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Nie wieder Indexzertifikate – oder: Das Schweigen der Emittenten

| Quelle: INV

Manch einer wird sich dieser Tage von seinen Dax- oder Mdax-Indexzertifikaten trennen. Der große Sell-Out hat offenbar (endlich) begonnen und fortan geht es erst einmal darum zu beobachten, wo er seinen Boden finden wird. Die Dynamik von gestern lässt da aber noch nicht auf einen nachhaltigen Stimmungswandel hoffen. Gestern hat der Dax ziemlich genau auf Höhe einer von Charttechnikern identifizierten Unterstützung zwischen 8.930 und 8.950 gestoppt, doch die nächsten Falllinien sind bei den Technikern schon gezeichnet: 8.475 sagen die eine, 8.355 die anderen. So oder so – noch viel Luft nach unten.

Anleger, die bei ihren Aktivitäten auf Indexzertifikate setzen, werden bereits festgestellt haben, dass eben diese Aktivitäten seit einigen Tagen nur noch in eine Richtung funktionieren. Bei den meisten großen Emittenten können speziell Indexzertifikate auf die deutschen Standardindizes wie Dax, Mdax oder TecDax nämlich nur noch verkauft aber nicht mehr gekauft werden. Von der Deutschen Bank über Commerzbank, DZ Bank, BNP und HSBC bis zur Citigroup stehen die Papiere auf „bid only“.

Hintergrund dieser Maßnahme sind nach Angabe mehrerer Emittenten laufende Gesetzespläne im Zusammenhang mit dem Dividenden-Stripping (Cum/Ex-Geschäfte). In diesem Zusammenhang könnte es dazu kommen, dass den Emittenten künftig die von Dax-Werten ausgezahlten Dividenden nicht mehr in vollem Umfang für die Gegenfinanzierung der Produkte zur Verfügung stehen – so die Befürchtung. Dies wird zum Problem, weil im Dax oder im Mdax die volle Brutto-Dividende (also ohne Steuerabzug) verrechnet wird. Da die Indexzertifikate wiederum die volle Abbildung des Dax zusichern, wäre dies folglich nicht mehr kostenneutral umsetzbar.

Als Vorsichtsmaßnahme, weil ein entsprechendes Gesetz auch rückwirkend (per 1.1.) eingeführt werden könnte, haben die genannten Häuser deshalb schon jetzt den Verkauf weiterer Anteile eingestellt. Eine entsprechende öffentliche Erklärung liefert aber (nach eigenem Kenntnisstand) keines der Häuser, obwohl die Emittenten die Anleger sonst äußerst großzügig mit Werbemeldungen und Newsdiensten aller Art überfluten. In den Meldungen zu den Handelseinschränkungen an der Börse Stuttgart lassen sich einige sogar dazu hinreißen, die allgegenwärtigen „technischen Probleme“ als Grund für die ausgesetzte Handelbarkeit zu nennen.

Ein paar Ausnahmen gibt es aber noch. Sei es, weil denen der Gesetzgeber egal ist, oder weil sie davon ausgehen, dass die Papiere ohnehin nur für kurzfristige Tradingaktivitäten genutzt werden, stellen die HVB, die Société Genérale und Goldman Sachs weiter Geld- und Briefkurse mit brauchbaren Spreads für ihre Dax-Tracker. Ob dies dauerhaft der Fall sein wird, oder ob auch hier irgendwann noch auf die Gesetzespläne reagiert wird, ist nicht bekannt…

Ralf Andreß

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