechnen, bis sich die Unsicherheit um die Zins- und Handelsangst verringert hat. Nach der Sommerpause ist dann wieder mit einer Erholung der Aktienmärkte zu rechnen. Ein Ende des Wirtschaftsaufschwungs ist nicht zu erwarten. Die 'Boom-Phase“ hält an, wenn auch mit gebremster Dynamik." Es gelte die Devise "Stay in May". Halver hält Aktiensparpläne für eine gute Anlagemethode.



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Quelle: Biallo & Team GmbH
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