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Neue Freiheit für Puma – Wartezeit bis zum Neustart mit 7% Rendite nutzen

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Vor gut einer Woche hat Puma’s Mehrheitsaktionär Kering angekündigt, dass er sich von einem Großteil seiner Anteile trennen will. Sofern die Kering-Aktionäre auf der Hauptversammlung am 26. April zustimmen soll die Beteiligung von derzeit 86 Prozent auf nur noch 16 Prozent zurückgefahren werden. Von den zum Verkauf stehenden Stücken werden allerdings 29 Prozent an die Finanzholding Artemis gehen, die ihrerseits Anteilseigner von Kering ist, und offenbar gewillt ist, langfristig bei Puma investiert zu bleiben.

Wenn alles läuft wie geplant, hätte Puma nach Abschluss des Verfahrens somit weiterhin einen starken Großaktionär, wäre gleichzeitig aber wieder ein eigenständiges „normales“ Unternehmen mit einem hohen Streubesitzanteil von voraussichtlich 55 Prozent. Dies ist schon allein deshalb bedeutsam, weil der höhere Anteil „frei handelbarer“ Aktien fast automatisch dazu führen wird, dass Puma schon bald wieder in den Mdax aufsteigt und auch in anderen Deutschland-Indizes wieder eine höhere Gewichtung bekommt.

Denn bei Zusammenstellung und Berechnung der gängigen Indexkonzepte wird nicht auf die tatsächliche Unternehmensgröße abgestellt, sondern immer nur auf den Marktwert der Aktien, die keinem dauerhaften Großaktionär zugeordnet werden. In einer Zeit, in der blindes Indexinvesting immer mehr an Bedeutung gewinnt, sind schon dies allein gute Nachrichten für die Aktien. Und zwar ganz losgelöst von allen Auswirkungen, die der geringere Einfluss des bislang dominierenden Eigners nach sich ziehen.

Nach Einschätzung des Puma-Chefs Björn Gulden sind diese Auswirkungen durchweg positiv. In der Kurzform lassen sie sich mit mehr Flexibilität und der Chance auf schnellere und mutigere Entscheidungen zusammenfassen. Anmerken könnte man allerdings, dass er angesichts der massiven Veränderungen und des zumindest kurzfristig drastischen eingebrochenen Aktienkurses auch schlecht etwas anderes erzählen kann.

Wie es bei dem wieder freigelassenen Puma tatsächlich weitergeht, wird sich zeigen müssen. Interessant ist dabei zunächst aber, dass die Analysten in ihrer Bewertung zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Die Hälfte hat Kaufempfehlungen und Kursziele zum Teil recht deutlich reduziert. Die andere Hälfte hat nach dem Motto „jetzt erst recht“ neue Kaufempfehlungen ausgesprochen oder bestehende bekräftigt. Dabei wurden vereinzelt Kursziele von 400 Euro und mehr wiederholt und verstärkt.

In Summe ergibt dies eine interessante Gemengelage, bei der aber wohl mehrere „Phasen“ zu beachten sind. Zunächst müssen die Kering-Aktionäre zustimmen. Dies wird frühestens auf der HV im April der Fall sein. Im Anschluss dürfte dann die zu erwartende Veräußerung des mächtigen Pakets den Börsenkurs belasten oder zumindest bremsen. Es ist gut denkbar, dass erst danach ein neuer Höhenflug gestartet wird. Gegebenfalls beflügelt durch gute Geschäftszahlen im Zuge der Fußball-WM im Sommer, die ja üblicherweise bei den Sportartikelherstellern für eine Sonderkonjunktur sorgt.

Produktalternativen um die Übergangsphase sinnvoll zu nutzen sind rar gesät. Auch dies ist eine Folge der schwindenden Bedeutung der in den letzten zehn Jahren von Kering dominierten Aktie – die sich nun eben wieder umkehren könnte. Ein paar Papiere gibt es aber doch. Reizvoll ist beispielsweise ein von der HVB angebotenes Capped-Bonuszertifikat mit Laufzeit bis Ende 2018. Es bringt eine Rendite von 7,25% p.a. (oder rund 6,6 Prozent absolut), wenn die Puma-Aktie zu keinem Zeitpinkt bis unter 260 Euro einbricht. Ausgehend vom aktuellen Kurs wäre das ein Sicherheitsabstand von gut 20 Prozent und auch gegenüber dem Schock-Tief unmittelbar nach Bekanntgabe der Ausstiegspläne wäre noch Luft für mehr als zehn Prozent Verlust geblieben.

Der Aufpreis des Zertifikats gegenüber der Aktie ist moderat, sodass also auch im Worts-Case keine höheren Verluste als mit einem Direktinvestment zu befürchten sind (HW4ECT).

Ralf Andreß

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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