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Musk-Vorstoß: Tesla baut Giga-Factory bei Berlin

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Elektroauto-Hersteller Tesla wird seine europäische Fabrik im Umland von Berlin bauen. Tesla-Chef Elon Musk verkündete das überraschend am Dienstagabend bei der Verleihung des "Goldenen Lenkrads" von Auto Bild und Bild am Sonntag in Berlin. Auf Nachfrage sagte er, das Werk solle in der Nähe des geplanten Hauptstadt-Flughafens BER entstehen. In Berlin selbst soll zudem ein Design- und Entwicklungszentrum entstehen. Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) twitterte: "Wer Visionen hat, kommt nach Berlin! Willkommen in der Metropolregion, Tesla!"

Wie die Welt berichtete, war Musk überraschend zu der Verleihung des Preises gekommen. Tesla hatte schon seit längerem nach einem Standort für eine "Gigafactory" für die Herstellung von Batterien und Fahrzeugen in Europa gesucht. Musk hatte zuvor bereits gesagt, Deutschland habe gute Chancen. Zuletzt hatte Tesla lediglich erklärt, man sei auf der Zielgeraden und wolle den Standort bis Jahresende bekanntgeben.

Im Gespräch waren aber eher andere Bundesländer - unter anderem das Saarland und Niedersachsen. Berlin war nicht auf dem Radar. Nach Tagesspiegel-Recherchen handelt es sich dabei um eine potenzielle Industriefläche im brandenburgischen Grünheide im Landkreis Oder-Spree südöstlich von Berlin, die bereits einmal im Rennen für die Ansiedlung eines BMW +2,17%-Werks war. Die Tesla-Aktie +0,88% schloss am Dienstag in New York mit einem Plus von 1,4 Prozent bei 349,93 Dollar auf dem höchsten Stand seit knapp einem Jahr.

Die Fabrik in Deutschland soll nach bisherigen Angaben voraussichtlich Ende 2021 in Betrieb gehen. Sie soll das aktuell wichtigste Tesla-Fahrzeug Model 3 für den europäischen Markt produzieren sowie auch den auf seiner Basis entworfenen künftigen Kompakt-SUV Model Y. Mit dem Model 3, das in Deutschland aktuell ab einem Preis von gut 44.000 Euro zu haben ist, will Tesla sich einen breiteren Markt erschließen.

Die erste Gigafactory, die bisher nur Batterien produziert, baute Tesla in der Wüste im US-Bundesstaat Nevada. Erst vor kurzem wurde in kurzer Zeit eine Fabrik in China fertiggebaut, ebenfalls für die Produktion des Model 3. In Europa montierte Tesla bisher in den Niederlanden einige Fahrzeuge der teureren Modellreihen S und X. Musk stellte aber wiederholt klar, dass er die Zukunft der Firma vor allem in Model 3 und Model Y sieht.

Die Firma ist ein Vorreiter bei der Elektromobilität, kämpfte aber angesichts teurer und verzögerter Produktions-Anläufe bei neuen Modellen immer wieder mit massiven Geldproblemen.

12-Monats-Chart Tesla (in US-Dollar, Nasdaq)


Batterieförderung überdenken

Die Bundesregierung muss nach Ansicht des Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer bei der Förderung der Batterieproduktion umdenken. Nach der Ankündigung von Musk, bei Berlin eine Fabrik für die Herstellung von Batterien und Elektrofahrzeugen zu bauen, sei zu überlegen, welchen Sinn die eine Milliarde Euro noch habe, die Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in eine deutsche Lithium-Ionen-Fabrikation stecken wolle. Auch die geplante Batterieforschungsfabrik in Nordrhein-Westfalen mit 200 Millionen Euro Landesmitteln sei nun zu hinterfragen, meinte Dudenhöffer.

Dass die Wahl für die europäische Tesla-Fabrik auf Deutschland und Berlin-Brandenburg gefallen sei, nannte Dudenhöffer "überraschend, aber nicht abwegig". Für die Batteriezellproduktion seien Standortfaktoren wie Flächen, Bodenpreise, Infrastruktur und Energiekosten wichtig, "aber natürlich hat Berlin auch Aussagekraft und die passt zu einer Premiummarke wie Tesla".

Die Zahl der Arbeitsplätze in der künftigen Fabrik sollte man nach Einschätzung von Dudenhöffer nicht überschätzten. "Zellfabrikation ist hochautomatisiert. Da zählen Energiekosten deutlich mehr als Arbeitskosten", erläuterte der Autofachmann. Nach Informationen der Bild-Zeitung sollen bis zu 10.000 neue Jobs entstehen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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