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Neue Dax-Welt wirft ihre Schatten(indizes) voraus

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Deutsche Börse AG veröffentlicht seit dieser Woche ihre Simulationen für ihre umgestalteten Auswahlindizes. Ab September sollen Mdax, Sdax und TecDax drastisch umgebaut werden. Herzstück der Indexreform ist die Aufhebung der Trennung zwischen „Technologiewerten“ und „klassischen Industriewerten“, die bislang darüber entschieden hat, ob eine Aktie dem Mdax-alt oder dem TecDax-alt zugeordnet wird. Künftig werden der Mdax-neu und der Sdax-neu analog zum Dax beide Gruppen abdecken, wobei dann wie beim Hauptindex die Börsenkapitalisierung der frei handelbaren Aktien (Free Float Market Cap) und die Handelsumsätze über die Aufnahme entscheiden.

Die jetzt vorgelegten Simulationen enthalten keine allzu großen Überraschungen und waren von uns entsprechend antizipiert worden (siehe IE vom 23.5. und 24.5.). Ein Update auf Basis der offiziellen „Schattenindizes“ macht natürlich trotzdem Sinn. Dabei zeigt sich, dass nach aktuellem Stand 13 jetzt noch im TecDax geführte Unternehmen in den neuen Mdax wechseln werden. Von diesen gehören Wirecard, Qiagen, United Internet und Healtineers bei der Gewichtung gleich zum obersten Drittel, werden also maßgeblichen Einfluss auf das Wohl und Wehe des neuen Midcap-Index haben. Nächst folgende Tech-Titel sind Sartorius und Morphosys, deren Indexgewicht aber schon unterhalb von zwei Prozent liegt – eine Folge der sehr breiten Abdeckung des künftig 60 Werte umfassenden Index.

Deutlich spitzer wird die Verteilung im neuen TecDax sein, der ab dem 24. September auch die „Technologie-Werte“ aus dem Dax enthalten wird. Neben SAP und Infineon zählt die Deutsche-Börse-Logik auch die Telekom dazu, die dann ebenfalls über den Kursverlauf des neuen Multi-Branchen-Index entscheiden wird. Trotz der eingebauten Gewichtungsbeschränkung von 10 Prozent pro Einzeltitel werden die drei „Großen“ zusammen mit Wirecard und Qiagen künftig beinahe 50 Prozent der Indexentwicklung bestimmen, wenn aus der Simulation Wirklichkeit werden sollte.

Die von Analysten am stärksten eingeschätzte Aktie unter allen genannten ist ausgerechnet der am wenigsten spektakulär anmutende Kandidat: die Deutsche Telekom. Fast 70 Prozent der vorliegenden Anlageurteile stehen auf „Kaufen“ und das durchschnittliche Kursziel von rund 16,60 Euro liegt beinahe 25 Prozent über dem derzeitigen Kurs. Auf den Plätzen folgen United Internet und Healthineers mit einem theoretischen Kurspotenzial von jeweils knapp 10 Prozent.

Fakt ist jedenfalls, dass sich die Struktur der Indizes deutlich verschieben wird, wobei der neue Mdax tendenziell volatiler sein dürfte als der alte, während es beim TecDax durch die großkapitalisierten Dax-Werte etwas ruhiger werden könnte. Ab wann und wie dies bei der Preisstellung von Optionsscheinen und Zertifikaten berücksichtigt werden wird, ist noch unklar. Dazu kommt, dass der simulierte neue Mdax in der Total-Return-Version mit einem Indexstand von rund 4.600 Punkten an den Start gegangen ist – anstelle der mehr als 26.000 Punkte im alten Mdax. Dies lässt erahnen, dass es im September zu erheblichen Anpassungen bei Alt-Papieren kommen könnte.

Bereits in einem der Indizes investierte Anleger werden mithin nicht darum herumkommen, in den kommenden Wochen und Monate sehr genau zu prüfen, ob der Übergang reibungslos gelingt und ob sie sich in den neuen Indizes dann immer noch wohlfühlen…

Ralf Andreß

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Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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