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Neue, spannende Erkenntnisse zur Saisonalität an den Aktienmärkten

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Wir haben an dieser Stelle ja schon des Öfteren über die von HSBC durchgeführten Webinare berichtet, bei denen immer wieder sehr interessante Themen besprochen werden. Spannend aus Anlegersicht wird es vor allem dann, wenn Jörg Scherer, Leiter Technische Analyse bei HSBC Deutschland, mit an Bord ist. Und weil das in dieser Woche mal wieder der Fall war, wollen wir es nicht versäumen, die wichtigsten Aussagen hier kurz vorzustellen. Konkret ging es diesmal unter anderem um das Thema Saisonalität.

Und die vorgelegten Daten machen Hoffnung, dass es an den Aktienmärkten in den kommenden Wochen wieder bzw. weiter (bezogen auf die US-Börsen) bergauf geht. Zum einen haben wir da natürlich das um diese Zeit traditionell diskutierte Thema der Jahresendrally. Der Zeitraum von Anfang Oktober bis Ende Dezember ist beim DAX historisch betrachtet die beste 3-Monats-Periode des gesamten Jahres. Im Durchschnitt sind die Kurse beim DAX in dieser Phase in den vergangenen 20 Jahren um fast 8 Prozent gestiegen. Hinzu kommt beim Dow Jones Index die „traditionell“ starke Q4-Performance in den „8er-Jahren“, wie wir 2018 gerade wieder eins haben.

Der HSBC-Analyst weist in diesem Zusammenhang aber noch auf eine weitere Anomalie hin, die seiner Ansicht nach an den Märkten noch nicht so stark verbreitet ist und Anlegern deshalb einen entsprechend hohen Nutzwert bringen könnte. In den so genannten Zwischenwahljahren (die „Halbzeitwahl“ zwischen den Präsidentschaftswahlen in USA findet diesmal am 6. November statt) sind die Kurse beim Dow Jones zwischen dem 1. November und dem 31. März des Folgejahres seit 1942 (!) nur ein einziges Mal (2002/03 mit minus 4,8 Prozent) gefallen. In 95 Prozent aller Jahre brachten diese vier Monate eine positive Performance von durchschnittlich 11,4 Prozent. Der Top-Wert lag sogar bei 22,7 Prozent. Und das ist nicht nur dem beschriebenen Effekt der Jahresendrally zu verdanken. „In fast 80 Prozent aller Zwischenwahljahre war die Performance in diesem Zeitraum sogar noch besser als der Durchschnittswert aller Jahre“, verdeutlicht Scherer den historisch betrachtet außergewöhnlich positiven Bias der in Kürze anstehenden Phase.

Neue, interessante Zahlen lieferte der Charttechniker auch zum Dax. Dabei ging es um die Performance der einzelnen Kalendertage. Hier kam heraus, dass der Index vor allem am Anfang und am Ende eines Monats eine starke Entwicklung ausweist, während zur Monatsmitte bislang kaum etwas zu verdienen war. Hätten Anleger ihr Geld zum Beispiel immer nur vom 17. bis zum 23. eines jeden Monats im Dax angelegt, dann hätte sich das Kapital seit Ende 1987 halbiert, obwohl sich der Dax insgesamt in den gut 20 Jahren mehr als verzehnfacht hat. Im Umkehrschluss hätte es sich zumindest in der Vergangenheit gelohnt, das ansonsten dauerhaft investierte Kapital genau in dieser Phase aus dem Markt abzuziehen.

Mit dieser simplen Methode hätte man den Dax noch mal deutlich outperformen können. Und dabei hätte es keine große Rolle gespielt, an wie vielen Tagen der „Monatsmitte“ man nicht am Markt investiert gewesen wäre. Wichtig war lediglich, die nachhaltigen Top-Performer-Tage abzudecken. Satte Gewinne wurden in den vergangenen 20 Jahren nämlich zwischen dem 24. und dem 4. des Folgemonats erzielt. Ein möglicher Grund dafür könnten zum Beispiel Investments bei Fonds-Sparplänen rund um den Monatswechsel sein.

Trotz dieser eindrucksvollen Erkenntnisse hält der HSBC-Experte wenig davon, eine solche Strategie jetzt eins zu eins in der Praxis anzuwenden. „Saisonalität kann immer nur ein Argument unter vielen sein und sollte immer mit der eigentlichen Chartsituation kombiniert werden“, erklärt Scherer, der das Ganze dann aber tatsächlich als „eine machtvolle Erweiterung des Werkzeugkastens des Technischen Analysten“ einschätzt.

Thomas Koch

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Im Artikel erwähnt...

DAX ®
DAX ® - Performance (3 Monate) 11.553,83 -0,31%
PKT -35,38
Porträt - Chart - Indexzusammensetzung
Tops Kurs %
RWE ST 18,00 +2,10%
WIRECARD 174,00 +2,08%
ADIDAS 202,80 +2,04%
E.ON 8,60 +1,72%
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