DAX ®11.070,63-1,55%TecDAX ®2.450,68-3,01%S&P FUTURE2.657,90-1,42%Nasdaq 100 Future6.523,75-2,22%
finanztreff.de

Nächster Aufstiegskandidat: Kering – Mehr Luxus für den Euro Stoxx 50

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Und weiter geht es. Bei der nächsten Überprüfung des Euro Stoxx 50 im September könnte es tatsächlich zu einer ziemlich umfassenden Neusortierung kommen. Denn neben Linde (siehe IE vom 26.01.) und UniCredit (IE vom 29.01.) drängt mit der französischen Kering och ein weiterer Neuling mit Macht auf eine Indexaufnahme. Der bis vor wenigen Jahren als Pinault-Printemps-Redoute (PPR) firmierende Konzern gehört wie LVMH zur boomenden Luxusgüter-Branche, deren Bedeutung im wichtigsten Euroland-Index damit weiter steigen könnte.

Neben der nicht ganz so luxuriösen Beteiligung an Puma, die jetzt verkauft werden soll, gehören Marken wie Gucci, Bottega Vineta oder Balenciaga zum Portefeuille von Kering. Und die laufen augenscheinlich ziemlich gut. Insbesondere die Zahlen der mit weitem Abstand wichtigsten Marke Gucci haben die Börsianer zuletzt begeistert und bei Analysten eine Serie von Kurszielanhebungen nach sich gezogen. Viele von diesen sehen mittlerweile Kurse jenseits von 450 Euro als vertretbar an, was angesichts der traditionell anspruchsvollen Bewertung bei Luxusgüter-Aktie durchaus bemerkenswert ist.

Erklärbar wird dies aber schon allein über die zuletzt wieder stärkeren Wirtschaftsdaten aus Asien, da Länder wie China oder Japan seit einigen Jahren zu den wichtigsten Abnehmern von Luxusartikeln gehören. Bei Kering entfallen mehr als 40 Prozent der Umsätze im Luxussegment auf die Asien-Pazifik-Region, wobei zuletzt imposante Wachstumsraten von mehr als 30 Prozent erzielt werden konnten. In Festland-China lagen die Zuwächse sogar bei 50 Prozent!

Die massive Erholung spiegelt sich auch im Kursverlauf wider. Seit Anfang 2016 ist die Aktie um imposante 175 Prozent gestiegen und hat damit nicht nur die großen Indizes sondern auch den großen Wettbewerber LVMH locker abgehängt. Die fällige „Belohnung“ könnte nun also die Aufnahme in den Euro Stoxx 50 sein.

Was nun die denkbare Indexaufnahme angeht, bedarf es auch bei Kering eines tieferen Blickes in die Indexlogik von Stoxx. Begünstigt wird Kering dadurch, dass das Unternehmen nicht derselben Branche zugeordnet wird wie LVMH und Adidas. Diese beiden werden nämlich wie Unilever und L’Oreal in dem Supersektor „Personal & Household Goods“ geführt, während sich Kering nur in dem weniger überlasteten Retail-Sektor behaupten muss. In diesem wiederum ist der Sprung auf die Kandidatenliste – Stand heute – für Kering kein Problem. Als Nummer 2 des Sektors hinter Inditex sind sie sicher bei der Verteilung der Euro-Stoxx-50-Startplätze dabei.

Entscheidend ist nun aber noch, dass sie in diesem Ranking unter die 40 größten Werte schaffen. Denn nur die werden – wie bereits erläutert – sicher aufgenommen. Und hier beginnt nun die Aufstiegsspekulation. Denn während Linde und UniCredit derzeit ziemlich ungefährdet aussehen, tänzelt Kering beinahe punktgenau auf der 40er-Schwelle. Beim Dezember-Ranking lagen sie exakt auf Rang 40. Einen Monat davor reichte es nur für Platz 41, was dann eben zu wenig wäre. Stand heute würde es hingegen wieder reichen. Denn auch wenn die ungewisse UniCredit mit berücksichtigt wird, wäre Kering auf Basis der aktuellen Kurse als 39. dabei.

Die Gedankenspiele zeigen, dass es am Ende am entscheidenden Stichtag leicht auf den einen oder anderen Euro beim Kurswert ankommen kann. Angesichts des starken Kurs-Momentums stehen die Chancen aber gut. Zumal ein paar potenziell kurstreibende Nachrichten noch bevor stehen. Zum einen läuft derzeit die Hochsaison im Vorfeld des Chinesischen Neujahrsfestes am 16. Februar. Zum anderen wird Kering am 13. Februar die Abschlusszahlen für das Jahr 2017 vorlegen. Nach den erfreulichen LVMH-Zahlen in dieser Woche lassen auch die Gutes erhoffen.

Für Anleger, die ein Engagement mit Sicherheitspuffer eingehen wollen, stehen bei Kering derzeit leider keine attraktiven Bonuszertifikate ohne Gewinngrenze zur Verfügung. Dafür sehen einige Produkte mit Obergrenze (Cap) durchaus attraktiv aus. Zum Beispiel das bis Juni 2019 laufende Papier mit der WKN CV56YN von der Commerzbank. Wen sich die Aktie bis dahin immer über 320 Euro hält, kommt es sicher zu einer Rückzahlung in Höhe des höchsten derzeit von Analysten genannten Kursziels von 465 Euro. Die Anlagerendite läge in diesem Fall bei 11,5% p.a., was den Verzicht auf eine unbeschränkte Gewinnchance durchaus erträglich macht.

Ralf Andreß

Schlagworte:
,
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

Werbung

Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

» Alle News von Investmentecke
Werbung

News-Suche

Suchbegriff:
Werbung
Werbung

Werbung
Börse Stuttgartschliessen
Börse Stuttgart

Wir machen Sie fit für die Börse!

Aktuelle Nachrichten, umfangreiche Hintergrundinformationen und essentielles Finanzwissen rund um das Thema Börse.

Jetzt kostenfrei anmelden!
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook, Google+ oder Twitter
Aktuelle Umfrageschliessen
Amazon-Chef Jeff Bezos glaubt daran, dass Amazon früher oder später scheitern wird. Große Konzerne hätten tendenziell eine Lebenserwartung von etwas über 30 Jahren. Glauben Sie auch, dass es Amazon irgendwann nicht mehr geben wird?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen
schliessen