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Nächste Eskalationsstufe im Handelskrieg

| Quelle: Commerzbank_TagesInfo_Rohstoffe | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
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Energie: Die Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China (siehe Industriemetalle auf Seite 2) drückt am Morgen auch auf die Ölpreise. Brent fällt auf 78 USD je Barrel. WTI rutscht trotz eines kräftigen Rückgangs der US-Rohöllagerbestände laut API um 6,8 Mio. Barrel unter 74 USD. Gestern hatte Brent wegen der zahlreichen Angebotsausfälle und des Streiks in der norwegischen Ölindustrie in der Spitze 79,5 USD erreicht. Die USA wollen angeblich Ausnahmen bei den Ölimporten aus dem Iran in Betracht ziehen. Diesbezüglich lägen Anfragen einer „Handvoll“ Länder vor. Gut möglich, dass Indien dazu zählt. Daten aus Schifffahrts- und Industriekreisen zufolge hat Indien im Juni und damit im ersten Monat nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen seine Öleinfuhren aus dem Iran um 16% gegenüber dem Vormonat reduziert. Die Einfuhren lagen im Mai noch bei mehr als 700 Tsd. Barrel pro Tag und damit deutlich über dem üblichen Niveau. Offensichtlich hatte Indien seine Käufe aus dem Iran kurz vor der Ankündigung neuer US-Sanktionen noch einmal deutlich erhöht. Im Juni betrugen die Einfuhren noch immer knapp 600 Tsd. Barrel pro Tag. Dafür Ersatz zu finden, dürfte nicht einfach werden, da auch andere Abnehmer iranischen Öls wie Japan, Südkorea und die EU nach alternativen Anbietern Ausschau halten dürften. China dürfte zwar weiterhin Öl aus dem Iran beziehen, dafür aber demnächst wohl keines mehr aus den USA. Denn es ist davon auszugehen, dass in der nächsten Vergeltungsrunde auf die US-Strafzölle auch US-Rohöl mit einem Einfuhrzoll belegt wird. Davon hatte China zunächst noch abgesehen. Die US-Energiebehörde revidierte ihre Prognose für die US-Rohölproduktion im nächsten Jahr leicht nach oben und erwartet nun einen Durchschnittswert von gut 12 Mio. Barrel pro Tag im 4. Quartal 2019.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold zeigt sich auch diesmal unbeeindruckt von der Eskalation des Handelskrieges zwischen den USA und China (siehe Industriemetalle auf Seite 2) und fällt heute Morgen zeitweise unter 1.250 USD je Feinunze. Denn in Reaktion auf die neuesten Entwicklungen wertet der US-Dollar auf. Die Teilnehmer an den Devisenmärkten gehen offenbar davon aus, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen stärker anheben wird, um der aus den Importzöllen resultierenden Verteuerung der Güter und Dienstleistungen in den USA entgegenzuwirken. Wir erachten dies jedoch für wenig wahrscheinlich. Dennoch ist Gold derzeit als sicherer Hafen nicht gefragt, wie auch neuerliche ETF-Abflüsse zeigen. Wir halten den Goldpreis für zu niedrig und erwarten höhere Preise, da sich im Moment kein baldiges Ende im Handelskrieg andeutet und daher die Risiken eher noch zunehmen. Silber und Platin fallen etwas stärker als Gold. Die Notierungen dieser industriellen Edelmetalle werden wohl durch die schwachen Industriemetallpreise belastet. Dagegen zeigt sich Palladium allerdings unverändert, obwohl es fast ausschließlich industriell verwendet wird. Die Schmucknachfrage spielt für Palladium schon seit vielen Jahren kaum noch eine Rolle und die Investmentnachfrage wird laut Einschätzung von Johnson Matthey, dem weltweit größten Verarbeiter von Platin und Palladium, auch in diesem Jahr negativ sein.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Der Handelskrieg zwischen den USA und China geht in die nächste Runde. Die US-Administration hat letzte Nacht eine zusätzliche Liste mit chinesischen Produkten im Umfang von 200 Mrd. USD veröffentlicht, die mit Zöllen von 10% belegt werden sollen. Die Zölle könnten laut Aussagen des Büros des US-Handelsbeauftragten nach dem 30. August in Kraft treten. Dann läuft eine öffentliche Konsultationszeit dazu aus. China hat bereits verlauten lassen, dass es sich im Falle neuer US-Zölle gezwungen sieht, Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen, womit sich die Zollspirale weiterdrehen würde. Allerdings kann China nicht mehr im gleichen Umfang reagieren, da es im letzten Jahr aus den USA Güter und Dienstleistungen im Wert von insgesamt „nur“ rund 150 Mrd. USD eingeführt hat. Unter den Marktteilnehmern wächst die Sorge, dass sich der Handelskrieg auf die Realwirtschaft auswirkt und das globale Wirtschaftswachstum bremst. Dies hätte wohl auch
Auswirkungen auf die Nachfrage nach Industriemetallen. Entsprechend stark fällt heute Morgen die Reaktion bei den Metallen aus: An der LME fallen die Preise um bis zu 5%, an der SHFE teilweise sogar noch mehr. Kupfer rutscht zeitweise unter 6.100 USD je Tonne, Zink verbilligt sich auf 2.500 USD. Wir halten den Preisrückgang für übertrieben, da zum Beispiel die asiatischen Aktienmärkte auf die neueste Entwicklung im Handelskrieg weniger stark verlieren. Sollte sich die Lage beruhigen, erwarten wir eine starke Gegenbewegung.

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