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Netflix-Zahlen durchwachsen – so reagiert die Aktie

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Streaming-Riese Netflix hat im dritten Quartal dank Hitserien wie "Stranger Things" wieder etliche neue Kunden hinzugewonnen. Unterm Strich stieg die Anzahl der Bezahlabos in den drei Monaten bis Ende September weltweit um 6,8 Millionen, wie der Online-Videodienst am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit blieb Netflix zwar unter seiner eigenen Prognose von sieben Millionen neuen Nutzern, übertraf aber die Markterwartungen.

Insgesamt beliefen sich die bezahlten Mitgliedschaften zum Quartalsende auf knapp 158 Millionen. Die Entwicklung kam bei Anlegern gut an, die Netflix-Aktie +0,60% stieg nachbörslich zeitweise um rund elf Prozent an. Im deutschen Handel gewann der S&P-500-Wert gut acht Prozent (siehe Chart).

Dabei strebt Netflix für das laufende Vierteljahr mit 7,6 Millionen neuen Kunden weniger Wachstum an als von Analysten angenommen, obwohl das Weihnachtsquartal eigentlich meist sehr stark ist.

Konkurrenz macht Druck

Netflix steht vor dem Start neuer Streaming-Dienste der finanzkräftigen Rivalen Disney -0,14% und Apple -0,25% unter Druck und hatte Aktionäre im Vorquartal mit relativ schwachem Wachstum enttäuscht. Besonders schlecht kam damals ein Rückgang der Nutzerzahlen im wichtigen US-Heimatmarkt an. Im jüngsten Quartal sah es jedoch wieder besser aus - in den USA kamen immerhin 517.000 neue Abonnenten hinzu.

Sechs-Monats-Chart Netflix (in Euro, Xetra)


Insgesamt bleibt der US-Markt für Netflix aber schwierig, in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres abonnierten lediglich 2,7 Millionen neue Nutzer den Service. Eine kräftige Preiserhöhung dürfte dabei eine wichtige Rolle gespielt haben. Künftig will das Unternehmen sein US-Wachstum nicht mehr separat ausweisen, sondern zusammen mit den Zahlen für den kanadischen Markt bündeln.

Gewinn steigt stärker als erwartet

Finanziell lief es indes zuletzt rund: Der Gewinn kletterte im Jahresvergleich von 403 Millionen auf 665 Millionen Dollar (600,5 Mio. Euro) und damit deutlich stärker als von Analysten erwartet. Der Umsatz legte um kräftige 31 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar zu. Allerdings rechnet das Unternehmen angesichts hoher Produktions- und Marketingkosten mit deutlich weniger Überschuss zum Jahresende.

Dass der Streaming-Dienst von Anfang Juni bis Ende September bei Kunden punkten konnte, war nicht zuletzt "Stranger Things" zu verdanken. Mit 64 Millionen Zuschauern in den ersten vier Wochen war es laut Netflix die bislang erfolgreichste Staffel der beliebten Mystery-Serie. Im vierten Quartal baut Netflix vor allem auf Filmproduktionen wie etwa Martin Scorseses "The Irishman" mit den Hollywood-Stars Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci.

Kursziel angehoben

Dem Angriff der Konkurrenten Disney und Apple, deren Videodienste jeweils im November starten und deutlich weniger kosten als die Abos von Netflix, begegnet der Streaming-Marktführer demonstrativ selbstbewusst. Die neuen Angebote würden zwar viel Lärm machen und Netflix kurzfristig womöglich etwas belasten, heißt es im Brief an die Aktionäre. Doch kein Wettbewerber habe eine vergleichbare Vielfalt und Qualität, deshalb werde Netflix weiter wachsen.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Netflix nach Quartalszahlen von 360 auf 400 US-Dollar angehoben und die Aktie des Streamingdienstes auf der "Conviction Buy List" belassen. Wie von ihm erwartet sei der Anstieg der Bezahlabos hinter den Unternehmenszielen zurückgeblieben und habe auch die Konsensschätzung knapp verfehlt, schrieb Analyst Heath Terry in einer Studie. Sowohl der Ausblick für die Abonnentenzahlen im Schlussquartal als auch die entsprechenden Markterwartungen für das kommende Jahr hätten aber ordentlich Aufwärtspotenzial. Zudem hätten die Aktienbewertungen vergleichbarer Unternehmen zuletzt zugelegt. (Mit Material von dpa-AFX)

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