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Netflix: Der Jäger wird zum Gejagten

| Quelle: Deutsche Bank X... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
 

Christian Hendrik Knappe

Netflix ist angetreten, um die Art und Weise zu verändern, wie Menschen Fernsehen. Dem Video-on-Demand-Anbieter ist dies bis zu einem gewissen Grad auch gelungen. Film- und Serienfans schauen ihre Lieblingsinhalte inzwischen wann sie wollen und auf welchem Endgerät sie wollen. Doch ausgerechnet dieser Branchenpionier muss sich einer ganz neuen Konkurrenzsituation stellen. Im Bereich Online-Streaming ist Netflix der Platzhirsch, während Amazon, Apple, Disney & Co mit ihren Streaming-Diensten zu den Herausforderern zählen.
 
Dabei muss sich Netflix selbst fragen, ob die Preispolitik des Unternehmens auf der Höhe der Zeit ist. In den USA müssen Netflix-Kunden für das Basispaket 8,99 US-Dollar hinblättern. In Deutschland liegt der Preis bei 7,99 Euro, allerdings werden die Filme und Serien dabei nicht in HD präsentiert. Hochauflösende Filme und Serien gibt es in den USA für 12,99 US-Dollar und hierzulande für 11,99 Euro. Darüber hinaus werden Premium-Abos für 15,99 US-Dollar bzw. 15,99 Euro im Monat angeboten.
 
Angesicht solcher Preise wird sich der ein oder andere Schnäppchenjäger überlegen, ob er nicht doch lieber zu dem ab 1. November für 4,99 Euro im Monat erhältlichen Apple TV+ wechseln sollte. Auch Disney geht aggressiv vor. Den Streaming-Dienst Disney+ soll es für 6,99 US-Dollar im Monat geben, während das Jahresabo für 69,99 US-Dollar zu haben sein wird. Während noch nicht bekannt ist, mit welchen Originaltiteln Apple TV+ aufwarten wird, könnte Disney in Sachen Inhalte Netflix das Fürchten lehren. Schließlich hat der „Micky Maus“-Konzern unzählige beliebte Zeichentrickfilme, die Marvel-Superheldenfilme oder die Star Wars-Reihe im Angebot.
 
Darüber hinaus muss berücksichtigt werden, dass Netflix zusätzlich mit Facebook oder YouTube konkurriert, wenn es darum geht, welche Videos sich die Menschen im Internet anschauen. Gleichzeitig muss Netflix enorme Summen in neue, in Eigenregie produzierte Filme, Serien und Dokumentationen stecken. Angesichts der Konkurrenzsituation ist es nicht garantiert, dass sich die enormen Investitionen am Ende auszahlen werden. Dies ist nur ein Grund, warum die Netflix-Aktie in den vergangenen Jahren teilweise sehr heftigen Schwankungen unterworfen war. Diese Schwankungen könnten anhalten, vor allem, wenn Netflix noch einmal ähnlich wie im zweiten Quartal bei der Zahl der Kunden enttäuschen sollte.
 
Laut Unternehmensangaben vom 17. Juli gewann Netflix im Juni-Quartal weltweit lediglich 2,7 Millionen neue Nutzer hinzu. Das Unternehmen selbst hatte sich einen Zuwachs von etwa 5,0 Millionen vorgenommen. In den USA sanken die Nutzerzahlen sogar um 130.000 Kunden. Entsprechend genau werden Investoren hinschauen, wenn die Ergebnisse zum dritten Quartal am 16. Oktober veröffentlicht werden.
 
Obwohl die Konkurrenz mit niedrigen Preisen versucht, in den Markt für Streaming-Dienste einzusteigen, kann Netflix jedoch mit der größeren Erfahrung aufwarten. Außerdem werden Film- und Serienfans am Ende nicht zu einem einzigen Anbieter strömen. Schließich sind die Geschmäcker bekanntlich verschieden. Außerdem befindet sich der Markt für Online-Streaming immer noch in einem eher frühen Stadium. Während mehrere Anbieter ein Stück vom Kuchen abbekommen sollten, dürfte der Kuchen selbst dank des Marktwachstums noch größer werden.
 
Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Netflix-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DS89A3) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,74, die Barriere bei 209,10 US-Dollar. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DS6CJX, aktueller Hebel 2,04, Barriere bei 386,60 US-Dollar) auf fallende Kurse der Netflix-Aktie setzen.
 
Stand: 08.10.2019

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