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Nouy: Banco Popular hatte mehr Probleme als Liquidität

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
Von Hans Bentzien

FRANKFURT/BRÜSSEL (Dow Jones)--Der von Santander übernommene Banco Popular Espana hatte nach Aussage von Daniele Nouy, Chefin der bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelten Bankenaufsicht SSM, noch andere Probleme als einen Mangel an Liquidität. In einer Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlament verteidigte Nouy die Abwicklung und den Verkauf von Banco Popular Espana und warnte Kleinanleger vor dem Kauf jener Instrumente, die beim Bail-in der Bank wertlos geworden waren.

Wenn eine Bank über zwei bis drei Jahre große Rückstellungen bilden muss, wenn sie ihr Eigenkapital um 5 Milliarden Euro erhöhen muss und wenn sie dann vom Verwaltungsrat zum Verkauf gestellt wird, dann sind das eher strukturelle Probleme", sagte Nouy und fügte hinzu: "In der Liquidität zeigt sich die Krankheit dann letzten Endes."

Die EZB hatte Banco Popular am 7. Juni für "gescheitert oder wahrscheinlich gescheitert" erklärt und damit den Weg für einen Verkauf freigemacht. Zuvor waren Verkaufspläne der Bank selbst erfolglos geblieben. Santander hatte die Bank für 1 Euro erworben, für den sie die aus so genannten Coco-Anleihen gewandelten neuen Aktien des Instituts erwarb. Die Besitzer dieser wie auch anderer Nachranganleihen verloren damit ihr Investment vollständig.

Nouy warnte vor diesem Hintergrund Kleinanleger davor, solche Papiere zu erwerben. "Das sind gefährliche Instrumente, Investoren sollten sich ihrer Risiken bewusst sein", sagte sie. Die SSM-Chefin verteidigte das Vorgehen der Behörden auch gegen den Vorwurf, die Bank zu langsam abgewickelt zu haben. Sie habe erst prüfen müssen, ob und wann Banco Popular die Liquiditätskennziffer LCR wieder hätte erreichen können, sagte sie auf die Frage, wie lange das Institut den LCR-Zielwert unterschritten habe.

Nicht zuständig sah sich Nouy für den Vorwurf eines Abgeordneten, dass bestimmte öffentliche Anleger kurz vor der Abwicklung noch Milliarden von Euro von ihren Konten geholt hätten. "Es gibt sicherlich Spielraum für die spanische Justiz, zu prüfen, ob jemand Insider-Informationen genutzt hat", sagte sie.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/cln

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June 19, 2017 10:38 ET (14:38 GMT)

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