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Neue Regeln beim Online-Banking

| Quelle: BIALLO | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Girokonto



PSD2 soll den digitalen Zahlungsverkehr sicherer machen, dazu nimmt der Gesetzgeber auch die Verbraucher in die Pflicht. Für sie wird Onlinebanking und das Einkaufen im Netz komplizierter als bisher. Darüber hinaus haben ab Herbst nicht nur Banken, sondern auch andere Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen Zugang zu Kontoinformationen ihrer Kunden. Das sind die wichtigsten Änderungen:



Wissen, Besitz, Biometrie: Sicherere Authentifizierung mit zwei Faktoren




Kunden müssen sich in Zukunft mit mindestens zwei verschiedenen "Faktoren" authentifizieren, Experten sprechen von "starker Kundenauthentifizierung". Grundsätzlich unterschieden werden drei Arten von Faktoren: zum einen biometrische Merkmale wie etwa den Fingerabdruck, zum anderen kundenspezifische Daten wie die PIN sowie als Drittes Dinge, die der Kunde besitzt, zum Beispiel das Smartphone oder die Kreditkarte.



Die Zwei-Faktoren-Regel gilt nicht nur bei Transaktionen. Sie erstreckt sich auch auf das Login zum Onlinebanking. Neben Benutzerkennung und PIN kann zukünftig eine Transaktionsnummer (TAN) erforderlich sein. Banken können beim Login zeitweilig von der Abfrage eines zweiten Faktors absehen, der Gesetzgeber verlangt jedoch, dass sie spätestens alle 90 Tage erfolgt. Wie der Bundesverband deutscher Banken betont, kann es auch "vereinzelte Ausnahmen" bei Überweisungen geben. Beispielsweise wenn es sich um "kleine oder wiederkehrende Beträge" handelt.



Samrtphones sind auch weiterhin kein Muss beim Onlinebanking. Als Alternative gibt es "Generator-Lösungen" und mobile Lesegeräte von Banken. Zur Auswahl stehen Verfahren wie ChipTAN, SmartTAN oder PhotoTAN.



TANs dürfen nur noch für eine Transaktion gelten




Die lange Zeit weit verbreiteten TAN- und iTAN-Listen sind künftig nicht mehr erlaubt. Denn diese vorab erzeugten Nummern sind nicht mit einer bestimmten Überweisung verknüpft gewesen. Fortan gilt die sogenannte Transaktionsaktionsbindung: Wird eine TAN generiert, ist sie allein für diese Transaktion nutzbar.



Banken müssen Drittanbietern den Kontozugriff ermöglichen




Banken müssen ab 14. September anderen Unternehmen Einblick auf Konten einräumen, zum Beispiel wenn diese die Kreditwürdigkeit überprüfen wollen. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass der Kunde dem vorher zustimmt. Auch diese Zustimmung setzt eine doppelte Authentifizierung voraus. Wer sein Konto für einen Drittanbieter öffnet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass dieser alle Transaktionen der zurückliegenden 90 Tage durchforsten kann.



Drittanbieter sind nach der PSD2-Richtlinie sogenannte "Zahlungsauslösedienste", Kontoinformationsdienste und kartenausgebende Dienstleister. Ob ein Drittanbieter gesetzlich anerkannt ist und von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) kontrolliert wird, darüber können sich Verbraucher im Internet informieren. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde und die Bafin veröffentlichen entsprechende Listen.



Beim Einkauf im Internet sind künftig auch zwei Faktoren nötig




An der Kasse im Supermarkt oder Discounter bleibt alles beim alten. Karte und PIN sind zwei Faktoren. Anders ist das bei Kartenzahlungen übers Internet oder Bezahldiensten wie Paypal. Auch in solchen Fällen müssen sich Kunden künftig mit einem zweiten Faktor authentifizieren.


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Quelle: Biallo & Team GmbH
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